Uetikon

Neuer Anlauf für Überbauung einer attraktiven Wiese

Zwischen dem Bahnhof Uetikon und dem Siedlungszentrum der Gemeinde liegt die Birchweid. Die Eigentümer wollen dort Wohnungen bauen. Ein neuer Gestaltungsplan bringt die Anliegen der Gemeinde an dieser zentralen Lage ein.

In der Birchweid in Uetikon könnten rund hundert Wohnungen entstehen.

In der Birchweid in Uetikon könnten rund hundert Wohnungen entstehen. Bild: Michael Trost

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Birken sind keine zu sehen, und eine Viehweide ist sie auch nicht mehr, die Birchweid in Uetikon. Glockengebimmel und Mistgeruch könnten zu Beschwerden führen, denn die ebene Wiese in der grossen Kurve der Bergstrasse gleich oberhalb des Bahnhofs ist weitgehend von Wohnbauten umgeben. Planerisch liegt sie selbst ebenfalls in der Wohnzone, ist also zur Überbauung vorgesehen. Sie liegt nicht nur nahe bei der S-Bahn, sondern auch bei den Uetiker Schulen und auch bei der neuen Mittelschule, die unten am Ufer des Zürichsees entstehen wird.

Das Birchweid-Areal ist in Privatbesitz, und die Eigentümer wollen es überbauen. Es steht unter Gestaltungsplanpflicht, Damit nimmt die Gemeinde mehr Einfluss auf eine Überbauung als in einer normalen Bauzone. Dies, weil die Wiese unterhalb des Kirchhügels liegt und nahe beim alten Siedlungskern Langenbaum und somit eine Überbauung viel Einfluss auf das vertraute Ortsbild hat.

Der momentan rechtsgültige Gestaltungsplan für die Birchweid wurde 1990 festgesetzt. Heute baut man Siedlungen anders, darum will der Uetiker Gemeinderat den Zonenplan so revidieren, dass ein modernerer Gestaltungsplan möglich wird.

Die detaillierten Unterlagen dazu kann jedermann im Gemeindehaus (zu den Bürozeiten) anschauen; bis 12. Mai kann man Einwendungen dazu machen. Nach dem Auflage- und Anhörungsverfahren wird die Gemeindeversammlung vom kommenden 4. Dezember über die Teilrevision des Zonenplans und über den Gestaltungsplan entscheiden.

Fünf Baubereiche

Der Plan sieht auf der Birchweid fünf Baubereiche vor, die nach aktuellem Stand total knapp über 100 Wohneinheiten unterschiedlicher Grösse enthalten und damit rund 300 Bewohner aufnehmen. Die Lösung wurde ausgewählt aus verschiedenen Bebauungs-Szenarien, welche die Dahinden Heim Architekten AG aus Winterthur entwickelt hat.

Das Konzept mit den fünf Baugruppen stelle «eine Abkehr von der heute oft gesehenen flächigen Zeilen- und Einzelbauweise dar», schreiben die Planer vom Büro Suter, von Känel, Wild AG in Zürich, «hin zu einem vielfältig gestalteten Ortsbau-Ensemble». Siedlungszeilen der angesprochenen verbreiteten Art stehen in der Nachbarschaft der Birchweid, an der Gseckstrasse.

Meistbegangener Fussweg

Die unterirdischen 135 Auto-Abstellplätze erreichen die Bewohner der Birchweid über eine Einfahrt von Süden, direkt von der Bergstrasse her. Oberirdisch sind nur Notzufahrten vorgesehen, beispielsweise für Unterhaltsarbeiten.

Damit quert wie im jetzt gültigen Gestaltungsplan nur wenig Verkehr den Rankweg, der die Verbindung vom Bahnhof nach Uetikon Grossdorf und Uetikon Kleindorf ist – der meistbegangenen Fussweg in der Gemeinde.

Der Obstgarten westlich des Rankwegs (Parzelle 3881 im Plan links) bliebe im vorgesehenen Gestaltungsplan unbebaut, ebenso die Rebparzellen oberhalb der Bergstrasse. Der Gemeinderat wirkte in den Verhandlungen darauf hin, dass im Westteil des Areals, angrenzend an Kernzone und nahe beim Kirchenhügel, weniger Baumasse zu stehen kommt, dafür mehr im Ostteil. Dort, an der Bergstrasse, sind die Neubauten umsomehr auf Lärmschutz ausgelegt. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 17.03.2017, 17:37 Uhr

Der Umfang des neuen Gestaltungsplans.

Birchweid-Planung

Lange Vorgeschichte

Der Gestaltungsplan Birchweid, den der Gemeinderat Uetikon jetzt anstrebt, hat einen wesentlich kleineren Perimeter als der ursprüngliche Gestaltungsplan Birchweid-Gseck, der nach einer Initiative aus der Bevölkerung 1990 in Kraft trat. Im Ostteil, im Gseck, wurde der öffentliche Gestaltungsplan im Jahr 2009 durch einen privaten ersetzt.

Der verbliebene Westteil sollte 2013 neu zoniert werden. Die Gemeindeversammlung lehnte das aber ab, vor allem weil für die noch unbebaute Wiese eine höhere Ausnützung vorgesehen war (Aufzonung von W1.7 in W2.3).

Der neue Gestaltungsplan soll nur noch für die bisher unbebauten Parzellen (im Plan links rot eingefärbt) gelten. Für den Ortsbildschutz im bereits überbauten Teil (grün) des bisherigen Perimeters genügen nach Ansicht des Gemeinderats die Vorschriften der Kernzone. Die Gemeindeversammung entscheidet am 4. Dezember. (uk)

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