Zürichsee-Zeitung Bezirk Meilen
Samstag, 27. März 2010
Zollikerberg Quartierverein präsentierte die Gemeinderatskandidaten Robert Lang und Daniel Weber
Vorstellungsgespräch statt Kampf
Acht Kandidaten für sieben Sitze im Zolliker Gemeinderat: Das «schmeckt» nach Kampfwahl. Doch die beiden neuen Kandidaten gaben sich im Quartiertreff Zollikerberg alles andere als kämpferisch.
Christian Dietz-Saluz
Gut gelaunt und ohne Angriffslust stellten sich die beiden neuen Kandidaten für den Gemeinderat ? Robert Lang (links) und Daniel Weber (rechts) ? dem Moderator Martin Hübner. (Christian Dietz-Saluz)

«Der Quartierverein Zollikerberg bietet traditionell den neuen Kandidaten die Gelegenheit, sich bekannt zu machen», begrüsste Präsident Fritz Wolf die 35 Besucher im Quartiertreff. In der Tat: Was am Donnerstagabend während einer Stunde folgte, war mehr ein freundliches Vorstellungsgespräch zweier Männer als Wahlkampf. Das mag erstaunen, müssen doch sowohl Robert Lang (parteilos) als auch Daniel Weber (SVP) damit rechnen, dass nur einer von ihnen am 25. April gewählt wird - sofern der «Bisher-Bonus» der sechs übrigen Kandidaten zur Geltung kommt.

Unter dieser Konstellation wurde Martin Hübner seiner Rolle als Moderator sprichwörtlich gerecht. Das Zolliker «Urgestein» vermittelte mit seinen Fragen eher zwischen den Positionen, als dass er das Trennende suchte. «Ich will die gute Lebensqualität in unserer Gemeinde erhalten, und wenn man reklamiert, muss man auch bereit sein, es besser machen zu wollen», erklärte Landwirt Weber sein Interesse am Amt. «Mit meinem Geschäft im Dorf bin ich am Puls der Leute, ich höre viele Sachen, darum möchte ich mich einbringen», begründete Moto-Shop-Besitzer Lang seine Kandidatur.

Was will ich ändern?

Daniel Weber, als Präsident der örtlichen SVP mit der Lokalpolitik vertraut, möchte vorwärtsmachen beim Alterskonzept, bei der Sanierung der Finanzen und die gesunde Durchmischung der Bevölkerung fördern. «Und bei den Liegenschaften ist vieles vernachlässigt worden», schob Weber nach. Robert Lang stört sich am Durchgangsverkehr in Zollikon. «Aber wir haben einfach das Pech, dass wir am rechten Ufer die letzte Gemeinde vor Zürich sind, also spüren wir das auch am Verkehr.»

Er wolle in Zollikon «nicht alles anders machen, aber ich will angefangene Projekte zum Abschluss bringen». Zum Beispiel die Finanzen: Wenn eine Gemeinde wie Zollikon in die roten Zahlen kommt, ist das peinlich», sagte Lang. Störend empfindet Weber, wie die Gemeinde mit den Bürgern kommuniziere. «Da gibt es Aufholbedarf», kritisiert er, wie Anfragen verschleppt würden. Beim Liegenschaftenkonzept habe er mit der SVP dreimal in einem Jahr nachhaken müssen, «das kann es doch nicht sein».

Forchstrasse tiefer legen?

FDP-Präsident Marc Raggenbass hakte beim Verkehr nach: Was konkret müsste man machen? Daniel Weber kennt als Zollikerbergler das «Sorgenkind» Forchstrasse. Zum einen habe hier (wie an der Seestrasse) der Kanton das letzte Wort. Zum andern könne man weder Forchbahn noch Forchstrasse durch Tieferlegung lärmverträglicher machen. «Aber im Abschnitt Waldburg bis Rosengarten könnte man die Forchbahn als Tram führen, dann wäre die Strasse keine Rennbahn mehr, die den Zollikerberg trennt», wagte er eine Vision. «Die Forchstrasse bleibt auch mit einem Forch-Tram immer noch gefährlich», entgegnete Lang.

Das war der vielleicht einzige Widerspruch dieses Abends. Denn auch bei der Finanzpolitik waren sich die beiden Kandidaten mehr oder wenig einig. Lang möchte hier im «Verwaltungsapparat Peanuts suchen und eliminieren». Er kann sich bei Defiziten im Haushalt eine moderate Steuerfusserhöhung vorstellen. Weber will «alles Bestehende hinterfragen, ob wir das brauchen, wollen, was es kostet». «Können wir uns eine Freihaltezone Rüterwis leisten?», fragte Martin Hübner. Beide Kandidaten halten eine Umzonung zur Bebauung für unwahrscheinlich bis unmöglich. Thema war auch die Sicherheit in den Unterführungen der Forchstrasse. «Besser ausleuchten», meinte Lang. Weber will, dass man die Angst der Menschen ernst nimmt und «Lösungen mit dem Quartierverein sucht».

Wunschressort nach einer Wahl? «Ich nehme, was übrig bleibt», schmunzelte Robert Lang. «Ich bin offen für alles», meinte auch Weber. «Ich will neue Ideen für Zollikon einbringen - als einer vom Berg», warb er für sich. Lang fühlt sich «prädestiniert für das Amt, weil ich mit vielen Menschen zusammenkomme». «In welche politische Schublade sollen wir Sie stecken?», fragte eine Dame. Er sei bürgerlich mit einer sozialen Ader. «Langet Ine das?», schloss Lang. Antwort der Dame: «Na ja, das ist nicht viel, aber immerhin...» Im Prinzip kann dieser Satz gut als Bilanz zum Abend herhalten. Es waren ja auch nur Vorstellungsgespräche, keine Kampfvoten.

