Horgen

Rasende Mini-Reporter berichten live aus dem Schulhaus

Eine kleine Metropole erwachte für eine Woche im Schulhaus Waldegg. 14 Schülerreporter berichteten über den Alltag in «Waldis-Town». Auf Recherche im Schulhaus erlebten sie, wie der Hauswart verhaftet wurde und Falschgeld in Umlauf kam.

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Zimmer 8b im Schulhaus Waldegg in Horgen ist in grossen Lettern als Newsredaktion gekennzeichnet. «Redaktionsleiterin» alias Deutschlehrerin Rebecca Berger hat ihre 14 Schützlinge Anfang Woche vorgewarnt; sie müssten damit rechnen, manchmal weggeschickt zu werden, nicht immer wolle ein Befragter einem Reporter Auskunft geben.

Das ist nicht die einzige Schwierigkeit, die bei den jungen Reportern im Alter von sieben bis neun Jahren während der Projektwoche im Schulhaus Waldegg auftauchte. Kaum schreiben gelernt, erhielten sie die anspruchsvolle Aufgabe, über das Stadtleben in der Fantasiestadt Waldis-Town zu berichten.

An diesem Donnerstagmorgen beim Besuch der «Zürichsee-Zeitung» verfassen sie den Rückblick der Projektwoche. Was ist in der Stadt mit 381 Bewohnern der Schulhäuser Waldegg und Horgenberg passiert? So einiges.

Am Mittwoch dominierte die Wahl des Stadtpräsidenten die Schlagzeilen. Mit dem Projekt, Waldis-Town dank einer Paintball-Arena «great again» zu machen, brachte Kandidat Arijan die grosse Mehrheit der Stimmen hinter sich, steht im «Waldis-Town-Anzeiger».

Skandal in Waldis-Town

Die Polizisten der Mini-Metropole im Schulhaus Waldegg sahen sich mit gleich zwei Verbrechen konfrontiert. An vorderster Front mit dabei: die Newsredaktoren. Vier der Reporter erlebten direkt vor Ort, wie die Geldfälscher in flagranti geschnappt und eingebuchtet wurden.

«Ich könnte mir schon vorstellen, Journalist zu werden, aber erst, wenn ich alt bin.»Tenga Emjee, Schüler

Dem Falschgeldskandal folgte der zweite gleich auf dem Fusse, als der Hauswart dabei erwischt wurde, wie er eine Halskette stibitzen wollte. Reporterin Nikolina Terzic konnte Fotos schiessen, als der Dieb ins Gefängnis gesperrt wurde. Verurteilt wurde er nach zehnminütiger Untersuchungshaft schliesslich zu einem Schulhausputz im Alleingang. Die Story, dass die Waldis-Dollar Konkurrenz bekamen, wird die Frontgeschichte des grossen Wochenrückblicks. Angelina Winiger tippt Titelvorschläge in den Computer, dabei liegt sie leger auf dem Fenstersims, umringt von ihrem Team. Ein zweites Grüppchen kämpft indes mit Notizen vom Besuch in der Handwerkerstube; eine drittes reflektiert die Frage, wie denn nun dieses Ding heisst, mit dem man den Blutdruck messen kann; ein viertes versucht den Computer endlich zum Laufen zu bringen.

Berufswahl Journalismus

«Frau Berger!», schallt es im Minutentakt durch die Newsredaktion. Die Gerufene muss Brände löschen, links und rechts. In wenigen Stunden steht die Deadline des Wochenrückblicks an.

Der heutige intensive Schreibtag schreckt die Schülerschar aber nicht davon ab, in Zukunft diesen Beruf zu ergreifen. Fast alle bejahen die Frage, ob sie sich vorstellen könnten, Journalisten zu werden – doch mit Einschränkungen. Angelina Winiger sieht sich im Journalismus, aber: «Nicht unbedingt schreibend, eher im Fernsehen», sagt sie. Tenga Emjee relativiert die Begeisterung für den Beruf mit den Worten: «Vielleicht, aber noch nicht jetzt, erst wenn ich alt bin, wenn ich dreissig bin», sagt er. Zuerst sieht er sich als Youtube-Star. Die Weichen dafür sind schon gelegt, betreibt er doch einen eigenen Game-Kanal. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 19.05.2017, 12:06 Uhr

Projektwoche Waldis-Town

In der Fantasiestadt Waldis-Town im Schulhaus Waldegg simulieren noch bis heute Freitag 381 Horgner Primarschüler den Alltag in einer Stadt. Die Bevölkerung setzt sich aus Kindergärtlern und Erst- bis Sechstklässler der Schuleinheiten Waldegg und Horgenberg zusammen. Sie führten während einer Woche Berufe von A wie Apotheker bis Z wie Zoowärter aus. Während die Bäcker Brötchen für die Znüni-Pause buken, trugen die Pöstler Briefe aus, Apotheker lernten Medikamente und Messgeräte beim Besuch eines Sanitätswagens kennen, Feuerwehrleute meisterten Parcours und Polizisten verhafteten Verbrecher. ­Ihnen allen wurde ein Salär für ihre Leistung ausbezahlt.
Heute endet das Projekt mit einem Jahrmarkt, an dem sie mit den verdienten Waldis einkaufen können, zum Beispiel Werke von der Schneiderei, Kunstwerkstatt oder Schreinerei. (aes)

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