Zürichsee-Zeitung Bezirk Meilen
Freitag, 14. Mai 2010
Herrliberg Gemeindewahlen vom 13. Juni versprechen Spannung auf allen Behördenebenen
Gemeindeverein will an die Spitze
Drei Kandidaten fürs Herrliberger Gemeindepräsidium: die Ausgangslage zu den Wahlen vom 13. Juni ist spannend. Auch in den Behörden der Politischen und der Schulgemeinde wird gekämpft.
Christian Dietz-Saluz

28 Jahre SVP an der Spitze der Gemeinde: Endet mit Rolf Jenny diese epochale Serie in Herrliberg? Oder kann Gemeinderat Ernst Frei die SVP-Tradition fortsetzen? Zwei weitere Kandidaten machen Frei, dem langjährigen Ortsparteipräsidenten der SVP, den «Thron» streitig. Die FDP portiert Felix Besser. Der Tiefbau- und Werkvorstand soll an dem anknüpfen, was die FDP mit dem Rücktritt von Gemeindepräsident Peter Benz 1974 verloren hat.

Der Gemeindeverein schickt Finanzvorstand Walter Wittmer ins Rennen. Dessen letzter Gemeindepräsident war Fritz Lienhard (1974-82). Seit 1982 «regiert» die SVP - zunächst mit Fredy Fischer, dann mit Rolf Jenny. Trotz dieser parteipolitischen Dominanz scheint die Ausgangslage für die bevorstehende Wahl in Herrliberg völlig ausgeglichen. Darum liegt die Vermutung nahe, dass es zu einem zweiten Wahlgang kommt. Dieser würde am 11. Juli stattfinden.

Gemeindeverein auch um 2. Sitz

Im siebenköpfigen Gemeinderat sind derzeit SVP und FDP mit je drei Mitgliedern vertreten, der Gemeindeverein mit einem Sitz. In der Einheitsgemeinde werden nur sechs Personen direkt für den Gemeinderat gewählt, die oder der gewählte Schulpräsident(in) komplettiert die Exekutive. Derzeit (und wohl auch in Zukunft als Alleinkandidierende) wird das Schulpräsidium von Annette Konrad (SVP) besetzt. Erneut für eine Amtsperiode bewirbt sich neben Wittmer, Besser und Frei Sozialvorstand Reto Furrer (FDP).

Ihren Rücktritt angekündigt hat nach Gemeindepräsident Jenny auch die 1. Vizepräsidentin, Hochbau- und Planungsvorsteherin Lisbeth Germann (FDP). Diese zwei Sitze wollen SVP und FDP mit Reto Tobler respektive Gaudenz Schwitter verteidigen. Bis hierher ging die Rechnung im Sesselrücken auf. Doch der Gemeindeverein aspiriert nicht nur aufs Präsidium mit Wittmer, sondern auch auf einen zweiten Sitz im Gemeinderat. Diesen soll der bisherige Schulpfleger Werner Staub erobern.

SVP will zweiten Schulpflege-Sitz

In der Schulbehörde möchte Franz Augstburger für den Gemeindeverein den Sitz von Staub verteidigen - neben dem Bisherigen Hans Rudolf Huber. Und hier beginnt es für den Gemeindeverein wahlarithmetisch eng zu werden. Denn in der Schulpflege kommt es zur Kampfwahl, weil sich insgesamt acht Frauen und Männer für die sieben Sitze bewerben.

Derzeit lautet die «Zauberformel» 2 Gemeindeverein, 2 FDP, je 1 parteilos, CVP und SVP. Die SVP strebt nun ein zweites Mandat (neben Präsidentin Annette Konrad) an, das Marion Bartels gewinnen soll. Die zwei FDP-Sitze sollen von Thomas Dinkel (bisher) und Edith Bucher (neu) bestätigt werden. Die parteilose Trudi Barth tritt ebenso wieder an wie Ursula Avolio (CVP).

FDP - Lust auf mehr in der RPK

Gleiche Vorzeichen in der RPK. Die heutige Zusammensetzung - 2 SVP, je 1 FDP, CVP und GV - könnte gesprengt werden. Der Gemeindeverein gibt zwar das Präsidium frei (Erich Weisshaupt tritt zurück), will aber mit Günther Gose den Sitz behalten. Die FDP portiert nicht nur ihr einziges bisheriges Mitglied, Joel Gieringer, erneut und neu als Präsident, sondern mit Peter Fülleman auch einen zweiten Kandidaten. Die SVP ist in der RPK auf Besitzstandswahrung aus. Adrian Schärer bewirbt sich wieder, Markus Trinkner soll Peter Polenz ersetzen. Die CVP verabschiedet sich mit dem Rücktritt von Rolf Regenscheit aus der RPK. Dafür kandidiert mit Thomas Fecker ein Parteiloser.

Auch in der Sozialkommission (bisher je 1 SVP, CVP, GV) heisst es «Auf Wiedersehen, CVP». Karl-Heinz Jäger wird von der Partei nicht ersetzt. Um dieses «Erbe» bewerben sich Doris Schori (FDP) und Alfred Bont (SP). Iris Matzinger (SVP) tritt wieder an, der Gemeindeverein möchte mit Elke Brüning das Ausscheiden von Elisabeth Schenker ausgleichen.

Die Wahlen für die beiden Kirchenpflegen (je sieben Sitze) sind hingegen unbestriten. Im Gegenteil: Für die reformierte Kirchenpflege sind nur sechs Kandidaturen angemeldet worden. Ein Mitglied muss also «spontan» gewählt werden. Auch die Präsidien der Kirchgemeinden sind nicht umkämpft.

 
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