Gerade mal zwei «halbe» Vertreter sorgen nach dem gestrigen Wahltag dafür, dass die beiden wählerstärksten Stäfner Parteien im Gemeinderat vertreten sind: Die SP klammert sich an den parteilosen Klaus Geser, der von ihr portiert wird; und die SVP muss damit leben, dass der gemütliche Berner Beat Salvisberg der einzige aus ihren Reihen ist, den die Wähler im Rat haben wollen - einen Konsens-Politiker notabene, den Partei-Hardliner auch schon absägen wollten. Dabei waren die beiden Parteien nicht einmal mit aggressiven Stammtisch-Polterern oder weltfremden Klassenkämpfern in die Wahlschlacht gezogen. Im Gegenteil: Die drei neuen Kandidaten von SP und SVP - Peter Frikart, Christoph Portmann und Peter Frey - gaben sich so gesprächsbereit und konstruktiv (um nicht zu sagen: profillos) wie alle anderen auch. Selbst von Peter Frey, immerhin Vizepräsident der zuweilen bissigen SVP-Ortspartei, hörte man kaum ein kritisches Wort gegenüber dem amtierenden Gemeinderat. Dass die drei trotz aufwendiger Werbung gegen politische Nobodys wie den Grünliberalen Andreas Utz, der im Wahlkampf kaum in Erscheinung getreten ist, den Kürzeren zogen, sollte ihren Parteien zu denken geben. Denn wie es scheint, sind sie für hiesige Wähler nur noch attraktiv, wenn es darum geht, kantonale oder nationale Parlamente aufzumischen. Auf lokaler Ebene dagegen droht ihnen der Abstieg in die Bedeutungslosigkeit: Wenn es ums Regieren geht, bevorzugen die Wähler die bürgerliche Mitte; und wenn sie einen suchen, der den Konsens stört, sehen sie sich lieber nach einem Parteilosen um, wie das Beispiel Stefan Reichling zeigt.