Rapperswil-Jona

Nils Rickert tritt nicht mehr an

Die Nerven flattern am Tag nach der nicht entschiedenen Wahl weiter: Während die SP noch abwägt, machen Gerüchte um einen links-grünen Sprengkandidaten die Runde.

Nils Rickert (Mitte) gibt im Kampf um den siebten Stadtratssitz auf. Und ob Eduard Hirschi (rechts) je mit Stadtpräsident Martin Stöckling am Sitzungstisch Platz nehmen wird, ist höchst ungewiss.

Nils Rickert (Mitte) gibt im Kampf um den siebten Stadtratssitz auf. Und ob Eduard Hirschi (rechts) je mit Stadtpräsident Martin Stöckling am Sitzungstisch Platz nehmen wird, ist höchst ungewiss. Bild: Moritz Hager

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Das Interesse des Wahlvolks hielt sich in Grenzen: Gerade mal 38 Prozent der Stimmbürgerinnen und Stimmbürger beteiligten sich am Sonntag an der Stadtrats-Ersatzwahl. Umso grösser ist das Interesse am Tag danach bei den Kandidaten, ihrem Umfeld und bei den Medien. Das Telefon von Nils Rickert etwa läuft den ganzen Vormittag heiss. Am Mittag schickt der gescheiterte Kandidat der Grünliberalen dann eine Mitteilung, in der er seinen Rückzug verkündet. 16 Prozent Stimmenanteil seien zwar ein Achtungserfolg, aber der Abstand zu Ueli Dobler (CVP) sei zu gross. Dobler hatte fast 2800 Stimmen und damit einen Wähleranteil von über 40 Prozent geholt, Rickert kam auf 1068 Stimmen.

Dobler und der Zweitplatzierte Ramiz Ibrahimovic (Jungfreisinnige) hatten bereits am Sonntag ihre Teilnahme am zweiten Wahlgang vom 21. Mai verkündet. Die übrigen zwei Kandidaten, Eduard Hirschi (SP) und Betim Bunjaku (parteilos) konnten am Montag noch nicht definitiv sagen, wie sie sich verhalten werden.

Potenzial ausgeschöpft

Vor einer Herkulesaufgabe steht die SP. Ihr droht nach rund 100 Jahren der Verlust ihres Stadtratssitzes. Eduard Hirschi, der am Sonntag mit 1112 Stimmen das drittbeste Resultat erzielte, steht zwar weiterhin zur Verfügung, wie er am Tag danach bekräftigt. 1700 Stimmen aufzuholen sei aber nur möglich, wenn das linksgrüne Lager ein überzeugendes Konzept präsentieren könne. «Es braucht den absoluten Willen aller», sagt Hirschi, der nach dem Wahltag für eine Woche nach Berlin gereist ist. Mit einem Wähleranteil von 16,4 Prozent habe die SP am Sonntag ihr Potenzial ziemlich ausgeschöpft.

Logischer Bündnispartner wären die Grünen (UGS), die mit Tanja Zschokke im Stadtrat bereits vertreten sind. Wie gross ihr Interesse ist, Hirschi zu unterstützen, darüber lässt sich vorläufig nur spekulieren. Zschokke selber sagt, sie könne sich eine solche Unterstützung sehr gut vorstellen, definitiv entschieden habe die Partei aber noch nicht. Unbestätigten Gerüchten zufolge soll ein links-grüner «Deus ex machina» als neuer Kandidat aufgetaucht sein. Elisabeth Beer, Co-Präsidentin der Grünen, weiss davon am Tag nach der Wahl allerdings nichts. Daniel Kamm, Co-Präsident der SP, sagt zur Zusammenarbeit zwischen seiner Partei und den Grünen: «Schwieriges Thema». Man sei am Diskutieren.

In der Tat hatte es zwischen den beiden Parteien schon in den zwei Wahlgängen im vergangenen Herbst geharzt. Auf eine gemeinsame Kandidatur konnten sie sich nicht einigen. Tanja Zschokke schaffte als Neue die Wahl, SP-Mann Pablo Blöchlinger als Bisheriger nicht. Sollte sich die Geschichte wiederholen, wären selbst die minimalen Chancen des linksgrünen Lagers auf einen Sitzgewinn dahin. Gewinnen könnte die SP nur, wenn sämtliche Rickert- und Bunjaku-Stimmen aus dem ersten Wahlgang an Eduard Hirschi fallen würden. Zusammengezählt wären das ziemlich genau die fehlenden 1700 Stimmen.

So ein Szenario ist aber extrem unwahrscheinlich. Zu einer Wahlempfehlung für den SP-Kandidaten konnten sich am Montag auf Anfrage weder Nils Rickert noch Betim Bunjaku durchringen. Definitiv entscheiden, wie es weitergeht, wird die SP in einer Woche, wenn Hirschi aus Berlin zurückkehrt. Bis dahin will sie abwägen und analysieren. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 20.03.2017, 17:29 Uhr

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