Zürichsee-Zeitung Obersee
Freitag, 12. März 2010
Gemeindewahlen Gestern Morgen war in Ausserschwyz Annahmeschluss für Wahlvorschläge
Der Wahlkampf ist eröffnet - wo es überhaupt einen gibt
In Feusisberg, Wollerau und Galgenen finden am 25. April Kampfwahlen statt. In den übrigen Ausserschwyzer Gemeinden bleibt es ruhig.
Matthias Dörig
Am 25. April wählen die Stimmberechtigten in March und Höfe ihre Behörden-vertreter. (Geri Schedl)

Gestern Morgen um 9 Uhr war Schluss. Bis dann hatten die politischen Parteien und Gruppierungen im Kanton Schwyz die Möglichkeit, Vorschläge für die Gemeindewahlen vom Sonntag, 25. April, einzureichen. Die meisten Parteien haben sich bereits in den zurückliegenden Tagen und Wochen vernehmen lassen, und so bringt die definitive Auslegeordnung nur wenige Überraschungen mit sich. In Ausserschwyz haben sich die politischen Parteien in den meisten Gemeinden auf eine gemeinsame Liste geeinigt. Kandidaten gibt es genau so viele, wie Sitze zu vergeben sind.

Ausnahmen bilden die Gemeinden Feusisberg, Wollerau und Galgenen. Wenigstens hier kommt bis zum 25. April etwas Wahlkampfstimmung auf. In Wollerau gerät gar ein ungeschriebenes Gesetz ins Wanken. Bisher war es nämlich so: Wenn der Sitz des Gemeindepräsidenten der CVP gehörte, bestellte die FDP den Sitz des Säckelmeisters. War der Gemeindepräsident aber Mitglied der FDP, so gehörte das Säckelmeisteramt der CVP. Das könnte sich jetzt ändern, weil sich neben der CVP auch je ein Kandidat der SVP und der IG FWW (Freie Wählerinnen und Wähler Wollerau) um das Amt des Säckelmeisters bewerben.

Im Namen der CVP möchte der Wirtschaftsprüfer und bisherige RPK-Präsident Rudolf Honegger Säckelmeister werden. Die IG FWW schickt den Steuerexperten Philipp Gubler ins Rennen, der bisher im Schulrat und der Tiefbau- und Verkehrskommission mitwirkte. Die SVP nominiert derweil überraschend den Wirtschaftsprüfer und früheren Ortsparteipräsidenten Alfred Böni.

Unumstritten ist dagegen das neu zu bestellende Amt des Gemeindepräsidenten. Nach dem Rücktritt von Markus Hauenstein (CVP) bewirbt sich der bisherige Säckelmeister Ueli Metzger (FDP) um den Sitz. Niemand macht ihm diesen streitig.

Zwei Kandidaten fürs Präsidium

In Feusisberg tritt Gemeindepräsidentin Margrit Schuler (CVP) zurück. Ihre Partei portiert neu den parteilosen Generalunternehmer Josef Theiler aus Schindellegi. Dank seiner Unabhängigkeit sei Theiler in der Lage, Probleme sachlich anzugehen, glaubt die CVP. Als einheimischem Unternehmer würden ihm die KMU ebenso am Herzen liegen wie der Erhalt der Lebens- und Wohnqualität.

Josef Theiler bewirbt sich nicht alleine um das Amt. Die SVP schlägt den Höfner Betreibungsbeamten Franz Stössel aus Schindellegi als Gemeindepräsidenten vor. Der Kandidat wird ebenso von der FDP unterstützt. Mitte 2012 tritt Stössel beim Betreibungsamt nach 42 Dienstjahren in den Ruhestand. So habe der Kandidat, der über ein enormes lokales und politisches Hintergrundwissen verfüge, genügend Zeit, die neue Herausforderung anzunehmen, ist die SVP überzeugt.

Fünf Kandidaten für vier Sitze

Etwas Wahlkampfstimmung kommt auch in Galgenen auf. Dort gilt es, vier Gemeinderatssitze neu zu besetzen. Insgesamt stehen fünf Kandidaten in den Startlöchern. Als Bisherige stellen sich René Häberli-Boborci (FDP, Siebnen) und Rita Hegner Kühne (SP, Galgenen) zur Wahl. Neu kämpfen Matthias Kobler-Gmür (SVP, Galgenen), Werner Nussbaumer-Bagaric (FDP, Siebnen) und Simon Scheiwiller-Brenner (SP, Siebnen) um die zu bestellenden Sitze. Hierfür treten die FDP und die SVP mit einer gemeinsamen Liste gegen die SP an.

Ein Kandidat zu wenig

Während in den meisten Gemeinden genügend oder in einigen Fällen sogar überzählige Kandidatinnen und Kandidaten zur Verfügung stehen, wird es am 25. April in Wangen nicht möglich sein, sämtliche Vakanzen zu besetzen. Den Ortsparteien ist es nicht gelungen, für den freien Gemeinderatssitz einen geeigneten Kandidaten zu ermitteln. Die SVP, die im Gemeinderat bereits relativ stark vertreten ist, teilt per Medienmitteilung mit, dass sie der SP, CVP und FDP eigentlich den Vortritt überlassen wollte. Unter den gegebenen Umständen werde sich die SVP jedoch Gedanken dazu machen, für die Nachwahlen einen weiteren Kandidaten zu evaluieren.

 
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