Horgen / Hirzel

Hirzler Sekschüler wechseln doch nicht im Sommer nach Horgen

Der Umzug der Oberstufe Hirzel nach Horgen ist nicht aufs kommende Schuljahr zu schaffen. Die Hirzler verlieren dadurch an Mitsprache, die Horgner sehen Mehrkosten auf sich zukommen.

Hängige Rechtsverfahren blockieren den Umzug der Sekschüler von Hirzel nach Horgen.

Hängige Rechtsverfahren blockieren den Umzug der Sekschüler von Hirzel nach Horgen. Bild: Patrick Gutenberg

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Die Hirzler Sekschüler gehen nicht ab August in Horgen zur Schule. Wie die Gemeinderäte von Hirzel und Horgen mitteilen, ist der geplante Umzug der Oberstufe im Sommer 2017 zur Zeit blockiert. Grund sind die beiden hängigen Rechtsverfahren, mit denen die Interessengemeinschaft (IG) Hirzel erreichen will, dass der Fusionsvertrag mit Horgen neu verhandelt wird. Den Antrag für den Umzug nach Horgen müssten die Hirzler bis Ende Januar stellen. Da in den beiden Rechtsverfahren noch nicht einmal das erstinstanzliche Urteil vorliegt, die Rekurrenten aber auch nicht bereit sind, ihre Beschwerden zurück zu ziehen, kann die Schule den Umzugs-Antrag nicht stellen.

Erfolglose Gespräche

Zwar hat sich eine Delegation des Gemeinderats Hirzel mit der IG Hirzel und deren Rechtsberater Rainer J. Schweizer kurz vor Weihnachten an einen Tisch gesetzt. Der Hirzler Gemeindepräsident Markus Braun (parteilos) sagt: «Wir haben versucht, den Rekurrenten einen Weg aufzuzeigen, wie wir positiv weiterfahren und sie ihre Anliegen einbringen können. Diesen Weg haben sie abgelehnt, indem sie kurz darauf ihr Positionspapier veröffentlicht haben». Darin bekräftigen die Rekurrenten ihre Absicht, bis vor Bundesgericht zu kämpfen. Braun macht keinen Hehl daraus, dass sich der Gemeinderat durch das Papier vor den Kopf gestossen fühlt.

Wie sowohl der Hirzler als auch der Horgner Gemeindepräsident, Theo Leuthold (SVP), betonen, streben beide Gemeinden weiterhin den Zusammenschluss per 1. Januar 2018 an. «Auch wenn der Umsetzungszeitpunkt immer kritischer wird», sagt Braun. Beide Gemeinden würden die Arbeiten vorantreiben. «Vielleicht sagen sich die Rekurrenten nach einem deutlichen Urteil des zweitinstanzlichen Verwaltungsgerichts, dass sie aufhören. Dann müssen wir parat sein», sagt Braun.

Die paradoxe Situation, die sich abzeichnet: Sollte die Eingemeindung Hirzels in Horgen auf Anfang nächstes Jahr vollzogen werden, würden die Hirzler Sekschüler weiterhin im Hirzel zur Schule gehen. Das bedeutet: Die Horgner würden kurzzeitig zwei Oberstufen betreiben. «Das würde auch Mehrkosten bedeuten», sagt Leuthold.

Ohne Hirzler Schulpflege

Für die Hirzler würde das bedeuten: Obwohl ihre Oberstufenschüler für unbestimmte Zeit noch im Hirzel zur Schule gingen, könnten die Hirzler Behörden nichts mehr dazu sagen. Denn diese, auch die Schulpflege, würden im Fall einer fristgerechten Eingemeindung Ende Jahr aufgelöst. «Das heisst, die Horgner würden allein entscheiden, wann und wie die Hirzler Sekschüler transferiert werden», sagt Braun. Ihm bereitet dies auch darum Sorgen, weil 2018 31 Schüler in die dritte Sek kommen und in der heiklen Phase der Berufswahl stecken. 2017 sind es zwölf.

Der Zeitplan für die Eingemeindung wird generell knapp. Leuthold räumt ein, es müsse auf allen Gerichtsstufen optimal laufen, damit es noch reiche. «Darum hoffen wir auf rasche Entscheide des Bezirksrats.» Dieser steckt in einem Dilemma. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 20.01.2017, 17:20 Uhr

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