Südostbahn

Mehr Sitzplätze für Pendler im neuen Voralpen-Express

11 neue Züge beschafft die SOB bis 2019. Stadler Rail und das Bahnunternehmen haben gestern die Verträge unterzeichnet und Details verraten.

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Eine zügige Unterschrift besiegelt das Grossprojekt. Die Südostbahn (SOB) und Stadler Rail haben am Montag den Vertragfür den neuen Voralpen-Express unterzeichnet. 43 Seiten und 1500 Punkte in einem separaten Anforderungskatalog regeln die 170 Millionen Franken teure Beschaffung der neuen Züge. Ab 2019 sollen die Reisenden zwischen St. Gallen und Luzern dafür von noch mehr Komfort profitieren können.Der Voralpen-Express sei ein spezieller Zug, betonte SOB-Projektleiter Peter Bruderer vor den Medien. Auf der einen Seite stehen Pendler und Geschäftsreisende. Sie nutzen vor allem die Verbindung von Rapperswil nach St. Gallen und erwarten dort Effizienz und Zuverlässigkeit. Auf der anderen Seite sind mit dem Zug viele Touristen und Ausflügler unterwegs. Sie wünschen sich ein attraktives Freizeiterlebnis. Diese beiden Anforderungen galt es für die SOB unter einen Hut zu bringen. Das sei auch gelungen, versprechen die Verantwortlichen.

Eigenes Familienabteil

Die gemischten Kundenbedürfnisse sind in den präsentierten Entwürfen zur Gestaltung deutlich sichtbar: Für Familien steht etwa ein eigenes Familienabteil zur Verfügung. Dieses ist mit einer Glasscheibe separat abgetrennt und verfügt über 24 Sitzplätze. Es soll farblich anders – kinderfreundlicher – gestaltet sein als die übrigen Abteile. Zwar werden keine Spielgeräte eingebaut, die im Vergleich zu den anderen Abteilen grösseren Tische bieten jedoch genügend Platz zum Spielen. Zudem sollen Kinderwagen bis zum Sitzabteil mitgenommen werden können. Das WC in diesem Wagen verfügt zusätzlich über einen Wickeltisch.

Mit Service punkten will die SOB aber auch bei den übrigen Reisenden. Diesen stehen zwei Minibistros mit Verpflegungsautomaten zur Verfügung. Heisse und kalte Getränke sowie Snacks können dort bezogen werden. Eines der beiden Bistroabteile ist rollstuhlgängig. Die Wünsche der Reisenden zum Verpflegungsangebot, zur Innenausstattung und zur Sitzgestaltung hatte die SOB in den vergangenen Monaten direkt in den Zügen des Voralpen-Expresses erfragt.

Mehrzweckabteile bieten im Sommer Platz für Fahrräder, im Winter für Ski und Snowboards. Jedes Abteil ist mit einem Abfallkübel ausgestattet, auch Steckdosen sind vorhanden. Grosse Fenster sollen den Blick auf das Panorama entlang der Strecke besonders gut ermöglichen. Die Ein­stiege in den Zug sind, anders als heute, durchgehend stufenfrei.

Weniger Plätze nach Luzern

Veränderungen gibt es allerdings beim Sitzplatzangebot. Die 150 Meter langen Stammkompositionen bieten 361 Sitzplätze, davon 70 in der 1. Klasse. Zwischen Rapperswil und St. Gallen wird dieser Zug standardmässig durch eine Verstärkungskomposition ergänzt. Diese bietet 198 zusätzliche Sitzplätze, 23 davon in der1. Klasse. Auf dieser Strecke wird das Sitzplatzangebot von heute zwischen 450 und 500 Plätzen auf 560 Plätze ausgebaut. Auf der Strecke Rapperswil–Luzern wird das Platzangebot im Vergleich zu heute verkleinert. Die SOB begründet dies mit den tieferen Fahrgastfrequenzen auf diesem Streckenabschnitt. Die Zusatzkomposition kann bei Bedarf jedoch auch nach Luzern geführt werden. Die neuen Züge sind zudem mit den bestehenden S-Bahn-Zügen der SOB kompatibel. Dies ermögliche einen flexiblen Fahrzeugeinsatz. Für die 170 Millionen Franken liefert Stadler sechs Stammkompositionen und fünf Zusatzzüge. Letztere fünf können auch als normale S-Bahn eingesetzt werden.

Mehr Fahrspass

«Es freut uns, dass wir die neuen Züge für diese sehr beliebte Strecke von St. Gallen nach Luzern bauen dürfen», sagt Peter Spuhler, CEO und Eigentümer von Stadler. «Die neuen Züge werden den Fahrgästen auf dieser Strecke noch mehr Komfort bieten und den Fahrspass beträchtlich erhöhen», sagt Peter Spuhler. Es freue ihn besonders, dass sich mit diesem Auftrag für Stadler auch ein Kreis schliesse. Das Unternehmen konnte bereits Ende der90er-Jahre ein umfangreiches Modernisierungsprogramm der bestehenden Flotte vornehmen und darf nun, knapp 20 Jahre später, die Fahrzeuge ersetzen.

Ende 2019 läuft die Betriebsbewilligung eines Teils des jetzigen Rollmaterials aus. Deshalb musste die Beschaffung der Züge relativ schnell vorangehen. Stadler Rail hatte als einziges Unternehmen eine Offerte für das neue Rollmaterial eingereicht. Dies bestätigte SOB-CEO Thomas Küchler am Rande der gestrigen Medienkonferenz. Siemens und Bombardier hätten zwar die Unterlagen bestellt, danach aber keine Offerte präsentiert. «Davon waren wir überrascht. Wir hatten mit mindestens zwei Angeboten gerechnet», sagt Küch­ler. Trotzdem habe der Wettbewerb gespielt, betont er. Stadler habe im Verfahren nicht gewusst, der einzige Offertsteller zu sein: «Und Stadler hat ein gutes Angebot gemacht.»

SOB-Verwaltungsratspräsident Hans Altherr bezeichnete die Vertragsunterzeichnung als Meilenstein. Nächstes Jahr feiert der Voralpen-Express seinen 25. Geburtstag. Ab 2019 werden die ersten neuen Züge dann auf dem SOB-Netz verkehren. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 27.06.2016, 17:33 Uhr

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