Wädenswil

Erstmals ist ein Grünliberaler Gemeinderatspräsident

Frisch gewählt: Angelo Minutella von den Grünliberalen präsidiert das Wädenswiler Parlament ab jetzt für ein Jahr. Der Gemeinderat hat ihn einstimmig gewählt.

Sie bilden das neue Ratspräsidium: André Zürrer (SVP), Angelo Minutella (GLP) und Beatrice Gmür (SP).

Sie bilden das neue Ratspräsidium: André Zürrer (SVP), Angelo Minutella (GLP) und Beatrice Gmür (SP). Bild: André Springer

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GLP-Politiker Angelo Minutella wurde an der Sitzung des Wädenswiler Rats am Montagabend mit 34 von 34 Stimmen zum neuen Gemeinderatspräsidenten gewählt. Damit löst Minutella die CVP-Frau Monika Greter ab. Als nächstes wurde mit 33 von 34 Stimmen Beatrice Gmür (SP) zur 1. Vizepräsidentin gewählt. Neu auf dem Bock ist André Zürrer (SVP), der mit 31 Stimmen von 32 Stimmen zum 2. Vizepräsidenten ernannt wurde.

Monika Greter beschliesst ihr Jahr auf dem Bock, indem sie auf die Rabenfigur verweist, die vor ihr kauernd den Sitzungen beiwohnte. Der Vogel gelte «in vielen Kulturen als Hüter der Weisheit». Sie hoffe, dass er so einen positiven Einfluss auf die Ratsgeschäfte des vergangenen Jahres genommen habe. Dies würde ihr Nachfolger unterschreiben, der Greter dankt, dass sie auch in turbulenten Sitzungen, immer einen kühlen Kopf bewahrt habe.

Minutella, der Wädenswiler

An die Stelle von Greters Raben tritt nun überraschend: ein Glas Nutella. Dieses hebt Minutella auf den Tisch, um zum Schluss seiner Antrittsrede die Pointe optisch zu unterstreichen.

Der neu Gewählte stellt in seiner Antrittsrede eine Diskussion mit der «Nonna», seiner italienisch-stämmigen Grossmutter, in den Mittelpunkt. Minutella nimmt die Debatte mit ihr darüber, ob er sich als Schweizer oder Italiener fühle, als narrativen Rahmen der Rede. Eine Rede, mit der er sich vorstellt und zugleich seine politischen Standpunkte beleuchtet, sowie über die Eigenheiten der Schweiz und die Besonderheiten Wädenswils referiert.

«Mein Ursprung ist italienisch, doch meine Werte sind schweizerisch.» In Nidwalden sei er als Secondo aufgewachsen, in Zürich zum Ingenieur geworden, in Wädenswil nun habe er eine Heimat gefunden. Mit der Nonna kann er sich im Gespräch sokratisch darauf einigen, dass man in dieser Stadt tatsächlich «una vita di cioccolata» führe, ein Schoggi-Leben eben. Deshalb das «Minutella»-Glas. Er lobt die Stadt für ihre kulturelle Vielfalt, die attraktive Lage und Infrastruktur und verweist zugleich auf Probleme, die auf Wädenswil zukommen könnten — wie etwa die sinkenden Steuereinnahmen bei stetig wachsenden Ausgaben.

Mit dem Appell an seine Ratskollegen: «Kämpfen wir gemeinsam für ein noch besseres Wädenswil», beschliesst er seine erste Rede als neuer Gemeinderatspräsident. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 21.03.2017, 07:55 Uhr

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