Rapperswil-Jona

Internetportal kämpft für Erhalt des Polenmuseums im Schloss

Die Tage des Polenmuseums im Schloss Rapperswil sind gezählt. Auf dem grössten polnischen Internetportal appelliert nun eine Gruppe an die Stadt­verwaltung von Rapperswil-Jona, das Museum zu erhalten.

Auf Facebook kämpft das polnische Internetportal Onet.pl mit #iloverapperswil für den Erhalt des Polenmuseums im Schloss Rapperswil.

Auf Facebook kämpft das polnische Internetportal Onet.pl mit #iloverapperswil für den Erhalt des Polenmuseums im Schloss Rapperswil. Bild: Facebook / Onet.pl

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Das Polnische Nationalmuseum in Rapperswil erhält Unterstützung aus seiner Heimat. Daspol­nische Internetportal Onet.pl hat eine Social-Media-Kampagne mit dem Titel «I love Rappers­wil» lanciert. Darin kämpft es für den Erhalt des Polenmuseums. Die geplante Schliessung wäre «ein gros­ser Verlust für die Geschichte der Schweiz und Polens» und «für die wunderbare Geschichte der Freund­schaft zwischen den beiden Ländern», heisst es auf der Facebook-Seite. Die Initianten «appellieren an die Stadtverwaltung in Rapperswil, das Museum im Namen unserer gemeinsamen Geschichte und zeitgenössischen Freundschaft zu erhalten».

#iloverapperswil auf der Facebook-Seite von Onet.pl

Das Internetportal Onet.pl ist das grösste polnische Webportal. Es gehört zu Ringier Axel Springer und hat eine Million Facebook-Fans.

Botschaft befürwortet Aktion

German Ritz, Präsident des Vereins der Freunde des Polen­museums, betont, dass es sich bei der Initiative um eine polnische Kampagne handle. Es sei aber wichtig, auf die Bedeutung des Polenmuseums hinzuweisen und das Thema in der Erinnerung der Polen wachzuhalten. Als vor zwei Jahren kommuniziert ­wurde, dass das Museum aus dem Schloss ausziehen müsse, habe das für Aufruhr in Polen gesorgt.

Auch die polnische Botschaft in Bern bedauert die geplante Schlies­sung des Museums. Mit der Aktion auf dem Internetportal Onet.pl habe sie jedoch nichts zu tun. «Aber wir hoffen, dass die Kampagne etwas bewirkt», sagt ein Mitarbeiter, der nicht namentlich genannt werden möchte. Polens Präsenz in Rappers­wil sei wichtig, denn das Museum erinnere an die Güte der Schweiz gegenüber jenen polnischen Bürgern, die gezwungen waren, ihre Heimat zu verlassen. Das Haus sei ein Symbol dieser Freundschaft und habe als solches bereits Eingang in die polnischen Geschichtsbücher gefunden.

Zukunft ungewiss

Welchen Raum die Geschichte der Polen dereinst im Schloss ­einnehmen wird, ist momentan noch unklar. Die Diskussion zum Inhalt werde erst nächstes Jahr wieder Fahrt aufnehmen, sagt Ger­man Ritz. Und: «Wir rechnen uns mehr Präsenz aus als im ursprünglichen Konzept von Otto Jolias Steiner.» Dass es nun wieder eine Kampagne von aus­sen gibt, begrüssen die Freunde des Polen­museums.

Mit zahlreichen Videos macht sich Onet.pl stark für das Polenmuseum in Rapperswil

Die Geschichte des Schlos­ses Rappers­wil ist eng mit jener der polnischen Exilgemeinde in der Schweiz verknüpft. Letztere baute im 19. Jahrhundert das verfallene Schloss wieder auf. Bis heute identifizieren sich zahlreiche Polen mit Rappers­wil und dem Polen­museum, das seit 1870 für die gemeinsame Geschichte beider Länder steht. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 12.05.2016, 08:56 Uhr

Onet.pl auf Twitter




Auch auf Twitter wird die Schliessung des Polenmuseums heiss diskutiert.

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