Uetikon Kandidaten für Gemeindewahlen diskutieren auf Internetplattform Facebook
Virtuelles Wahlkampf-«Tipphack»
Alle drei Kandidaten, die am 25. April ins Uetiker Gemeindepräsidium gewählt werden wollen, werben auf Facebook für Stimmen. Frank Speidel
An Podien ist der Wahlkampf im Bezirk Meilen noch ziemlich flau ? auf Facebook hingegen schon etwas hitziger. (Frank Speidel)
Auf der Internet-Plattform Facebook tummeln sich nicht nur Teenager, die ihr neustes Piercing der Weltöffentlichkeit präsentieren. Auf Facebook wird auch Wahlkampf betrieben, wie das Beispiel Uetikon jetzt zeigt. Mit Urs Mettler (parteilos), Theres Weber (SVP) und Christian Schucan (FDP) gibt es gleich drei Kandidaten, die an den Gemeindewahlen vom 25. April Uetikons Gemeindepräsidentin oder Gemeindepräsident werden wollen. Von den dreien im Internet-Wahlkampf am umtriebigsten ist Christian Schucan. Auf der Facebook-Gruppe «Christian Schucan als Gemeindepräsident für Uetikon» dokumentiert er seinen Wahlkampf ausführlich. Auf der sogenannten Pinnwand sind Fotos von ihm beim Postkartenversand oder an der Fasnacht zu finden. Aber auch ein Youtube-Filmchen ist aufgeschaltet. Der Titel: «Schucan for president? Yes, we (schu)can».
Einige von Schucans Einträgen wurden von Herausforderer Mettler kommentiert. So fragt dieser zum Postkartenversand: «...wäre mal interessant, zu erfahren, was die FDP in diesen Wahlkampf gebuttert hat. Und wer es bezahlt», worauf Schucan antwortet: «Da ist viel Freiwilligenarbeit und Engagement dabei.» Er habe ein Team, das den Internet-Auftritt und das Drucken gratis einbringe. Es sei also keine Frage des Geldes. In einem anderen Kommentar meint der Ex-FDPler Mettler: «Auf die Fragen des FC Uetikon gibt es von Christian Schucan keine klaren Antworten. Er lässt sich alle Optionen offen.» Mettler nimmt die Diskussion «nicht tierisch ernst», wie er sagt. «Ich sehe Facebook mehr als Spielerei.»
«Kommentare lösche ich keine»
Theres Weber hält sich aus dem virtuellen Hickhack raus. Von ihr sind keine Kommentare auf Schucans Pinnwand zu finden. Sie sei auf Facebook nicht besonders aktiv: «Das Profil wurde von meinem Sohn eingerichtet - es ist sein Beitrag zu meinem Wahlkampf.»
Die Idee, für den Wahlkampf eine Facebook-Gruppe zu gründen, sei in der Partei entstanden, sagt Christian Schucan. Obwohl er mit seinem Herausforderer Mettler mit kommentierenden Einträgen eine Diskussion führt, sind die beiden auf Facebook (noch) keine «Freunde». Dies liege nicht an einer allfälligen gegenseitigen Abneigung: «Privat verstehen wir uns gut.» Der Grund sei ein anderer: «Von uns beiden hat einfach noch keiner den anderen als ?Freund? angeklickt.» Kommentare auf seinem Profil hat Schucan noch keine gelöscht. Und auch in Zukunft will er dies nicht tun: «Die Diskussionen sollen transparent sein - Kommentare werde ich keine löschen.»