Rapperswil-jona

«Das wäre marketingtechnisch eine Riesenbombe»

Die Region würde als Austragungsort der Olympischen Winterspiele 2026 profitieren – davon sind die Sportvereine und Tourismusverbände überzeugt. Umweltschützer kritisieren eine allfällige Mitkandidatur.

Olympische Ringe in Rapperswil-Jona? Viele Hürden sind zu nehmen, bis aus dieser Idee Wirklichkeit werden könnte.

Olympische Ringe in Rapperswil-Jona? Viele Hürden sind zu nehmen, bis aus dieser Idee Wirklichkeit werden könnte. Bild: Keystone

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Rocco Delli Colli, Vereinspräsident des FC Rapperswil-Jona und Verwaltungsratspräsident der Dieci AG, ist emotional Feuer und Flamme für das Olympia-Projekt in Rapperswil-Jona. Tourismusverband und Stadt sollten das Projekt unbedingt weiterverfolgen. Delli Colli hat jedoch ein grosses «Aber»: Was bedeuten Olympische Spiele in Rapperswil-Jona? Er stellt sich die Frage, ob Verkehr- und Sicherheitsfragen gelöst werden können. Und: «Olympia darf nicht einer oder zwei späteren Generationen Probleme bereiten». Delli Colli spielt damit auf mögliche Bauprojekte an, welche die Landschaft — unabhängig von der Frage, wo genau die Olympischen Spiele stattfinden — verändern. «Wenn bestehende Anlagen, wie unsere wunderschöne Eishalle, genutzt werden, finde ich das aber gut.»

Ganz ähnlich klingt es bei Fabian Villiger, Geschäftsführer der Werbeagentur Mediasign: «Ich finde es spontan eine tolle Geschichte». Er wisse zwar nicht, wie realistisch das Ganze sei. «Aber wenn sich Rapperswil-Jona in die Austragungsorte der Olympischen Spiele einreihen könnte, wäre das marketingtechnisch eine Riesenbombe.» Trotzdem müsse man sicher «sauber abklären», was solch ein Event für Stadt und Umgebung bedeuten würde.

Auch Sandro Ruggli, Verwaltungsrat der SC Rapperswil-Jona Lakers, zeigt sich begeistert: «Ich betrachte das Ganze zwar noch als Vision, aber es ist schön, wenn jetzt auch die Bündner unsere Werte erkennen.» Der sportbegeisterte Ruggli spricht vom schmucken Stadion mit einer guten Infrastruktur — nur die Garderoben seien wohl noch nicht ganz olympiatauglich, ergänzt er und wird vom Olympia-Visionär gleich wieder zum Realist.

«Katastrophe» für Umwelt

Überhaupt nicht begeistert von einer allfälligen Mit-Kandidatur Rapperswil-Jonas ist Elisabeth Beer-Schuler. Die Co-Präsidentin der UGS Rapperswil-Jona setzt sich für Umweltschutz ein, und hält deshalb die Austragung von Olympischen Winterspielen in der Region aus umwelttechnischer Sicht für eine Katastrophe. «Was tun wir nach den Spielen mit den eigens für den Anlass gebauten Anlagen?» fragt Beer Schuler. «Ich finde das völlig unsinnig.» Für die Austragung des sogenannten Eisschnelllaufs wird abgeklärt, ob im Raum Ober­see oder in Gla­rus Nord ei­ne tem­po­rä­re oder fi­xe Eis­schnell­lauf­hal­le er­stellt wer­den soll.

Tourismus-Direktor Simon Elsener wittert beim Megaevent die Chance, eine andere Kategorie Gäste auf Rapperswil-Jona aufmerksam zu machen: «Grundsätzlich logieren bei uns viele Business-Gäste, weshalb ein Anlass wie die Olympischen Winterspiele eine spannende Ergänzung wäre.» Elsener ist überzeugt, dass eine Beteiligung der Stadt ein Gewinn für die ganze Region bedeutete. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 11.01.2017, 17:43 Uhr

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