Rapperswil-Jona

Polnische Politiker kämpfen für Rapperswiler Museum

Das Polenmuseum im Schloss Rapperswil bleibt ein Politikum. Im polnischen Parlament wurden mehrere Anfragen eingereicht. Das Prinzip Hoffnung soll die Ausstellungsräume retten.

Polnische Politiker wollen den Kampf um das Polenmuseum (Bild) nicht aufgeben.

Polnische Politiker wollen den Kampf um das Polenmuseum (Bild) nicht aufgeben. Bild: Archiv ZSZ / Manuela Matt

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Der Entscheid von Stadt und Ortsgemeinde Rapperswil-Jona ist längstens klar: Ein eigenständiges Polenmuseum im Schloss wird es nicht mehr geben. Polnische Exponenten haben aber nach wie vor Hoffnung, das Museum zu retten. Nach dem polnischen Internetportal Onet kämpfen jetzt polnische Politiker für die Ausstellungsräume. Gleich in mehreren Anfragen wollen sie von der polnischen Regierung Antworten, wie es mit dem Museum weitergeht.

Hoffnung setzen die Polen, darunter auch Kulturminister Piotr Gliski, etwa auf die historischen Abklärungen zur Schlossgeschichte. Diese Hoffnung zerschlägt sich schnell, wie eine Nachfrage bei Matthias Mächler, Präsident der Ortsgemeinde Rapperswil-Jona zeigt: «Die historischen Abklärungen haben ergeben, dass nebst den Polen auch andere Parteien – unter anderem die Habsburger - eine massgebliche Rolle in der Schlossgeschichte gespielt haben. Eine zukünftige Ausstellung soll die Bedeutung und die Einflüsse aller Nutzer aufzeigen und erlebbar machen.»

Diplomatische Gespräche

Das ist jedoch nicht die einzige Schiene auf denen die polnische Regierung aktiv ist: Geprüft wird etwa, ob ein Vorstoss bei einer UNESCO-Kommission dem Museum helfen könnte. Auf diplomatischer Ebene wird ebenfalls vermittelt. Wie erst jetzt bekannt wird, traf sich das Eidgenössische Departement des Äussern (EDA) Anfang Jahr erneut zu Gesprächen. Man habe sich dabei etwa über den Einbezug der Polen im zukünftigen Ausstellungskonzept unterhalten, teilt eine Sprecherin mit: «Das EDA hält sich bereit, weitere Treffen mit den involvierten Stellen zu organisieren, sollte ein Bedürfnis für einen Austausch bestehen.» Man sei ebenfalls für weitere Gespräche bereit, sagt Mächler. Er betont, bei den aktuellen Gesprächen seien noch keine konkreten Zusicherungen gemacht worden.

Kulturminister schreibt Brief

Der polnische Kulturminister wiederum sichert dem Verein Freunde des Polenmuseums in einem Brief die Unterstützung zu. Was bedeutet all dieser polnische Support für den Verein? Präsident German Ritz meint, für die Polen sei der Verbleib des Museums im Schloss nach wie vor eine offene Sache. Er freut sich über die Initiative der polnischen Seite, betont aber auch klar: «Für den Verein gibt es aktuell keinen Anlass zu handeln.» Erst wenn es nach Abschluss des Architekturwettbewerbs um das Ausstellungskonzept geht, wird der Umfang der polnischen Präsenz im Schloss wieder zum Hauptthema.

Aktuell kann das Polenmuseum im Schloss noch bleiben. Der Vertrag ist nach wie vor ungekündigt. Die Konditionen dafür sind klar, wie Matthias Mächler sagt: «Der bestehende Mietvertrag kann jederzeit unter Einhaltung einer Kündigungsfrist von 18 Monaten aufgelöst werden». (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 08.07.2016, 16:07 Uhr

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