Horgen / Hirzel

Horgner wollen Klarheit über ­Kosten der Fusion

An einer weiteren Infoveranstaltung präsentierte der Horgner Gemeinderat im Schinzenhofsaal den ausgearbeiteten Zusammenschlussvertrag mit Horgen und Hirzel.

Die geplante Fusion mit Hirzel scheint den Bürgern von Horgen (Bild) nicht sonderlich unter den Nägeln zu brennen. Nur 130 Personen kamen zur Informationsveranstaltung.

Die geplante Fusion mit Hirzel scheint den Bürgern von Horgen (Bild) nicht sonderlich unter den Nägeln zu brennen. Nur 130 Personen kamen zur Informationsveranstaltung. Bild: Sabine Rock

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Rund 130 Interessierte liessen sich am Mittwochabend im Horgner Schinzenhofsaal vom Gemeinderat über den Stand der Dinge der geplanten Fusion mit Hirzel informieren. Nach dem deutlichen Ja an der Urne vom letzten November zur Weiterführung des Projekts, präsentierte der Gemeinderat den definitiven Zusammenschlussvertrag, über den die Hirzler und Horgner Stimmberechtigten am 24. September gleichzeitig abstimmen werden.

Wie sich schon am Besucheraufmarsch zeigte, ändert sich für Horgen gemäss dem 23-seitigen Zusammenschlussvertrag viel weniger als für den Hirzel, der eingemeindet werden soll. Während an der Informationsveranstaltung im Hirzel über 300 Besucher erschienen und besonders die Aufhebung der Sekundarschule zu Diskussionen Anlass gab, brannte die Fusion nur halb so vielen Horgnern unter den Nägeln. Wie Gemeindepräsident Theo Leuthold informierte, soll der Zusammenschluss im Fall einer Annahme auf den 1. Januar 2018 in Kraft treten. Dabei wird die Horgner Gemeindeordnung weiter gelten. Auch die gewählten Horgner Behörden werden bis zu den Neuwahlen 2018 ihre Arbeit fortführen, während der Gemeinderat im Hirzel auf Ende 2017 zurücktreten soll.

Streitpunkt Finanzen

Die für die Horgner wichtigen Punkte finden sich bei den Finanzen: Das Gefälle zwischen dem Horgner Steuerfuss von 87 Prozent und demjenigen von Hirzel, der bei 129 Prozent liegt, scheint riesig. Die Mehrbelastung der Horgner Rechnung bei einer Eingemeindung von Hirzel soll gemäss den Prognosen des Gemeinderats bei rund 2.1 Millionen Franken liegen.

Der Gemeinderat wurde allerdings nicht müde zu betonen, dass sich diese Zahl nicht direkt auf den Steuerfuss übertragen lasse und meinte, eine Steuererhöhung sei «nicht angesagt». So hat der Kanton auch einen Beitrag von 3,03 Millionen Franken gesprochen, um die Steuerfussunterschiede abzufedern. Auch bei den Wasser- und Abwassergebühren laute das «Preisschild» der Fusion, so Gemeindepräsident Leuthold, 8 Rappen pro m3, wobei es auch hier nicht zwingend auf eine Gebührenerhöhung hinauslaufe.

Mehr Transparenz verlangt

Um diese Kostenpunkte drehten sich auch die meisten Fragen des Publikums. Die Votanten verlangten mehr Transparenz über die finanziellen Auswirkungen. Diese will die Exekutive mit dem Weisungsheft im Juli herstellen. Darüber hinaus liessen sich die genauen Kosten zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht beziffern. Ausserdem erklärte sie auch, die Gemeinde Hirzel sei schuldenfrei, die Infrastruktur teilweise sogar in besserem Zustand als diejenige von Horgen.

Der Horgner Gemeinderat selbst wird am Montag entscheiden, welche Abstimmungsempfehlung er zuhanden der Stimmberechtigten aussprechen wird. Angesichts all dieser finanziellen Fragen appellierten einige Votanten auch an die Horgner, die Eingemeindung nicht nur von einem monetären Standpunkt zu betrachten, sondern auch eine ideelle Debatte zu führen. Einen Beitrag dazu leistete der reformierte Pfarrer Johannes Bardill zum Schluss der Informationsveranstaltung, als er meinte, bei einer Eingemeindung werde Johanna Spyri zur berühmtesten Horgnerin. Dafür erntete er Gelächter und Applaus. ()

Erstellt: 02.06.2016, 15:53 Uhr

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