Winterdienst

Nur wenige Gemeinden sparen beim Winterdienst

Autolenker und Fussgänger kämpfen derzeit mit schwierigen Witterungsverhältnissen. Nicht überall können schwarze Strassen garantiert werden. Priorität haben steile Strassen und Hauptverkehrsachsen.

Reduzierter Winterdienst, wie hier in Zollikon, bleibt im Bezirk Meilen eher die Ausnahme.

Reduzierter Winterdienst, wie hier in Zollikon, bleibt im Bezirk Meilen eher die Ausnahme. Bild: Patrick Gutenberg

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Die Sibirische Kälte der letzten Tage brachte den ersten Schnee an die Goldküste. Als Folge kam es auch im Bezirk Meilen zu Stau und Verspätungen – Fussgänger hatten zudem mit Ausrutschern und nassen Füssen zu kämpfen. Nichtsdestotrotz ist das rechte Seeufer gut auf die Schneefälle vorbereitet, wie eine Umfrage des ZSZ bei ausgewählten Gemeinden der Region zeigt.

Für den Strassenunterhalt zuständig ist in der Regel das Werkhofpersonal der Gemeinden. Dieses wird bei Bedarf von Privatpersonen unterstützt, wie zum Beispiel in Männedorf, Küsnacht und Zumikon. «Dabei handelt es sich meist um landwirtschaftlich tätige Personen mit geeigneten Fahrzeugen», erklärt Alexander Frei, Abteilungsleiter Infrastruktur der Gemeinde Männedorf. In Herrliberg steht auch mal die Firma Schneider Umweltservice AG aus Meilen im Einsatz.

Einsparungen diskutiert

Aufgrund des von der Gemeindeversammlung bestimmten Sparauftrages hat der Zumiker Gemeinderat die Abräumung des Schnees an den Strassenrändern ab 2015 eingestellt. In Zollikon kennt man einen reduzierten Winterdienst schon seit dem Winter 2009. Im Zusammenhang mit den Sparpaketen für das Jahr 2017 wurden in verschiedenen anderen Gemeinden ebenfalls Einsparungen beim Winterdienst diskutiert. So in Herrliberg, wo die Frage aufkam, ob die Schneeräumung privater Strassen eingestellt oder den Eigentümern verrechnet werden sollte.

«Weil in der Regel ein öffentliches Fusswegrecht besteht, wird die Gemeinde den Unterhalt weiterhin übernehmen», sagt Pius Rüdisüli, Gemeindeschreiber von Herrliberg. Private Strassen ohne öffentliche Nutzung gehörten hingegen wie bis anhin zum Verantwortungsbereich der Grundbesitzer.

In Küsnacht will man ebenfalls nichts von Einsparungen bei der Schneeräumung wissen, wie Catrina Erb Pola, Gemeindeschreiberin von Küsnacht, bestätigt. Auch in Männedorf sei der Winterdienst nicht Teil vom Sparpaket, sagt Alexander Frei. «Wir verfügen nicht über weniger Personal und haben keine Reduktion an geräumten Strassen verglichen mit den Vorjahren.»

Schwarze Strassen könnten dennoch nicht zu jeder Zeit garantiert werden, sind sich die Verantwortlichen einig. In welcher Reihenfolge der Schneepflug zum Einsatz kommt, entscheiden die Werkhofmitarbeiter der einzelnen Gemeinden.

Steile Strassen stärker salzen

Buslinien, Hauptverkehrsachsen und steile Strassen haben bei der Routenplanung Priorität. «Steile Strassen salzen wir stärker als flache», sagt Rüdisüli. Nicht alle Einwohner seien darüber erfreut: «Einige wollen, dass der Schnee liegen bleibt, damit man schlitteln kann, während vor allem Autofahrer auf geräumten Strassen bestehen.» Hier gelte es einen Kompromiss zu finden. Etwa alle fünf Jahre komme es zudem vor, dass jemand hinfalle und sich einen Knochen breche. «Dann gibt es manchmal Beschwerden», sagt Rüdisüli.

Verständnisvoller sind die Einwohner in Küsnacht. «Reklamationen sind mir diesen Winter noch keine zu Ohren gekommen», sagt Erb Pola. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 09.01.2017, 18:17 Uhr

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