Rapperswil-Jona

Ideen für Neubau am Schloss gesucht

Je 200 000 Franken sollen die Bürger­versammlungen von Ortsgemeinde und Stadt für das Schloss bewilligen. Mit dem Geld wird ein Wettbewerb für den Scharnierneubau durchgeführt.

Zwischen dem Hauptgebäude und dem Gügelerturm soll ein Neubau entstehen.

Zwischen dem Hauptgebäude und dem Gügelerturm soll ein Neubau entstehen. Bild: Kurt Heuberger

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Das Projekt Schloss kommt in eine entscheidende Phase. Für Matthias Mächler, den Präsidenten der Ortsgemeinde, ist klar, dass jetzt Nägel mit Köpfen gemacht werden müssen. Zwei Jahre Denkarbeit, Diskussionen und Abklärungen hätten den Boden bereitet, sagte er gestern an einer Medienorientierung. «Jetzt geht es um die Suche nach der besten baulichen Lösung.» Diese sehen alle Beteiligten in einem Neubau zwischen dem Hauptgebäude und dem Gügelerturm. Der sogenannte Scharnierbau dient neu als Eingang ins Schloss und als Ausgangspunkt für einen Rundgang durch sämtliche Räume. Er soll helfen, die erwarteten Besucherströme – 60 000 Personen im Jahr – zu entflechten. Zusammen mit der Planung des Scharnierbaus soll geprüft werden, ob ein unterirdischer Zugang mit einem Lift für behinderte Besucher realisiert werden kann.

Besserer Brandschutz

Im vergangenen Herbst mischte sich die Denkmalpflege in die Diskussion um den Scharnierbau ein und verlangte, dass keine Durchbrüche im mittelalterlichen Mauerwerk vorgenommen werden. Das führt dazu, dass der Gügelerturm im unteren Teil nicht als Ausstellungsraum genutzt werden kann. Das Amt für Feuerschutz begrüsst den Scharnierbau ausdrücklich, wie Matthias Mächler ausführte. Der neue Fluchtweg werde die Sicherheit für die Schlossbesucher verbessern.

Zweistufiger Wettbewerb

Um an die besten Ideen für den Scharnierbau heranzukommen, schreibt die Ortsgemeinde einen öffentlichen, zweistufigen Wettbewerb aus. Im ersten Schritt, dem sogenannten Präqualifikationsverfahren, können sich alle interessierten Architekturbüros bewerben. Das gleiche Verfahren hatte man seinerzeit für den Zwischenbau «Janus» am Stadtmuseum angewendet. Damals meldeten sich 50 Büros. Eine Jury, bestehend aus Behördenvertretern, Denkmalpflegern und weiteren Fachleuten wird acht bis zehn Büros auswählen, die ein Projekt ausarbeiten dürfen. Aus diesen kürt die Jury das Siegerprojekt. Das wird in ungefähr einem Jahr der Fall sein. Das Verfahren sei aufwendig, sagt Matthias Mächler. Es sei aber bei einem Kulturgut von nationaler Bedeutung unumgänglich. Den Startschuss geben die Bürgerversammlungen vom 19. Mai (Ortsgemeinde) und 9. Juni (Stadt). Mit der Eröffnung des neuen Schlosses rechnet Mächler im Jahr 2020. Vorher wird der Gebäudekomplex wegen der Bauarbeiten mindestens ein Jahr lang geschlossen sein.

Das Ausstellungskonzept, also die Frage, was denn dereinst im Schloss zu sehen sein wird, ist nicht Teil dieses Verfahrens. Wie Matthias Mächler sagt, will die Ortsgemeinde als Eigentümerin des Schlosses vorher Klarheit über die baulichen Voraussetzungen schaffen. «Zuerst müssen wir die Hülle kennen, dann können wir festlegen, wie wir sie füllen.» (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 03.05.2016, 17:03 Uhr

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