Horgen

Parteien unterstützen die Gemeindefusion

Alle befragten Horgner Parteien sehen der Fusion der Gemeinden Horgen und Hirzel mit Wohlwollen entgegen. Trotz drohenden Steuererhöhungen tendiert die Mehrheit der Parteien zu einem klaren Ja zum Fusionsvertrag.

Trotz Steuererhöhung befürworten die Horgner Politiker die Fusion mit Hirzel

Trotz Steuererhöhung befürworten die Horgner Politiker die Fusion mit Hirzel Bild: Google Earth

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Die Horgner Parteien haben zwar noch keine offizielle Parole zur Abstimmung über die Eingemeindung am 25. September gefasst, doch bereits jetzt zeichnet sich eine Tendenz ab: Die Horgner Parteien stehen hinter dem Fusionsvertrag. Die geschätzte Steuererhöhung von etwa 3 Prozent der erweiterten Politischen Gemeinde Horgen steht bei den Über­legungen nicht im Vordergrund. Sie führen andere Gründe für eine Fusion an. Der Ortspräsident der SVP Horgen, Armin Moser, ­betont, dass die Fusion staats­politisch wichtig sei. So könne die Gemeinde Horgen mitbestimmen, was mit den Steuergeldern im Hirzel geschehe, statt nur in den Finanzausgleich einzahlen.Auch Walter Leuthold, Bezirkspräsident der SVP Horgen, spricht sich für die Fusion aus mit dem Argu­ment, dass es immer schwieriger werde, Mitglieder für Exe­kutivbehörden zu finden. Immer weniger Leute seien bereit, sich für eine solch zeitintensive Auf­gabe aufzuopfern — insbesondere in kleinen Gemeinden.

Der Horgner Gemeindepräsident Theo Leuthold sagt, er verstehe einige Vorbehalte der Stimmberechtigten, denn alles Neue wirke zuerst einmal bedrohlich. Auch dass die Horgner Tagesschulstruktur nicht dem Bedürfnis aller Hirzler entspreche, könne er nachvollziehen. Doch es gebe grundsätzlich kein System, das nur Vor- oder Nachteile habe. Der Gemeinderat ­Horgen stehe klar hinter dem Fusions­vertrag.

Matthias Herfeldt, Horgner Präsident der Grünen, spricht von grossen Sympathien für den Zusammenschluss und streicht ebenfalls die staatspolitischen Gründe hervor. «Die Eingemeindung ist eine solidarische und visio­näre Entscheidung. Grös­sere Gemeinden können Dienstleistungen für ihre Bürger effi­zienter erbringen; davon profitieren letztlich alle Bürger», sagt Herfeldt. Die vergrösserte Gemeinde könne künftig eine Vorbildfunktion einnehmen.

Auch die SP Horgen unterstützt die Eingemeindung, bestätigt Präsident Alfred Fritschi. «Eine Fusion mit Horgen als Zen­trum macht Sinn, um eine so­lide Entwicklung von Gemeindediensten zu gewährleisten», sagt Fritschi. Sonst würde ein drastischer Abbau von Dienstleistungen im Hirzel erfolgen.

Noch unentschieden in ihrer Haltung sind die FDP und CVP Horgen. Sie wünschen sich laut den Parteipräsidenten Adrian Moser (CVP) und Kaspar Huggenberg (FDP) mehr Transparenz — insbesondere in finanzpolitischen Belangen. Davor möchten die Parteien noch ­keine Parole festlegen. Ein Zusammenschluss zum Nulltarif könne nicht erreicht werden, schreibt die CVP in einer Medienmitteilung, und es gebe noch Unsicherheitsfaktoren. Ähnlich klingt es bei der FDP: «Wir erwarten eine transparente Einschätzung der Chancen und Risiken für die ­Gemeinde Horgen, die weiter reicht als bis ins Jahr 2017, welches noch von den Kantonsbeiträgen von 3,3 Millionen profitiert», erklärt Huggenberg.

Dem Bergdorf Hirzel droht, in eine sich nach oben drehende Steuerspirale zu geraten. Oder drastische Sparmassnahmen folgen. Im Falle eines Zusammenschlusses zahlt der Kanton aber 3,3 Millionen Franken, um den Steuerfussunterschied abzu­fe­dern — der zweithöchste Betrag, der vom Kanton je gesprochen wurde. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 20.06.2016, 21:45 Uhr

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