Hütten/Schönenberg

Was die kirchliche Heirat im Berg bringt

Was können Reformierte in Hütten und Schönenberg von einer Verschmelzung ihrer Kirchgemeinden erwarten? An einem Infoabend in Hüttengaben Kirchenpfleger und Pfarrer dazu Auskunft. Im Publikum blieb die Fusion unbestritten.

Nach der Verschmelzung der Kirchgemeinden von Hütten und Schönenberg gibt es für die Trauungen ab dem 4. Dezember einen gemeinsamen reformierten Pfarrer.

Nach der Verschmelzung der Kirchgemeinden von Hütten und Schönenberg gibt es für die Trauungen ab dem 4. Dezember einen gemeinsamen reformierten Pfarrer. Bild: Symbolbild/Keystone

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Für Schönenberg und Hütten wird es ab 2018 nur noch einen gemeinsamen reformierten Pfarrer und noch ein reformiertes Pfarrhaus in Schönenberg geben. Und zum Sonntagsgottesdienst müssen die Kirchgänger dann manchmal in den Nachbarort reisen. Jedenfalls dann, wenn die reformierten Kirchgemeindeversammlungen von Hütten und Schönenberg am

4. Dezember dem Zusammenschluss zustimmen.

Gleichwohl bliebe die Kirche weiterhin buchstäblich im Dorf – und zwar in Hütten wie in Schönenberg –, wie Kirchenpfleger und Pfarrer beider Kirchen am Donnerstag an einem Infoabend in der reformierten Kirche Hütten deutlich machten. Vor rund 50 Interessierten präsentierte dort die Steuerungsgruppe das Konzept der Fusion, wie es zuvor von drei Arbeitsgruppen beider Kirchgemeinden erarbeitet worden war. In beiden Gotteshäusern werden demnach weiterhin Sonntagsgottesdienste stattfinden, wie Pfarrer Thomas Villwock aus Schönenberg ausführte. Und zwar alle 14 Tage zeitlich unmittelbar nacheinander in Hütten und Schönenberg und alternierend dazu an den andern Sonntagen jeweils nur im einen oder dem anderen Gotteshaus. Versuchsweise könnte der Sonntagsgottesdienst dann einmal pro Monat auch auf den Samstag vorverlegt werden.

Mal hier, mal dort

Die 100-Prozent-Pfarrstelle über­­nimmt Thomas Villwock. Sein Amtskollege Werner Wagner aus Hütten wird Ende März 2017 pensioniert, sodass in Hütten eine befristete Übergangslösung getroffen werden muss. In der siebenköpfigen neuen Kirchenpflege, die im November 2017 gewählt wird, sollen beide Gemeinden «angemessen» vertreten sein.

Befreundet und benachbart

«Uns fällt der Zusammenschluss nicht schwer, zumal wir bisher schon benachbart und befreundet waren», meinte Pfarrer Wagner. Und auch Schönenbergs Kirchenpräsident Max Hohl zeigte sich überzeugt, dass die beiden ländlichen Kirchgemeinden «mit ganz ähnlicher und halt doch auch etwas verschiedener Kultur zu einer gemeinsamen Identität» fänden.

Dass damit aber keineswegs ein Einebnen von Besonderheiten oder gar der Verzicht auf Traditionen und gutnachbarliche Beziehungen zu den Reformierten in Hirzel gemeint sind, wurde mehrfach betont. In Hütten soll zum Beispiel am Neujahrs- und an einem jährlichen Laiengottesdienst, in Schönenberg beispielsweise an der Friedhofsweihnacht festgehalten werden. Keineswegs verabschieden will man sich zudem von den diversen ökumenischen Gottesdiensten und den Veranstaltungen des Forums über den Berg.

Teilweise neu strukturiert werden der kirchliche Unterricht und die Jugendarbeit. Kinder bis zur 4. Klasse werden möglichst in ihrem Wohnort unterrichtet, Jugendliche vom 6. und 7. Schuljahr jeweils zusammen am gleichen Ort. Konfirmanden besuchen abwechselnd in Hütten und Schönenberg die gleiche Klasse, werden aber in ihrer jeweiligen Dorfkirche konfirmiert.

«Ein Krötchen schlucken»

Für die Fusion müssen die Reformierten in Schönenberg «ein Krötchen schlucken», räumte der Hüttner Kirchenkassier, Ugo Kappenberger, ein. Nämlich eine Steuererhöhung um einen Punkt auf 14 Prozent – und damit auf das heutige Niveau von Hütten.

Basierend auf den Einnahmen der beiden Kirchenhaushalte von 2015 von total 370000 Franken, rechnet Kappenberger mit einem Defizit von 8000 Franken für 2018. Der wenn auch kleine Verlust bedinge aber, dass man Synergien rigoros nutze und die Landeskirche einen in Aussicht gestellten Finanzausgleich von 120 000 Franken leiste. Gemäss Kappenberger soll das nicht mehr benötigte Pfarrhaus von Hütten für anderweitige Zwecke vermietet werden. Keine Ver-änderung gibt es bei den beiden Kirchenstuben, das Sekretariat aber kommt neu nach Hütten. Im Publikum regte sich keinerlei Opposition gegen die Fusion.

Hüttens Gemeindepräsidentin Verena Dressler erkundigte sich, weshalb man das Geschäft nicht mit einer Urnenabstimmung breiter abstütze. Weil es dafür gar keine rechtliche Grundlage gebe, meinte Max Hohl. Deshalb habe man die Diskussion bewusst und transparent an den Kirchgemeindeversammlungen geführt sowie in den Arbeitsgruppen, die allen Kirchenmitgliedern offenstanden. Hohl erläuterte auch, weshalb eine weitergehende Fusion unter Einbezug von Wädenswil und Richterswil im Rahmen des Prozesses Kirchgemeindeplus nicht weiterverfolgt wurde. Weil die Bereitschaft dazu in beiden Seegemeinden gefehlt habe. ()

Erstellt: 21.11.2016, 10:52 Uhr

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