Die Stimmung im Gemeindehaus Uetikon war gelöst nach der Bekanntgabe der Wahlresultate. «Bravo, Urs! Der erste Schritt ist getan», sagte Kurt Hänggi, abtretender Gemeindepräsident, und klopfte Urs Mettler (parteilos) auf die Schulter. Dieser hat nach dem Ausgang der gestrigen Wahlen die besten Chancen, das Dorf in Zukunft als Präsident zu regieren.
Bei einer Stimmbeteiligung von 44,3 Prozent ergatterte der 48-jährige Finanzvorstand 626 Stimmen. Seine Konkurrenten im Dreikampf um das Gemeindepräsidium liegen deutlich zurück. Theres Weber (SVP) kam auf 483 und Christian Schucan (FDP) auf 353 Stimmen. Weil keiner der Kandidaten das absolute Mehr von 763 erreicht hatte, ist ein zweiter Wahlgang nötig. Am 13. Juni wird die Entscheidung fallen. «Ruhiger Sommer» für Weber
Weil Theres Weber den Einzug in den Gemeinderat als Überzählige verpasst hat, darf sie an der erneuten Wahl nicht teilnehmen - und dies, obwohl sie bei der Präsidiumswahl das bessere Resultat als Christian Schucan erreicht hatte. Letztlich waren es 15 Stimmen, die entschieden hatten. Die «tragische Verliererin» gab sich gestern zwar enttäuscht, aber nicht entmutigt: «Ich habe in meiner Karriere schon zu viele Wahlkämpfe gefochten, als dass mich diese Niederlage aus der Bahn werfen würde», sagte sie. Trotz dem knappen Entscheid will sie keine Nachzählung forcieren.
Ihre Nichtwahl in den Gemeinderat erklärt sich die Kantonsrätin und Bäuerin damit, dass sie mit ihrer politischen Tätigkeit schon einigen «auf die Füsse getreten» sei. Nun freue sie sich auf einen «ruhigen Sommer», sagte Theres Weber milde lächelnd. Karten werden neu gemischt
Urs Mettler geht gestärkt aus den gestrigen Wahlen hervor. Der Parteilose, der als einziger Bisheriger für das Präsidium kandidiert hatte, meinte: «Argumente wie Kontinuität, Erfahrung und Entscheidungsfreude scheinen die Wähler überzeugt zu haben.» So sei es ihm gelungen, mit einem kleinen Wahlkampfbudget das beste Resultat zu erzielen. Während etwa die FDP das Dorf mit Plakaten «vollgepflastert» habe, habe er nur wenige Mittel zur Verfügung gehabt, diese aber zielgerichtet eingesetzt. Als «Genugtuung» wolle er den Etappensieg nicht bezeichnen, sagte Mettler weiter. Wenn auch als «schöne Bestätigung». Vor einem halben Jahr hatte er seiner früheren Partei, der FDP, den Rücken gekehrt, weil er sich von ihr nicht mehr unterstützt fühlte. Gespannt sei er, wie sich seine Ex-Parteikollegen nun im zweiten Wahlgang verhalten werden. Tatsächlich scheinen die Freisinnigen nach dem gestrigen Tag keineswegs entmutigt. «Ich stelle mich erneut zur Wahl», sagte Christian Schucan. Erfreut zeigte sich der FDP-Mann über seinen - wenn auch knappen - Einzug in den Gemeinderat. «Im zweiten Wahlgang werden die Karten neu gemischt», ist Schucan überzeugt. So würden die Stimmen, die Theres Weber auf sich vereinigt hatte, neu verteilt. Auch FDP-Ortsparteipräsident Rudolf Hunziker machte deutlich, dass sich seine Partei noch lange nicht geschlagen gibt. Der FDP sei es gelungen, mit Manuela Lanz, Marco Zolin-Meyer und Christian Schucan drei neue Kandidaten in den Gemeinderat zu hieven. Auch in den anderen Behörden habe sie Erfolge verbucht. Christian Schucan sei nach wie vor «der fähigste Kandidat» für das schwierige Amt des Uetiker Gemeindepräsidenten. Übrige Resultate
Glanzvoll als Präsident der Rechnungsprüfungskommission (RPK) wiedergewählt wurde der Freisinnige Rolf Gilgen. Er erreichte das beste Resultat von allen Behördenkandidaten überhaupt.
Gewählt: Rolf Gilgen (FDP, bisher), 1188 Stimmen. Sepp Färber (FDP, bisher), 1098. Patrick R. Kircher (parteilos, neu), 1076. Christian Hurter (SVP, bisher), 1041. Bruno Graber (SVP, bisher), 1024. Präsident (absolutes Mehr 643): Rolf Gilgen (FDP, bisher), 1065.
Gewählt: Ursula Gredig (parteilos, bisher), 1126. Ursi Hänni-Hauser (EVP, bisher), 1111. Edith Bucher (CVP, bisher), 1074. Caspar Maag (SVP, neu), 1054.
Gewählt: Urs Wenger, 826, Fritz Gugger, 823, Uwe Schacht, 823, Alex Stamm, 823, Carole Dietewich, 820, Margrit Schüller, 810, Daniel Mettler, 807. Präsident (absolutes Mehr 410): Daniel Mettler 803. |