Oetwil

Ein Glashaus für die Eisenbahn

Ein Unterstand aus Glas schützt die beiden restaurierten Güterwagen des Museums Holzhausen vor dem Wetter. Zum Einweihungsfest erschien sogar Regierungsrat Ernst Stocker.

Ein Bau, in dem die Eisenbahnwagen zur Geltung kommen: Das Glashaus schützt die Wagen vor dem Wetter, schirmt sie aber nicht von den Besuchern ab.

Ein Bau, in dem die Eisenbahnwagen zur Geltung kommen: Das Glashaus schützt die Wagen vor dem Wetter, schirmt sie aber nicht von den Besuchern ab. Bild: Michael Trost

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Sie sind fast gleich alt und beide bereits ausrangiert: Der Güterwagen L53 der Wetzikon-Meilen-Bahn wurde 1903 gebaut, derje­nige der Linie Uster–Oetwil mit Kennzeichen K41, der als Viehtransporter eingesetzt wurde, hat Baujahr 1909. Sie verkehrten kaum ein halbes Jahrhundert auf dem Schienennetz des Zürcher Oberlands. 1950 wurden beide ­Linien aufgehoben. Dar­auf folgte die Umstellung auf den Autobusbetrieb der heutigen VZO. Der Weiler Holzhusen war gar eine Station der Wetzikon-Meilen-Bahn gewesen.

Während nun der L53 schon seit fünf Jahren dem Museum Holzhausen gehört, ist der K41 erst im April 2015 im Hombrechtiker Ortsteil Im Lätt gefunden und aus dem Dickicht ausgegraben worden. «Er war total überwuchert und kaum als Eisenbahnwagen erkennbar», erzählt Kurator Jörg Schenkel. Der pensionierte Maler hat mit einem Freund und mithilfe von Lehrlingen aus örtlichen Handwerksbetrieben den Wagen originalgetreu renoviert. «Alles in Freiwilligenarbeit», wie Schenkel betont.

Das Material finanzierte der 84-jährige Unternehmer Jakob Grimm, auf dessen Grundstück in Holz­husen auch das von ihm unterstützte Museum steht. Es ist erst vor zehn Jahren unter der Leitung von Jörg Schenkel eingerichtet worden und widmet sich nebst der einstigen Eisenbahngeschichte des Zürcher Oberlands auch der hiesigen Landwirtschaft und dem Weinbau.

Blick bis zum Greifensee

Um die beiden im Freien ste­henden Bahnwagen vor Regen, Sonne und Kälte zu schützen, hat der Männe­dörfler ­Ueli Kübler mit seinem Architekturbüro Fontana & Partner AG einen idealen Witterungsschutz erstellt. Auf drei Seiten besteht der Unterstand aus Glas, eine Wand dient als Zugang. Vom Glashüsli, wie Kübler sein Werk am Samstag den eingeladenen 150 Gästen an der Einweihungsfeier vorstellte, reicht der Blick gar bis zum Greifensee.

Spass habe der Auftrag ihm ­gemacht, erzählte Kübler, wollte er doch die liebevoll restaurierten Wagen mit seiner Glas­kons­truk­tion so zur Geltung bringen, dass sie bereits von Weitem sichtbar seien. Vier Monate haben die Arbeiten am Neubau gedauert; die Rechnung bezahlt hat wiederum Jakob Grimm, der auch zum Fest eingeladen hat.

Beeindruckt zeigte sich auch Regierungsrat Ernst Stocker (SVP), der nicht in offizieller Mission, sondern als guter Freund des Gast­gebers nach Oetwil gekommen ist. «Wir kennen uns schon ewig lange», sagte Stocker, während er und seine Frau sich den Güter­wagen im Innern anschauten. Als Finanzdirektor finde er es lobenswert, dass es Menschen gäbe wie «de Köbi», der sein Geld nicht auf der Bank horte, sondern in solche Projekte investiere und damit die Allgemeinheit daran teil­haben liesse. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 01.08.2016, 15:48 Uhr

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