Für die zurückgetretenen Hans Bleuler und Bernhard Bühler schickte die FDP Mark Furger und ihren Präsidenten Marc Lindt ins Rennen. Wie schon vor fünf Jahren trat die SVP mit vier Kandidaten an. Was damals misslang, hatte gestern Erfolg: Neben den beiden Bisherigen Martin Bachmann und Arnold Reithaar bewarben sich mit Ueli Schlumpf und Martin Schneider auch noch zwei echte Gewerbler um die Gunst der Küsnachterinnen und Küsnachter. Die SVP hatte mit ihrem Angriff dieses Mal Erfolg, erbte den Sitz des nach dem Rücktritt von Lucia Hegglin Süss nicht mehr antretenden Bürgerforums und verdrängte den FDP-Kandidaten Marc Lindt auf die Verliererstrasse. Er schaffte zwar das absolute Mehr, scheidet aber als überzählig aus. Mark Furger heisst der neue Gemeinderat der FDP. Somit sitzen nun je vier Mitglieder der FDP und vier von der SVP im Gemeinderat neben dem unbestrittenen Gerhard Fritschi auf dem traditionellen SP-Sitz in Küsnacht. Die Wahl von Gemeindepräsident Max Baumgartner erfolgte problemlos. Mit knapp 34 Prozent war die Stimmbeteiligung bescheiden. Strategie ist aufgegangen
Als «Wahlsieger» zeigte sich SVP-Parteipräsident Werner Furrer erfreut über den gestrigen Sonntag: «Unsere Strategie ist aufgegangen. Wir haben die Zahl unserer Gemeinderäte verdoppelt, 50 Prozent mehr Mitglieder in der RPK und auch wieder ein Schulpflegemitglied.» Gemäss Werner Furrer habe es sich auch ausgezahlt, dass die Partei in der Gemeinderatswahl auf zwei Gewerbler gesetzt habe, sei doch die SVP auch immer jene Partei, die dem Gewerbe besonders nahe stehe. Es sei für Küsnacht wichtig, dass das Gewerbe wieder mit starken Stimmen in der Exekutive vertreten ist.
Trudi Erismann, Vizepräsidentin der FDP, zeigte sich enttäuscht, dass Marc Lindt als Überzähliger nun nicht im Gemeinderat Einsitz nehmen kann. «Es war uns klar, dass unser Präsident Marc Lindt mit seinen pointierten Äusserungen durchaus polarisiert. Deshalb ist es doppelt schade, wenn so eine starke Persönlichkeit nun nicht gewählt wurde.» Die FDP nehme weiter zur Kenntnis, dass die Quotenüberlegungen von anderen Gruppierungen - keine Mehrheit für eine einzelne Partei im Gemeinderat - die Wählerschaft offensichtlich beeinflusst haben. Die FDP habe mit ihren fünf Gemeinderatskandidaten nicht einen Anspruch formuliert, sondern für die vakanten Positionen wiederum qualifizierte Persönlichkeiten aufgestellt. Das sei in einer Personenwahl für die Exekutive auch richtig. «Das Volk hat nun gesprochen und die FDP wird in der neuen Zusammensetzung in der Exekutive weiter für Lösungen kämpfen, die das Wohl von Küsnacht ins Zentrum stellen», sagte die Küsnachter FDP-Wahlkampfleiterin und fügte bei: «Wir sind stolz, auch weiterhin mit vielen guten Köpfen in der Küsnachter Politik mitwirken zu können.»
Gewählt sind: Norbert Cajochen (FDP, bisher), 2046 Stimmen (auch als bisheriger Präsident mit 1719 Stimmen); Markus Tschudi (FDP, bisher), 1734; Beat Dolder (FDP, neu), 1723; Bruno Schneller (FDP, bisher), 1691; David Doneda (FDP, neu), 1625; Klemens Empting (FDP, neu), 1557; Marcus Bosshard (Grüne, neu), 1508; Theodor Gerber (EVP, bisher), 1500; Peter Wyder (SVP, neu), 1481; Giovanni Platz (SVP, neu), 1355; Markus Ehrat (SVP, neu), 1344. Stimmbeteiligung 31,5 Prozent.
Gewählt sind: Felix Günthard (FDP, neu), 1953 Stimmen; Regula Meyer-Zeller (FDP, bisher), 1930; Hans Mathys (SVP bisher), 1696; Lukas Relly (EVP, neu), 1621. Stimmbeteiligung 31 Prozent.
Gewählt sind (absolutes Mehr 977 Stimmen): Walter Matti (parteilos, bisher), 1817 Stimmen; Françoise Perlia-Schmid (FDP, bisher), 1797; Helen Zimmer (FDP, bisher), 1755; Beatrice Rinderknecht Bär (parteilos, bisher), 1645; Daniela Brühwiler (GP, bisher), 1620; Isabelle Merk Guggenbühl (FDP, neu), 1592. Als überzählig schied aus Bernhard Huggel (SVP, neu) mit 1332 Stimmen. Stimmbeteiligung 32 Prozent. |