Kurt Zurbuchen ist enttäuscht. Der Freienbacher Gemeindepräsident nahm gestern besorgt den Entscheid der Bevölkerung gegen den Projektierungskredit für den Fällmistunnel zur Kenntnis. Damit hat die vom Bund, Kanton und Gemeinde vorangetriebene Höfner Verkehrsplanung einen herben Dämpfer erlitten. Überrascht habe ihn das Ergebnis nicht, sagt Zurbuchen. Schliesslich hat sich im Vorfeld der Abstimmung eine Opposition gegen den Fällmistunnel in Wilen gebildet. Eine Informationsoffensive der Gemeinde mit Medienorientierung und Broschüren schaffte es nicht, die Projektgegner umzustimmen. Knapp 60 Prozent stimmten gestern gegen den Planungskredit von 116 000 Franken für einen neuen Autobahnanschluss Wollerau (Zubringer Wilenstrasse, Fällmistunnel).
Einen Lichtblick sieht Zurbuchen in der Annahme der zweiten wichtigen Vorlage für die Verkehrsoptimierung Höfe. Der Investitionsbeitrag Zubringer zu einem neuen Autobahnvollanschluss Halten-Schwerzi wurde mit 2942 Stimmen angenommen, 950 waren dagegen. Allerdings machte die Gemeinde bereits im Vorfeld deutlich, dass nur die Annahme beider Vorlagen zu einer «dringend notwendigen Verbesserung der Verkehrssituation» im Bezirk Höfe führt. Eine neue Verkehrsplanung könnte ansonsten Jahrzehnte in Anspruch nehmen, hiess es von Seiten des Kantons und der Gemeinde. Die Ablehnung des Planungskredits für den Zubringer Wilenstrasse (Fällmistunnel) führt dazu, dass der Anschluss Wollerau nicht in die Öltrotte verlegt werden kann. Dies wird zu einer Verschärfung der Situation in Wollerau als auch in der Gemeinde Freienbach führen, schreibt die Gemeinde in einer Medienmitteilung. Bald Gespräche mit dem Kanton
Verzögerungen sind nun unvermeidlich, sagt Zurbuchen. Ob es sich um Monate oder gar Jahre handelt, konnte er gestern noch nicht beantworten. Die Lage wird jetzt mit dem Kanton besprochen. Erste Ergebnisse dieser Analyse erwartet er im August. Erst dann werde sich zeigen, welche Lösungen möglich sind. Dass nun Projektpartner Wollerau den Freienbacher Planungskredit für den Fällmistunnel übernimmt, sei keine Option, sagt Zurbuchen. Man werde nicht gegen den Willen der Bevölkerung ein Projekt vorantreiben.
Riesig gefreut über das Ergebnis hat sich gestern Irene Herzog-Feusi, die Präsidentin des Bürgerforums Freienbach. Als grösste Gegnerin des Tunnels reichte sie eine Stimmrechtsbeschwerde gegen die Gemeinde Freienbach ein. Diese wurde allerdings vom Verwaltungsgericht Schwyz abgelehnt. Vielleicht könnten jetzt konstruktive Gespräche mit der Gemeinde über die Verkehrssituation geführt werden, sagt Herzog-Feusi, die der Gemeinde vorwarf, die Bürger irreführend informiert zu haben.
Die dritte Vorlage, die gestern zur Abstimmung stand, war ein Baukredit. Eine neue Hauptsammelstelle für die Entsorgung als auch der Werkhof Gwatt in Pfäffikon werden in die Schwerzi verlegt. Dafür stimmten 1981 Bürgerinnen und Bürger, 1908 waren dagegen. Zudem soll der neue Standort Räume für Kunstschaffende auf dem Dow-Areal bieten. Allerdings ist noch ein Beschwerdeverfahren hängig. |