«Improve the state of the world» - den Zustand der Welt zu verbessern, nichts weniger hat sich das WEF in diesem Jahr in Davos auf die Fahnen geschrieben. Angesichts von Herausforderungen wie der Bewältigung einer globalen Wirtschafts- und Finanzkrise und der Suche nach neuen Finanzmarktregeln scheint das angemessen. Derzeit können die Ziele wohl nicht zu hoch gesteckt sein. Aber das Scheitern, mindestens in Davos, ist damit ebenso vorprogrammiert. Statt sich auf das Mach- und Erreichbare zu beschränken, etwa wie das Verhältnis von Staat und Wirtschaft in Zukunft neu gestaltet werden soll, wird in Davos einmal mehr nach den Sternen gegriffen.
Immerhin lässt es das hochtrabende Konferenzmotto zu, dass sich möglichst viele Teilnehmer - inklusive der Kritiker am Public Eye of Davos - unter einem gemeinsamen Dach wiederfinden und am gleichen Strick ziehen können. Wer ist schon gegen eine Verbesserung der Welt. Nach aussen wird so in Davos das Bild einer künstlichen Harmonie vermittelt, die nach innen auf dem kleinsten gemeinsamen Nenner beruht und in den tausend Detailfragen, insbesondere im Bereich der Neuordnung der Finanzindustrie, schnell wieder auseinanderzufallen droht. Konkrete Pläne lassen sich unter solchen wackligen Prämissen nur schwer erstellen und umsetzen. So wird die Welt, mindestens die Finanzwelt, auch nach dem Ende des diesjährigen WEF-Gipfels in keinem helleren Licht erstrahlen als zuvor. Es genügt, wenn der Schatten, der auf sie fällt, dank Davos etwas kleiner werden sollte.
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