Horgen / Hirzel

Kritische Fragen zur Oberstufe blieben aus

Die Angst vor einer grossen Schuleinheit nehmen, das wollte die Schule Horgen, als sie die Hirzler Bevölkerung zur Besichtigung des Oberstufenzentrums lud. Denn der Knackpunkt der Fusion von Hirzel mit Horgen ist die Sekundarschule.

Horgner Sekundarluft schnupperten diese Hirzler Schülerinnen am Dienstag und haben das Computerzimmer im Horgner Schulhaus Berghalden getestet. Im Falle einer Eingemeindung würden sie hier zur Schule gehen.

Horgner Sekundarluft schnupperten diese Hirzler Schülerinnen am Dienstag und haben das Computerzimmer im Horgner Schulhaus Berghalden getestet. Im Falle einer Eingemeindung würden sie hier zur Schule gehen. Bild: Sabine Rock

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Vier Wochen vor der Abstimmung zur Eingemeindung von Hirzel dreht sich die Diskussion vor allem um die Sekundarschule. 233 Hirzler wollen, dass die Sek im Dorf bleibt. Denn im Falle einer Eingemeindung wird sie aufgelöst. Frühestens ab Schullahr 2017/18 würden zu den etwa 450 Horgner Sekschülern etwa 55 Hirzler dazukommen.Hirzler Eltern und eine Reihe von Schülern kamen am Dienstagabend nach Horgen, um sich von der Sekundarschule Horgen ein persönliches Bild zu machen. Im Hinterkopf vielleicht der Gedanke: «Wird sich mein Kind da verloren fühlen oder bekommt es da mehr Möglichkeiten für Bildung und Sport?»

Vor dem Rundgang erhielten die rund 80 Besucher, darunter auch Behördenmitglieder und Lehrer aus beiden Gemeinden, einen Überblick über Organisation und Pädagogik des Oberstufenzentrums. Die Schulleiter Urs Keller und Fredi Augustin zeigten auf, was dazugehört, beispielsweise vier Turnhallen, drei Medienräume, Schulsozialarbeit, Pausenkiosk sowie die Zusammenarbeit mit der Pädagogischen Hochschule. Selbstverständlich gelte ein Handyverbot auf dem Schulgelände.

Anderes Schulsystem

Horgen hat das System der dreiteiligen Sek, Hirzel hingegen die gegliederte Sek. Wie die Schulleiter erläuterten, sei die gegliederte Sek eher für kleine Schulen geeignet.

«Der Systemwechsel macht manchen Eltern Sorgen», sagte die Hirzler Schulpräsidentin Silvia Hunziker Rübel (parteilos). Sie meinen, mit dem Hirzler System gebe es mehr Durchlässigkeit, die Stufe zu wechseln. «In der dreiteiligen Sek besteht genauso die Möglichkeit, zu wechseln», betonte der Lehrer Rolf Iseli. «Das Schulsystem hat nichts mit Schulerfolg zu tun», meinte er. Horgner Sek-A-Schüler fänden alle eine gute Lehrstelle und die Hälfte habe Prüfungen fürs Gymnasium und für die Berufsmittelschule bestanden.

Nach der gelungenen Selbstdarstellung der Horgner Oberstufe hätte man Fragen erwartet. Dem war nicht so. Dass keine Fragen gestellt oder Kritik öffentlich geäussert wurde, bewertete der ebenfalls anwesende Hirzler Gemeindepräsident Markus Braun (parteilos) als durchaus positiv, in dem Sinn, dass alle Zweifel ausgeräumt seien. Einzig zum Projekt Quims (Qualität in multikulturellen Schulen), wofür Horgen wegen seines hohen Anteils an fremdsprachigen Schülern, derzeit 42 Prozent, Fördermittel vom Kanton bekommt, stellte ein Hirzler eine Frage. Er wollte wissen, ob Quims, sollte der Anteil an fremdsprachigen Schülern durch den Zuzug der Hirzler unter den vorgegebenen 40-Prozent-Anteil sinken, gefährdet sei. «Quims kann auch dann noch drei Jahre weitergeführt werden», antwortete die Horgner Schulpräsidentin Elisabeth Oberholzer (FDP).

Reservierte Antworten

Im Rundgang durch die Schulhäuser Rainweg und Berghalden besichtigten zwei Hirzler Primarschülerinnen ihre eventuell künftigen Schulräume. «Wir möchten uns erst noch alles anschauen, bevor wir sagen, ob wir hier gerne zur Schule gehen wollen», meinten die beiden Mädchen reserviert. Anwesend war auch Hansjürg Perino, eine der führenden Kräfte für den Erhalt der Sek im Dorf. «Ich bin kein Gegner der Fusion, möchte aber, dass die Sek im Hirzel bleibt», sagte Perino. Eine so reiche Gemeinde sollte sich das leisten können. Einigen Knaben gefiel der Medienraum besonders gut. «Ich hätte kein Problem, in Horgen zur Schule gehen zu müssen», sagt einer.

Neben der Zukunft der Schüler interessiert auch die der Lehrer. Was würde mit den derzeit sechs Hirzler Sekundarlehrern geschehen? «Sie müssen sich genauso wie andere Lehrer auch bewerben», sagte Schulpräsidentin Oberholzer. Genug Schulräume seien auch nach dem Hirzler Zuzug vorhanden.

Gelegenheit, die Diskussion weiterzuführen, gabs am anschliessenden Apéro. «Es gibt bereits Fusionen, die gut funktionieren», sagte eine Besucherin und erwähnte den FC Horgen, bei dem viele Hirzler Jugendliche kicken und bereits Freundschaften bestehen. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 31.08.2016, 18:03 Uhr

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