Regionalwirtschaft

«Expansion nicht um jeden Preis»

Das Echo aus Kundenkreisen auf das neue Ladenkonzept bei Vögele Shoes sei sehr positiv, sagt Adrian Grossholz. Der Chef der Schuhhandelskette aus Uznach sieht in der Filialdichte einen Wettbewerbsvorteil für sein Unternehmen.

So ähnlich wird es bald in sämtlichen Läden von Vögele Shoes aussehen.

So ähnlich wird es bald in sämtlichen Läden von Vögele Shoes aussehen. Bild: zvg

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Hat Vögele Shoes unter der schlechten Presse und dem kürzlich bekannt gegebenen Verkauf der Charles Vögele AG in Pfäffikon gelitten?
Adrian Grossholz: Wir bedauern natürlich sehr, dass ein so traditionsreiches Unternehmen wie Charles Vögele wahrscheinlich, so der heutige Stand, verkauft wird. Allerdings hatte und hat diese Entwicklung keinen Einfluss auf unser Unternehmen.

Vögele Shoes hat sich im vergangenen Frühjahr ein neues Ladenkonzept verordnet: Handelten Sie dabei aus einer Position der Stärke oder der Not?
Nein, das geschah sicherlich nicht aus einer Not heraus. Es entsprach auch einem Bedürfnis unserer Kunden. Somit haben wir die Erwartungshaltung eines frischen Ladenkonzepts, das bessere Orientierung schafft und das Onlinegeschäft mit einbezieht, voll erfüllt. Bisher haben wir nur positive Rückmeldungen erhalten, und auch unsere Teams in den Filialen sind von der neuen Atmosphäre begeistert. Seit dem ersten Auftritt der neuen Vögele-Shoes-Filiale an der Uraniastrasse in Zürich zeigen sich bereits in diesem Jahr weitere Filialen im neuen Erscheinungsbild, viele weitere Geschäfte folgen 2017. Wichtig ist es, dass wir überall den gleichen «Look and Feel»-Effekt erreichen können.

Wie ist die Umstellung bei den Kunden angekommen?
Wie bereits erwähnt, sind wir mit der Entwicklung unserer neuen oder neu ausgerichteten Läden sehr zufrieden. Das neue Konzept wurde innert kürzester Zeit realisiert. Die Kunden können sich nun noch besser in unseren Filialen orientieren und in unsere Schuhwelten eintauchen. Ich selber war an jeder Eröffnung mit dabei und konnte mich mit vielen Kundinnen und Kunden persönlich austauschen. Die positiven Feedbacks bestärken unseren eingeschlagenen Kurs der Neupositionierung unserer Firma.

Sie sind mit rund 260 Filialen in der Schweiz vertreten: Gibt es hierzulande noch weisse Flecken, wohin Sie expandieren möchten, oder denken Sie eher an einen Abbau?
Selbstverständlich gibt es auch trotz unserer Filialdichte noch immer Wunschstandorte, und wir prüfen permanent mögliche neue. Ich bin aber klar der Meinung, dass es zwar Expansion braucht, aber nicht um jeden Preis. Des Weiteren bilden Standortoptimierungen einen Teil unseres täglichen Geschäfts. Dies war in der Vergangenheit schon so und wird es auch in Zukunft sein.

Am Zürichsee sind Sie – im Vergleich – eher schwach vertreten: Wie sehen Sie hier das Wachstumspotenzial?
Am Zürichsee haben wir neben den Vögele-Shoes-Filialen ebenfalls ein ausgezeichnetes Schuhangebot, das durch unsere beiden weiteren Brands Bingo-Shoe-Discount und Max Shoes gut abgerundet wird und für unsere Kunden gut erreichbar ist. Aber wie eingangs bereits erwähnt, gibt es noch den einen oder anderen weissen Fleck auf der Karte.