 
Zürichsee-Zeitung Bezirk Meilen
14.06 2010
Wittmer holt sich den Etappensieg
Zürichsee-Zeitung Bezirk Meilen
14.06 2010
Das «Schnupftruckli» ist am Ziel
Zürichsee-Zeitung Bezirk Meilen
14.05 2010
Gemeindeverein will an die Spitze
Zürichsee-Zeitung Bezirk Meilen
26.04 2010
Ref. Kirchenpflege (absolutes Mehr 121)
Zürichsee-Zeitung Bezirk Meilen
26.04 2010
Evang.-ref. Kirchenpflege (absolutes Mehr: 819)
Zürichsee-Zeitung Bezirk Meilen
26.04 2010
Reformierte Kirchenpflege (absolutes Mehr 310)
Zürichsee-Zeitung Bezirk Meilen
26.04 2010
Werkbehörde (absolutes Mehr 1127)
Zürichsee-Zeitung Bezirk Meilen
26.04 2010
Vorhersehbare Ohrfeige
Zürichsee-Zeitung Bezirk Meilen
26.04 2010
Sozialkommission
Zürichsee-Zeitung Bezirk Meilen
26.04 2010
Kein Platz mehr für die Pole
Zürichsee-Zeitung Bezirk Meilen
26.04 2010
Reformierte Kirchenpflege (abs. Mehr 411)
Zürichsee-Zeitung Bezirk Meilen
26.04 2010
Max Wullschleger bleibt Schulpräsident
Zürichsee-Zeitung Bezirk Meilen
26.04 2010
Reformierte Kirchenpflege (abs. Mehr 639)
Zürichsee-Zeitung Bezirk Meilen
23.04 2010
Entweder Präsident oder gar nicht
Zürichsee-Zeitung Bezirk Meilen
16.04 2010
Virtuelles Wahlkampf-«Tipphack»
Zürichsee-Zeitung Bezirk Meilen
10.04 2010
«Der Apparat wurde aufgebläht»
Zürichsee-Zeitung Bezirk Meilen
07.04 2010
Amtskollegen rufen zur Abwahl auf
Zürichsee-Zeitung Bezirk Meilen
31.03 2010
Nicht nur Krawatte unterscheidet
Zürichsee-Zeitung Bezirk Meilen
27.03 2010
Vorstellungsgespräch statt Kampf
Zürichsee-Zeitung Bezirk Meilen
24.03 2010
Einer wird im Kanon untergehen
Zürichsee-Zeitung Bezirk Meilen
19.03 2010
Lediglich eine(r) wird verlieren
Zürichsee-Zeitung Bezirk Meilen
17.03 2010
«Weiss jetzt, wen ich nicht wähle»
Zürichsee-Zeitung Bezirk Meilen
17.03 2010
Nur einer spielte den bösen Wolf
Zürichsee-Zeitung Bezirk Meilen
11.03 2010
Mettler im Clinch der Freisinnigen
Zürichsee-Zeitung Bezirk Meilen
27.02 2010
In Erlenbach herrscht Spannung
Zürichsee-Zeitung Bezirk Meilen
20.02 2010
Nachzügler würzt Wahlsuppe
Zürichsee-Zeitung Bezirk Meilen
19.02 2010
Parteiloser verhindert stille Wahl
Zürichsee-Zeitung Bezirk Meilen
19.02 2010
Eine umstrittene Kandidatur
Zürichsee-Zeitung Bezirk Meilen
13.02 2010
Schulpflege: 9 Köpfe für 9 Sitze
Zürichsee-Zeitung Bezirk Meilen
13.02 2010
Wie viel zählt die Amtserfahrung?
Zürichsee-Zeitung Bezirk Meilen
11.02 2010
Eine Wahl, die hohe Wellen schlägt
Zürichsee-Zeitung Bezirk Meilen
09.02 2010
Wahlen und heikle Beziehungen
Zürichsee-Zeitung Bezirk Meilen
06.02 2010
Neuwahl am 18. Februar
Zürichsee-Zeitung Bezirk Meilen
05.02 2010
Sprecher ohne Stütze
Zürichsee-Zeitung Bezirk Meilen
04.02 2010
FDP steht schon als Siegerin fest
Zürichsee-Zeitung Bezirk Meilen
04.02 2010
«Palastrevolution» in der SVP
Zürichsee-Zeitung Bezirk Meilen
03.02 2010
Kandidatensuche verlief harzig
Zürichsee-Zeitung Bezirk Meilen
03.02 2010
Noch ein SVPler zieht sich zurück
Zürichsee-Zeitung Bezirk Meilen
29.01 2010
SVP unternimmt zweiten Anlauf
Zürichsee-Zeitung Bezirk Meilen
27.01 2010
Keiner will den Sessel räumen
Zürichsee-Zeitung Bezirk Meilen
19.01 2010
Sozialer Triathlet gegen unabhängige Motivatorin
Zürichsee-Zeitung Bezirk Meilen
19.01 2010
Bedacht, geradlinig, emotional
Zürichsee-Zeitung Bezirk Meilen
12.01 2010
Schulpräsident tritt als «Wilder» gegen seine Expartei an
Zürichsee-Zeitung Bezirk Meilen
30.11 2009
Die Gegner fanden wenig Gehör