Rapperswil-Jona

«Es ist weltfremd, dass der Stadtrat die Bürger zu Velofahrern erziehen will»

Am 19. März stimmen die Bürger überden «Teilabschnitt Knoten St. Gallerstrasse/Feldlistrasse» ab. Das Referendumskomitee Jona-Center-Stopp bekämpft die Strassenvorlage: Sie verschleudere Steuergelder und bringe Stau, Lärm und Abgase ins Quartier.

Max Rechsteiner, Sprecher des Komitees Jona-Center-Stopp, kritisiert die vom Stadtrat projektierte Verkehrserschliessung an der St. Gallerstrasse.

Max Rechsteiner, Sprecher des Komitees Jona-Center-Stopp, kritisiert die vom Stadtrat projektierte Verkehrserschliessung an der St. Gallerstrasse. Bild: Michael Trost

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Das Komitee Jona-Center-Stopp wurde vor drei Jahren ins Leben gerufen. Sein Zweck: Es will das «überdimensionierte Mammut-Projekt» am Stadtrand von Rapperswil-Jona, wie das Jona-Center genannt wird, verhindern. Die Gruppierung bekämpft auch die Strassenvorlage, weil diese ein Mittel zum Zweck sei, das Projekt Jona-Center durchzuwinken: «Es ist offensichtlich, dass mit der vom Stadtrat präsentierten Verkehrslösung letztlich die Baubewilligung für das Jona-Center erreicht werden soll», sagte Max Rechsteiner, Sprecher des Komitees, an der Pressekonferenz vom Montag. Weil der Stadtrat die zu erwartende Verkehrszunahme aus dem Einzugsgebiet des Jona-Centers unter den Tisch wische, habe das Komitee das Referendum ergriffen. 1300 Bürger haben das Begehren unterschrieben. «Der Stadtrat hat es bis heute versäumt zu erklären, wie der wachsende Verkehr aus dem südlichen Stadtgebiet auf dem Knoten Feldli-/St.Gallerstrasse zukünftig verkraftet werden soll», sagt Rechsteiner.

Lastwagen fahren in die Stadt

Das Komitee wehrt sich dagegen, dass das private Bauprojekt Jona-Center dank einer Insellösung mit fünf Millionen Franken unterstützt werden soll. «Wir fordern eine ganzheitliche Verkehrsplanung statt kurzsichtige Etappenlösungen», sagt Rechsteiner: Es fehle ein Konzept für die Verkehrsführung gegen Osten wie gegen Westen. Ein zusätzlicher Abzweiger zur Amag-Garage führe zu noch mehr Stau und Behinderung. Zudem könnten Sattelschlepper nur stadteinwärts die Amag-Garage verlassen und würden Abgase, Lärm und Stau ins Zentrum bringen.

Das Referendumskomitee hält es auch für fragwürdig, ob der geplante Kreisel Feldlistich-/Feldlistrasse dem zu erwartenden zukünftigen Verkehr gerecht werde. Überdies blockiere die neue Bushaltestelle den Radweg und zwinge Velofahrer zu gefährlichen Ausweichmanöver. «Es ist weltfremd und geradezu utopisch, dass der Bürger durch den Stadtrat auf das Velo umerzogen werden soll», moniert Rechsteiner. Abgesehen davon gebe es ja bereits südlich und nördlich der St. Gallerstrasse Radwege.

Bis vor das Bundesgericht

Marco Kläui, Mitglied im Ausschuss des Komitees Jona-Center-Stopp, sagt, die Stadt habe es schlicht unterlassen, mit den Eigentümern, die Land für das Strassenprojekt abgeben müssten, das Gespräch zu suchen: «Die Enteignungsverfahren dürften die Realisierung dieses Projektes wegen langwieriger Prozesse beträchtlich in die Länge ziehen.» Zu rechnen sei damit, dass die Verfahren bis vor das Bundesgericht gezogen werden. Kläui bezeichnet den Umstand, dass sein Auto-Center am Kramenweg nicht namentlich in der Abstimmungsbroschüre erwähnt wird, als Affront: Er müsse immerhin hundert Quadratmeter Land für die Strassensanierung opfern. Kläui kritisiert, dass die Stadt zwei Trottoirs einplane, wo doch kaum ein Mensch der St. Gallerstrasse entlangspaziere: «Ein Gehsteig hätte ausgereicht. Zudem ist es sinnlos, dass Bäume gepflanzt werden sollen. Denn just wegen dieser Bäume fehlt der Platz für eine dritte Fahrspur für den Bus.»

Die Forderung des Komitees: «Die Strassenvorlage muss von Stadt und Kanton überarbeitet werden.» Das vorliegende Projekt überzeuge nicht und bringe ausser Kosten nichts. Die Anbindung des Südquartiers werde zwar als Problem vom Stadtrat erkannt, doch seien keine Lösungsansätze vorhanden. Mit viel Steuergeld werde die Türe für ein Renditeobjekt geöffnet, ohne dass der Bürger einen Gegenwert erhalte. Das Komitee fordert vom Stadtrat, eine aufeinander abgestimmte Verkehrs-, Zonen- und Raumplanung zu erarbeiten. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 27.02.2017, 17:38 Uhr

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