Massenkarambolage

«Dieser Unfall war vorhersehbar»

Im dichten Nebel sind auf der A3 am Freitag über 40 Fahrzeuge zusammengeprallt. Die Beratungsstelle für Unfall­verhütung rät, bei solchen Verhältnissen auf abrupte Fahrmanöver zu verzichten.

Die Massenkarambolage vom letzten Freitag auf der A3 forderte 17 Verletzte.

Die Massenkarambolage vom letzten Freitag auf der A3 forderte 17 Verletzte. Bild: Patrik Gutenberg

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Hat sie geblinkt oder nicht? Ob die Warnanlage die Autofahrer auf der A3 am Freitagmorgen auf die schlechten Sichtverhältnisse aufmerksam gemacht hat, werde zurzeit noch abgeklärt. Das sagt Daniel Menzi, Mediensprecher der Kantonspolizei Glarus, gegenüber der «Zürichsee-Zeitung». Im dichten Nebel ist es gegen halb zehn Uhr zwischen Reichenburg und Bilten in Richtung Chur zu einer Auffahrkollision gekommen, in welche über 40 Fahrzeuge involviert waren. 17 Personen wurden verletzt. Die Fahrspur in Richtung Chur war bis am Abend gesperrt. Auf den Zubringerstrassen in der Region bildeten sich teils längere Staus.

Dichte Nebelschwaden sind in der Linthebene kein seltenes Wetterphänomen. Die Warnanlage sei jedoch nur ein Hilfsmittel, sagt Menzi. Sie wurde 2003 als Reaktion auf zwei schwere Karambolagen in den Jahren 1992 und 1999 erstellt. Die Anlage beginne jedoch nicht automatisch zu blinken, da sie nicht an einen Sensor angeschlossen sei, sondern müsse manuell eingeschaltet werden. Verschiedene Messstationen liefern die hierzu nötigen Daten. Zwei Bodensonden melden Belags- und Gefriertemperatur sowie Fahrbahnfeuchte und Wasserfilmhöhe. Laut Menzi stelle sich aber auch die Frage, ob die Autofahrer die Warnlichter – wenn sie denn eingeschaltet waren – im Nebel überhaupt rechtzeitig gesehen haben.

Von weitem sichtbar

Diese Fragen sowie den Unfallhergang klärt die Kantonspolizei zurzeit noch ab. In einem Leserbrief meldet sich derweil ein Lenker zu Wort, der die Unfallstelle kurz vor der Massenkarambolage passiert haben will. Hanspeter Jesse war am Freitag von seinem Wohnort Jona in Richtung Chur unterwegs. Schon zwischen Tuggen und Reichenburg habe eine Nebelwand die Sicht behindert. Auf dem nachfolgenden, sonnigen Abschnitt sei die bereits eingeschaltete Warnanlage gut sichtbar gewesen. Die dichte Nebelwand zwischen Reichenburg und Bilten sei nicht unerwartet gekommen, schreibt Jesse, «man hat sie weit voraus sehen können».

«Viele Lenker in schnellen und ­grossen Fahrzeugen wiegen sich  in falscher Sicherheit.»Hanspeter Jesse

Während die Autofahrer auf dem rechten Fahrstreifen ihre Geschwindigkeit angepasst hätten, seien die Autos auf der Überholspur «wie bei bester Sicht, mit wenig Abstand und horrend schnell» gefahren. Wenn sich in einer solchen Situation ein Fahrer auf der rechten Spur eingeklemmt fühle und ausschere, werde es noch gefährlicher. «Viele Lenker in schnellen und grossen Fahrzeugen wiegen sich in falscher Sicherheit, alles und jede Situation im Griff zu haben», findet Jesse.

Massvoll beschleunigen

In der Linthebene stellen plötzlich auftretende Nebelbänke das Können der Autolenker immer wieder auf die Probe. Die Beratungsstelle für Unfallverhütung (BfU) rät in solchen Situationen zu angepasster Geschwindigkeit. Wichtig ist aber, nicht abrupt abzubremsen, sondern die Geschwindigkeit fliessend zu drosseln. Bei schlechter Sicht sollen zudem das Abblendlicht anstelle des Tagfahrlichts und die Nebellichter eingeschaltet werden. Hat der Lenker eine Nebelbank passiert und wieder freie Sicht, soll er nicht sofort voll beschleunigen, sondern das Tempo langsam erhöhen, da nicht auszuschliessen ist, dass bald die nächste Nebelbank folgt. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 10.01.2017, 08:14 Uhr

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