Stellen Sie für Ihr Geschäft auch einen Trend zur Verlagerung in die Onlinekanäle fest?
Unser grosser Vorteil sind unsere Filialen. Hier können wir den Kunden- und Beratungsservice voll ausspielen. Aufgrund unserer Filialdichte liegt es auf der Hand, dass der stationäre Umsatz immer noch dominiert. Die Bedienung und das Einkaufserlebnis vor Ort bleibt ein wichtiges Kaufkriterium für die Kunden. Dazu haben wir auch unseren Onlineauftritt komplett überarbeitet und ihn vollumfänglich mit dem stationären Handel verknüpft. Wir sind heute mit unserem Angebot dort, wo der Kunde ist, und liefern dorthin, wo er die Ware haben möchte.

Wie zufrieden sind Sie mit dem aktuellen Geschäftsgang?
Wir haben vor rund zehn Monaten mit der Umsetzung unserer strategischen Neuausrichtung begonnen, und die ersten Resultate dieser Massnahmen tragen erste Früchte. Wir sind von daher auf dem absolut richtigen Weg.

Wird Uznach auch in Zukunft Ihr Firmendomizil bleiben?
Wir sind mit dem Standort Uznach sehr zufrieden und sehen daher keinen Anlass, über einen anderen Standort nachzudenken.

Das Interview wurde in schriftlicher Form geführt. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 17.11.2016, 13:51 Uhr

Zur Person

Adrian Grossholz

Der 48-jährige Adrian Grossholz ist seit April 2015 Geschäftsleiter der Karl Vögele AG in Uznach – und damit Nachfolger von Max Manuel Vögele in dieser Funktion. Zuvor war Grossholz von 2006 bis 2015 Geschäfts­führer für die Betriebseinheiten Ochsner Shoes und My Shoes bei der Dosenbach-Ochsner AG in Dietikon und Mitglied der Geschäftsleitung des Gesamtkonzerns Dosenbach-Ochsner. (zsz)

Adrian Grossholz (Bild: zvg)

Karl Vögele AG

Filialumbau bei Vögele Shoes in vollem Gang

Die Karl Vögele AG ist ein in dritter Generation geführtes Familienunternehmen in Uznach, zu dem auch der Schuh-Detailhändler Vögele Shoes gehört. An der Spitze der Karl Vögele AG – nicht zu verwechseln mit dem Modehändler Charles Vögele Holding AG – stehen Adrian Grossholz als CEO und Max Manuel Vögele, Enkel von Karl Vögele, als Verwaltungsratspräsident. Seine Wurzeln hat das Unternehmen in der 1922 von Karl Vögele in Uznach eröffneten Schuhmacherei. Schweizweit zählt Vögele Shoes mit Max- Shoes- und Bingo-Shoe-Dis­count-Shops rund 260 Filialen. Am Zürichsee ist Vögele Shoes in Thalwil, Pfäffikon, Rapperswil-Jona und Uznach vertreten. Die Zahl der Beschäftigten beläuft sich insgesamt auf rund 1500 Mitarbeitende.

Die Nummer 2 im Schweizer Markt hinter Dosenbach und vor Ochsner Shoes erlitt 2014 einen Umsatzrückgang von 6 Prozent auf 252 Millionen Franken. In einem herausfordernden Umfeld lag der Rückgang 2015 im einstelligen Prozentbereich und im Rahmen des Gesamtmarktes. Aufgrund des Verkaufes der Filialen in Österreich sind die Zahlen 2015 nicht vergleichbar.

Im vergangenen Frühjahr wurden gegen ein Dutzend Schuhfilialen geschlossen und das Österreich-Geschäft mit 70 Läden abgestossen. Jetzt liegt der Fokus auf der Schweiz. Der Filialumbau ist in vollem Gange. Bis Ende 2017 soll der wichtigste Teil der Vögele-Shoes-Filialen auf das neue Konzept umgestellt sein. Dieses ist ganz auf Schweizer Frauen ausgerichtet, da sie meist den Kaufentscheid treffen. (ths)

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