Linthgebiet

Milder Winter traf die Bienen hart

Jeden Winter gehen im Linthgebiet 10 Prozent der Bienenvölker ein. In diesem Winter fällt die Sterblichkeit deutlich höher aus. Neben der Varroa-Milbe und einer Wespenplage haben Viren verbreitet für ein Bienensterben gesorgt.

Die Bienenhaltung ist durch die Varroa-Milbe anspruchsvoller geworden.

Die Bienenhaltung ist durch die Varroa-Milbe anspruchsvoller geworden. Bild: Archiv Manuela Matt

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Imker am Obersee beklagen heuer starke Bienenverluste: Jedes dritte Bienenvolk dürfte den Winter nicht überstanden haben. Nach Auskunft von Koni Arnold, Bieneninspektor des Linthgebiets, sterben im Schnitt 10 bis 15 Prozent der Völker in der kalten Jahreszeit: «In diesem Winter sind rund 30 Prozent der Bienenvölker gestorben.»

Arnold erklärt sich das Bienensterben einerseits mit mangelhafter Behandlung der Völker durch die Imker: Anfangs Winter sollten diese Ameisensäure und Oxalsäure anwenden, um die Bienen gegen die Varroa-Milben zu schützen. Andererseits habe die Witterung eine Rolle gespielt: Warme Winter fördern das Bienensterben. Trotz des kalten Januars war der abgelaufene Winter für die Völker nicht ideal. Besser wäre es gewesen, wenn die Kälte bereits im Dezember eingesetzt hätte. Dem Rückschlag im Kampf gegen die Parasiten zum Trotz bleibt Arnold zuversichtlich, was den weiteren Bestand der Honigbienen betrifft: «Die Abgänge im Winter können in der Regel durch die Vermehrung der Bienenvölker wieder ausgeglichen werden.»

Verlust an Lebensräumen

Laut Clemens Angehrn, Präsident des Bienenzüchtervereins See-Gaster, kommt mit der Wes-penplage eine weitere Ursache ins Spiel, die für einen Rückgang der Bienen verantwortlich ist: Im November und Dezember seien Wespen ausserordentlich aktiv gewesen und hätten sich über Bienenstöcke hergemacht. «Zudem sind Völker am Obersee im Winter von Viren heimgesucht worden, welche die Flügel der Bienen deformiert haben», sagt Angehrn.

Aus Sicht von Birgit Steiner, Imkerin aus Gommiswald, zeigen Bienen an, dass es um die Biodiversität nicht zum Besten bestellt ist: Sie benötigen Nahrung, das heisst ein vielfältiges Angebot an Pollen. «Wenn Bauern sehr früh die Wiesen mähen, schadet das den Bienen.» Paradoxe Folge: Die Landwirtschaft ist einerseits bezüglich Obstbau und Beeren auf die Bestäubung durch Bienen angewiesen, hindert diese aber gleichzeitig am Gedeihen, wenn Magerwiesen keinen Raum mehr finden. Darunter leiden besonders Wildbienen, deren Zahl dramatisch abgenommen hat. «Grund dafür ist der Verlust an Lebensräumen und an einzelnen Pflanzenarten, da Wildbienen oft auf eine einzige Pflanze spezialisiert sind», erklärt Angehrn. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 18.04.2017, 14:42 Uhr

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