Horgen

Ständige Wohnungsnot im Asylbereich

Gerade noch rechtzeitig hat die Gemeinde Horgen Wohnraum für 50 Asylsuchende gefunden. Diese müssen ihre bisherige Unterkunft bis Anfang Juli verlassen. Sie kommen unter anderem im reformierten Pfarrhaus unter.

Horgen bringt Asylsuchende unter anderem im reformierten Pfarrhaus unter.

Horgen bringt Asylsuchende unter anderem im reformierten Pfarrhaus unter. Bild: Archiv ZSZ

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Nach über eineinhalbjähriger Suche hat die Gemeinde Horgen endlich neue Bleiben für alle ihre Asylsuchenden gefunden. «Nur eine Wohnung ist noch nicht zugesichert», sagt Andreas Alther, Fachbereichsleiter der Sozialen Dienste der Gemeinde Horgen.

Im Februar schien es noch, als würden 50 der insgesamt 141 Horgner Asylsuchenden Ende Juni auf der Strasse stehen. Ihre bisherige Unterkunft in einem Wohnblock an der Einsiedlerstrasse 264 wird ab Juli totalsaniert. Das Haus gehört der Allmend-Korporation. Diese hatte die Unterkunft wegen der Erneuerung nur befristet zur Verfügung gestellt.

Nicht in die Zivilschutzanlage

Die Suche gestalte sich «sehr schwer», sagte Alther im Februar gegenüber der «Zürichsee-Zeitung». Die Gemeinde habe alle grossen Immobilienverwaltungen in Horgen angeschrieben und keine einzige positive Antwort erhalten. Im schlimmsten Fall, hiess es von Seiten der Gemeinde, müssten die Flüchtlinge in die Zivilschutzanlage Heilibach neben dem See-Spital einziehen. Hier waren 2016 während fast drei Monaten 20 junge Asylsuchende platziert gewesen.

Diesen Notfallplan muss die Gemeinde zur grossen Erleichterung von Andreas Alther jetzt nicht in die Tat umsetzen.

Weiterer Umzug nötig

Die Flüchtlinge sind zum grossen Teil in auf dem Markt angebotenen Wohnungen untergebracht, welche die Gemeinde Horgen für sie mietet. Auch die Kirche hat Hand geboten: Nach einer Anfrage der Gemeinde kommen neun junge Männer im leerstehenden Pfarrhaus der reformierten Kirche an der Rütelerstrasse unter. «Einige der Asylsuchenden müssen jetzt in grösseren Wohneinheiten zusammenleben als vorher», sagt Andreas Alther, «wir können es nicht allen Recht machen». Die neue Situation sei aber sicher «keine Verschlechterung». Klagen darüber seien ihm bisher nicht zu Ohren gekommen. So gut die Lösung auch scheint: von Dauer ist sie nicht. Denn die Kirche vermietet das Pfarrhaus laut Auskunft von Kirchenpfleger Beat Müller vorerst nur bis Ende Jahr. Bis dahin, so hofft die Gemeinde Horgen, wird die neue Unterkunft an der Seestrasse 210 nahe der Fährstation fertig saniert und erweitert sein.

Auch Thalwil sucht

Die Suche nach Wohnungen für Asylsuchende ist auch in anderen Gemeinden des Bezirks Horgen ein Thema.

Die Gemeinde Thalwil beispielsweise beherbergt momentan 123 Asylsuchende. Sie unterscheidet zwar nicht zwischen Asyl- und Notwohnungen und macht «kein spezifisches Asylunterbringungsproblem» aus, wie Daniela Brusa, Leiterin des Dienstleistungszentrum Soziales, auf Anfrage der «Zürichsee-Zeitung» sagt. Auf der Suche nach geeignetem Wohnraum ist sie trotzdem.

Thalwil bringt Asylsuchende sowohl in gemeindeeigenen Liegenschaften unter – beispielsweise im alten und neuen Bürgerheim – als auch in von der Gemeinde gemieteten privaten Wohnungen. Zum Beispiel in der ehemaligen Arbeitersiedlung Breiteli. Und für die Bewohner dieser Asyl- und Notwohnungen muss die Gemeinde eine neue Bleibe finden, wird doch ein Teil des Breiteli ab Herbst 2018 abgerissen und neu gebaut.

Kein Austausch vorgesehen

Über genügend Unterkünfte verfügt zur Zeit die Stadt Wädenswil. Sie beherbergt 151 Asylsuchende. Solche aus einer anderen Gemeinde zu übernehmen, ist für die Stadt aber kein Thema. Die stellvertretende Stadtschreiberin Esther Ramirez sagt: «Wir können ja nicht einfach nur Unterkünfte untervermieten, wir müssten uns auch um die Bewohner kümmern können.» (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 19.06.2017, 17:40 Uhr

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