Horgen / Hirzel

Freude über das Ja zur Fusion

Im Hirzel sorgen das Resultat und die hohe Stimmbeteiligung an der Abstimmung zur Eingemeindung für zufriedene Reaktionen. Dass die Horgner nicht so deutlich zugestimmt haben, tut der Stimmung keinen Abbruch.

Die beiden Gemeindepräsidenten Theo Leuthold (Horgen, links) und Markus Braun (Hirzel) stossen im Horgner Gemeindehaus auf die erfolgreiche Fusion an.

Die beiden Gemeindepräsidenten Theo Leuthold (Horgen, links) und Markus Braun (Hirzel) stossen im Horgner Gemeindehaus auf die erfolgreiche Fusion an. Bild: André Springer

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Alle Parteien waren für ein Ja zur Eingemeindung von Hirzel in Horgen, die Gemeinderäte sowieso. Ebenso machten sich gleich zwei Komitees mit ehemaligen und aktiven Politikern dafür stark. Opposition war auch zu vernehmen. Im Hirzel gab der Verlust der Sekundarschule zu reden, in Horgen mögliche Folgen für die Finanzen. Doch die massive Unterstützung verfehlte ihre Wirkung nicht. Das Stimmvolk sagte deutlich Ja zur «Zweckheirat» der beiden Gemeinden.

Den eigenen Job abgeschafft

Für Markus Braun (parteilos) ist der 25. September ein Freudentag, obwohl die Hirzler Bevölkerung dafür gestimmt hat, seinen Job abzuschaffen. «Ich habe schon bei der Wahl 2014 gesagt, dass ich 2018 nicht mehr kandidieren werde», sagt der Gemeindepräsident. Im neuen Horgner Gemeinderat wird der jetzige Hirzler Gemeindepräsident also nicht vertreten sein. Markus Braun ist sehr zufrieden mit dem Resultat von 79 Prozent Ja-Stimmen und der äusserst hohen Stimmbeteiligung von ebenfalls 79 Prozent.

Ein Kränzchen windet er auch den Horgnern für die Annahme der Vorlage. Auch wenn diese weniger deutlich angenommen wurde als im Hirzel. Er vermutet, dass die tiefere Stimmbeteiligung dafür verantwortlich ist. «Aber fast 60 Prozent Ja-Stimmen sind ein gutes Resultat», hält der Hirzler Markus Braun fest.

«In Horgen sind 60 Prozent Ja-Stimmen ein gutes Resultat.»Markus Braun, Gemeindepräsident Hirzel

Nach der Aufregung um die angekündigte Schliessung der Sekundarschule im Hirzel will sich der Gemeindepräsident für eine Lösung einsetzen, die alle zufriedenstellt. «Wir hoffen, dass jetzt die Rechtsverfahren eingestellt werden», meint er. Damit spricht er auch den Stimmrechtsrekurs an, der beim Bezirksrat hängig ist. Zwar könnte dieser das Resultat noch aufheben, doch Braun rechnet nicht damit.

Einen festen Sitz im neuen Gemeinderat Horgen wird der künftige Ortsteil Hirzel übrigens nicht erhalten. Das ist schon aus rechtlichen Gründen nicht möglich. Markus Braun fordert die Hirzler darum auf, sich 2018 zur Wahl zu stellen. Wenn sie aktiv werden, sei eine Repräsentierung im Gemeinderat durchaus realistisch. Und wenn so viele Stimmbürgerinnen und Stimmbürger an die Urne gehen wie gestern, sowieso.

Ein Prophet aus Horgen

Gemeindepräsident Theo Leuthold (SVP) müsste unter die Propheten gehen. «Ich habe einmal vorausgesagt, dass 58 Prozent der Horgner Stimmbevölkerung für die Eingemeindung stimmen werden», sagt er. 59 Prozent waren es schliesslich. Der Horgner Gemeindepräsident zeigt sich «dankbar und sehr erfreut» über das Resultat und darüber, dass doch fast 1000 Stimmen Unterschied zwischen Ja und Nein lagen. Er habe gehofft, dass es nicht zu einer 51:49-Entscheidung komme. Diesen Wunsch haben ihm die Horgnerinnen und Horgner erfüllt.

Dennoch war das Ergebnis deutlich knapper als im Hirzel. Leuthold führt das auf eine offene Informationspolitik zurück. «Wir haben in der Weisung Klartext gesprochen und auch die negativen Folgen einer Eingemeindung benannt», erklärt er. Kollegen unter den Gemeindepräsidenten hätten ihm gar gesagt, dass sie nie so viel Negatives sagen würden, wenn sie eine Abstimmung gewinnen wollten. Doch für die Horgner Exekutive sei immer klar gewesen, dass man reinen Tisch machen wolle. Mit dieser Informationspolitik ist der Anteil der Ja-Sager seit der Abstimmung über die Weiterführung der Fusionsverhandlungen vor knapp einem Jahr nur leicht gesunken. Damals waren es 64 Prozent, die sich für die Verhandlungen ausgesprochen hatten.

«Wir haben Klartext gesprochen, negative Folgen benannt.»Theo Leuthold, Gemeindepräsident Horgen

Mit der Abstimmung sei ein langer Prozess zum Ende gekommen. Offen ist noch der Stimmrechtsrekurs, der die Abstimmungsresultate aufheben könnte. Theo Leuthold sagt, er sehe diesem nach dem deutlichen Ergebnis gelassen entgegen.

Die Verlierer der Abstimmung wollten sich gestern noch nicht äussern. Die IG, die für den Erhalt der Sekundarschule Hirzel gekämpft und dadurch auch die Fusion bekämpft hat, trifft sich erst heute, um das weitere Vorgehen zu besprechen. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 26.09.2016, 09:06 Uhr

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