Zürichsee-Zeitung Obersee
Donnerstag, 10. Dezember 2009
Wollerau Gemeindepräsident will sich künftig vermehrt Familie, Hobbys und Beruf widmen
Markus Hauenstein tritt zurück
Wolleraus Gemeindepräsident Markus Hauenstein hat gestern seinen Rücktritt bekanntgegeben. Ein möglicher Nachfolger ist bereit.
Regula Kaspar-Fisler

Nach Albert Steinegger (Altendorf) kündigt mit Markus Hauenstein ein weiterer Gemeindepräsident in Ausserschwyz seinen Rücktritt auf Ende Amtsdauer 2010 an. «Nachgedacht darüber habe ich schon länger. Zehn Jahre sind eine lange Zeit», kommentierte Hauenstein gestern seinen Entscheid. Den Ausschlag gegeben habe schliesslich der Umstand, dass sich ein potenzieller Nachfolger für die Wahlen 2010 gefunden habe. «Die Gemeinde liegt mir sehr am Herzen. Es ist wichtig, dass Kontinuität gewährleistet ist.»

Rücktritt ohne jeglichen Frust

Markus Hauenstein wurde nach einer Amtszeit als Gemeinderat im Jahr 2000 zum Gemeindepräsidenten gewählt und schaffte vier Mal die Wiederwahl. Wollerau habe sich in dieser Zeit verändert. Es habe ein Umdenken stattgefunden, und das unbeschränkte Wachstum sei nicht mehr gefragt, schreibt er in einer gestern verschickten Mitteilung. «Gewünscht ist Sicherheit, Ruhe, Zugang zu Erholungsräumen - möglichst aber ohne Einschränkung der Mobilität.» Die Sensibilität für die Verkehrsproblematik insbesondere bezüglich Lärmemissionen sei deutlich gestiegen. «Man ist sich heute einig, dass Lebensqualität nicht mit einem tiefen Steuersatz zu erlangen ist.» Viele Menschen würden je länger, je mehr sehr egoistische Ziele verfolgen und seien immer weniger zu Rücksichtnahme und Toleranz bereit. «Insgesamt ist das Politisieren sicher schwieriger geworden.» Frust oder gar Unstimmigkeiten habe es jedoch nicht gegeben. Der Rücktritt erfolge im besten Einvernehmen, betont der Gemeindepräsident.

So wenig sich Hauenstein als Gemeindepräsident gegenüber dem Ratsgremium in den Vordergrund rücken will, so wenig will er einen einzigen Markstein aus seiner Zeit als Gemeindepräsident hervorheben. Eineinhalb A4-Seiten umfasst der Katalog der Projekte, welcher der Gemeinderat in seiner Zeit angepackt und umgesetzt hat. Er reicht von gesunden Finanzen über den Freizeitpark Erlenmoos und den Neubau der Gemeindeverwaltung Wächlen bis zur Verkehrsoptimierung Höfe. Zusammen mit der früheren Gemeindepräsidentin von Freienbach, Hedy Jager, gründete er den Verband Schwyzer Gemeinden und Bezirke, den er seit fünf Jahren präsidiert.

Nach seinem Rücktritt Mitte 2010 will sich der Wollerauer Gemeindepräsident wieder mehr Zeit nehmen für Familie, Freizeit und Hobbys und sich auch wieder intensiver seiner beruflichen Tätigkeit als Bereichsleiter einer Informatikfirma in Zürich widmen. «Politik wird mich aber weiter interessieren. Eine Tätigkeit im politischen oder gemeinnützigen Bereich will ich deshalb nicht ausschliessen», sagt er.

Verschiedene Namen kursieren

Derweil machen sich die Parteien Gedanken rund um die Nachfolge. Wie CVP-Ortsparteipräsident Ruedi Honegger auf Anfrage sagte, hat es in Wollerau Tradition, dass das Gemeindepräsidium und das Amt des Säckelmeisters nie von der gleichen Partei besetzt sind, sondern jeweils von einem CVP- und einem FDP-Mitglied. «Wir werden nun einen geeigneten Nachfolger - sei es für das Gemeindepräsidium oder das Säckelmeisteramt - suchen», sagte Honegger. Es könnte ja auch zu einer Rochade kommen. Er ist jedenfalls zuversichtlich, einen valablen Kandidaten zu finden. Bereits gestern abgewinkt bezüglich Kandidatur hat gegenüber der «Zürichsee-Zeitung» CVP-Gemeinderat Andreas Meyerhans.

Die FDP mit drei Sitzen im Gemeinderat bekunde durchaus Interesse am Amt, sagt Parteipräsident Stefan Hiestand. Offizielle Gespräche seien noch keine geführt worden. «Wir wurden vom Rücktritt eher überrascht.» Als Kandidaten stünden für die FDP aber wohl die amtierenden Gemeinderäte, namentlich sind dies Ueli Metzger, Vizepräsidentin Marlene Müller oder Kurt Grob, zum jetzigen Zeitpunkt im Fokus. Ueli Metzger gab sich auf eine mögliche Kandidatur angesprochen zurückhaltend: «Dazu gebe ich keinen Kommentar. Es ist noch viel zu früh.»

Die SVP ihrerseits sei vom Rücktritt ebenfalls überrascht worden, sagt deren Präsident Markus Feusi. «Ich habe damit gerechnet, dass der Gemeindepräsident noch eine Amtsdauer anhängt.» Von der CVP-FDP-Tradition halte er jedoch nichts. Ob die SVP allerdings in den Wahlkampf eingreifen werde, hänge vom vorgeschlagenen Kandidaten ab und davon, ob die SVP selber einen Kandidaten finde.

 
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