Männedorf

Für Skitalent Yannick Dobler war Kasachstan eine Reise wert

Im Schatten der Ski-WM hat in Kasachstan die 28. Winter-Universiade stattgefunden. Mit dabei war der Männedörfler Skirennfahrer Yannick Dobler, der in Zentralasien einige nicht alltägliche Erfahrungen sammelte.

In der Kombination erreichte Yannik Dobler mit dem 11. Platz sein bestes Ergebnis an der Winter-Universiade.

In der Kombination erreichte Yannik Dobler mit dem 11. Platz sein bestes Ergebnis an der Winter-Universiade. Bild: zvg / Maria Schmid, SHSV

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Die Reise nach Almaty verging für Yannick Dobler nicht wie im ­Fluge. Geschlagene acht Stunden lang sass er via Moskau im Flieger, ehe er Boden in Kasachstan betrat. «Fünf Zeitzonen überflogen wir, also stand ich nach kurzer Nacht früh auf, um den Jetlag zu vermeiden», schildert der 19-jährige Männedörfler die ersten Stunden nach der Ankunft im Athletendorf, das zehn Tage lang rund 2500 Sportler aus 55 Nationen beherbergte. «Es war alles sehr gut organisiert, ich fühlte mich wohl.»

Der Ski-alpin-Fahrer teilte seine Unterkunft mit einer Handvoll Teamkollegen aus der 37-köpfigen Delegation, die der Schweizerische Hochschulsportverband für Almaty selektioniert hatte. Auch Schweizer Snowboarder, Langläufer, Curling-Spielerinnen, Freestyler und ein Eiskunstläufer bestritten die alle zwei Jahre stattfindende Winter-Universiade, an der einzig an ­Universitäten eingeschriebene Sportler startberechtigt sind.

Schweiz holte fünf Medaillen

Die Universiade finde in der Schweiz nur wenig Beachtung, obwohl die Schweizer Delegation regelmässig Spitzenresultate erreiche, bedauert Dobler. «Auch in Almaty gewannen wir fünf Medaillen.» Vor Ort hat es an Unterstützung aber nicht gemangelt. Er schildert, wie Tausende von Fans an der Eröffnungsfeier den Einzug der Nationen beklatschten, wie er Autogrammwünsche erfüllte und wie gut besucht die einzelnen Wettbewerbe waren.

Zu den alpinen Skirennen führte eine rund einstündige Fahrt hinauf ins Skigebiet Schimbulak. Dobler startete in allen Disziplinen. Sein bestes Resultat gelang ihm mit Rang 11 in der Kombination. «Einen Spitzenrang vergab ich im Super-G», sagt er, er hadert noch mit sich selber. «Ich fuhr den Zielhang zu direkt an und musste korrigieren.» Er sei mit der drittbesten Zwischenzeit unterwegs gewesen und habe die Chance auf eine Medaille ­vergeben.

Das Skigebiet lag auf rund 3000 m ü. M. Was Dobler am Ende des Tages erwartete, war nicht schön. «Oben war es meist wolkenlos. doch unten im Tal hielt eine Smog-Glocke Almaty im Würgegriff», sagt er. Dorthin zurückzukehren, sei eine Qual gewesen. Die Luftverschmutzung wegen der Abgase in der 1,7-Millionen-Metropole beschäftigt in der Tat die Klimaforscher. Kein Ruhmesblatt ist es auch, dass Almaty Bewerberstadt für die «richtigen» Olympischen Spiele 2022 gewesen war und acht von 14 geforderten Sportstätten für viel Geld aus dem Boden stampfte.

Das Internationale Olympische Komitee vergab die Spiele vor zwei Jahren aber an Peking und kam dort vom Regen in die Traufe, zumindest was den Smog betrifft. Die Durchführung der Universiade blieb für das vom Wirtschaftswachstum nicht eben begünstigte Almaty nur ein schwacher Trostpreis.

Sport kommt vor Bachelor

«Kasachstan war eine Reise wert», fasst Yannick Dobler seine Erlebnisse zusammen. Mit dem Fernstudium in Wirtschaft am Studienzentrum in Pfäffikon SZ lässt er sich Zeit. «Ich kann den Bachelor auch in viereinhalb Jahren statt in drei Jahren machen.» Priorität hat für ihn der Skisport. Der Allrounder, der sich vorstellen kann, auf die technischen Disziplinen Slalom und Riesenslalom zu setzen, gehört dem nationalen Leistungszentrum Ost von Swiss-Ski an. Sein nächstes Ziel ist die Aufnahme ins C-Kader, gleichbedeutend mit der Startberechtigung in den FIS-Europacuprennen. Der Männedörfler Unterländer vom Skiclub Obersaxen will Fuss in der nationalen Elite fassen. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 14.02.2017, 16:29 Uhr

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