Hirzel

Hirzler sammeln Unterschriften, um Fusion zu retten

Eine Gruppe von Hirzlern will nicht zusehen, wie die bereits beschlossene Fusion mit Horgen bachab geht. Sie sammelt Unterschriften, um die Fusionsgegner zur Einsicht zu zwingen.

Im Hirzel werden Unterschriften gesammelt. Befürworter der Fusion gehen damit in die Offensive.

Im Hirzel werden Unterschriften gesammelt. Befürworter der Fusion gehen damit in die Offensive. Bild: Archiv Manuela Matt

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Die Gemeindeversammlung vom vergangenen Donnerstag hat die Hirz­ler wach gerüttelt: Sie dulden nicht länger, dass ein paar wenige den Volksentscheid zur Fu­sion von Hir­zel und Hor­gen umstossen wollen. Am 25. September ­hatte sich eine deutliche Mehrheit von 80 Prozent der Hirz­ler für den Zusammenschluss mit Hor­gen ausgesprochen. Die Gegner der Fu­sion aber wollen die Abstimmung annullieren lassen. Nach der Gemeindeversammlung ­habe sich eine Gruppe von Hirz­lern spontan dazu entschlossen, den Fusionsgegnern einen offenen Brief mit möglichst vielen Unterschriften zu schreiben, sagt Chris­ta Stün­zi. «Denn wir finden es unverständlich, dass der klare Volksentscheid nicht respektiert wird.»

Sauer stösst den Fusionsbefürwortern zudem auf, dass es sich bei den Fusionsgegnern, der In­ter­es­sen­ge­mein­schaft zur Erhaltung der Sekundarschule (IG), nur um eine kleine Gruppe handelt. An der Gemeindeversammlung war von drei Personen die ­Rede. IG-Sprecher Mar­kus Frei spricht von etwa zehn Personen. Die IG wehrt sich mit einer Stimmrechtsbeschwerde, einer Beschwerde wegen Rechtsverzögerung und einer Gemeindebeschwerde gegen die Fu­sion.

Offenen Brief lanciert

In ihrem Brief fordern die Fusionsbefürworter die IG auf, ­ihre Rekurse gegen den Volksentscheid zurückzuziehen. Mit den juristischen Prozessen würde die Umsetzung der Fu­sion verzögert, was nicht nur viel Zeit und Geld koste, sondern auch höchst «unangenehme Folgen» für die Bevölkerung von Hir­zel haben werde, heisst es im Brief. «Diese Folgen wollen wir nicht tragen. Wir wollen, dass der Prozess weitergeführt wird», schreiben die Fusionsbefürworter. Der Brief endet versöhnlich: «Wir reichen Ihnen die Hand und wünschen uns, dass wir nun gemeinsam dafür arbeiten, unser Dorf­leben dauerhaft zu erhalten.»

Einige dieser unangenehmen Folgen, wenn die Fusion annulliert würde, zeigte Gemeindepräsident Markus Braun (parteilos) an der Gemeindeversammlung auf: Neben der grossen Unsicherheit auf allen Ebenen werde auch der Zeitplan durch­ein­an­der­ge­bracht, warnte er und nannte als Bei­spiel die Bil­dung. Wenn die Eingemeindung bis ­Ende Ja­nuar nicht rechtskräftig sei, könne Hor­gen die Ober­stufe nicht übernehmen, der Transfer wäre frühestens 2018 möglich, und die Hirz­ler Be­hör­den hätten keinen Einfluss mehr. Zudem seien im Schuljahr 2017/18 nur 12 Schüler vom Wechsel betroffen, im Schuljahr 2018/19 wären es 31 Schüler.

Verhindert werden könnte diese nur, wenn die Rechtsverfahren durch einen letztinstanzlichen Ent­scheid abgeschlossen seien oder – und dar­auf hoffen die Peti­tio­näre – wenn die Rekurse und Beschwerden zurückgezogen werden.

Gutes Echo

Seit vergangenem Freitag sammeln die Fusionsbefürworter Unter­schrif­ten für ihren Brief. Dies hauptsächlich mit Mund­pro­pa­ganda. Die Sammlung dauert noch bis kommenden Sonntag an. «Wir haben bereits viele positive Rückmeldungen», verrät Chris­ta Stün­zi. Genauere Angaben möchte sie zu diesem Zeitpunkt nicht machen.

Der Gemeindepräsident hält den Brief für «sehr klar, verständlich und zutreffend abgefasst». «Ich hoffe natürlich, dass diese Ak­tion etwas bewirkt und die Rechtsverfahren nun rasch beigelegt werden könne», sagt Markus Braun.

Markus Frei, der Sprecher der IG und künftiger Empfänger des Briefs, war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

(Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 12.12.2016, 17:56 Uhr

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