Uetikon Podium zur Gemeindewahl im Forum Schulhaus Riedwies
Mettler im Clinch der Freisinnigen
Der Uetiker Wahlkampf spitzt sich zu: An einer Podiumsdiskussion haben FDP-Vertreter dem Präsidiumskandidaten Urs Mettler Schwächen bei der Finanz- und Projektplanung vorgeworfen. Daniel Fritzsche
Urs Mettler hatte gestern keinen leichten Abend. Der Uetiker Finanzvorstand und Kandidat für das Gemeindepräsidium bei den Wahlen vom 25. April hatte einerseits mit einer hinterhältigen Magenverstimmung, anderseits mit drei angriffslustigen FDPlern zu kämpfen. Marco Zolin-Meyer und Manuela Lanz, Gemeinderatskandidaten, sowie Christian Schucan, Präsidiumskandidat, nahmen den parteilosen Mettler an einer Podiumsdiskussion im Schulhaus Riedwies mehrfach in die Zange.
So wurde Mettler, der bis vor wenigen Monaten ebenfalls Mitglied der Freisinnigen war und die Partei nach einem Eklat verlassen hatte, vorgeworfen, er und der Gesamtgemeinderat hätten in den letzten Jahren schlecht kommuniziert und zu wenig auf die Bevölkerung gehört. Die Revision des Richtplans, über welche die Gemeindeversammlung nächsten Montag befinden wird, zeuge davon, sagte etwa Christian Schucan. Bei künftigen Projekten sei es unabdingbar, zuerst «eine sorgfältige Gesamtsicht der Bedürfnisse» zu machen. Es gelte, Schritt für Schritt zu planen, doppelte Marco Zolin-Meyer nach.
Generelles Defizit?
Mettler wehrte sich, dass der Gemeinderat «in keinster Weise» im stillen Kämmerlein geplant habe. Dass ein revidierter Richtplan mit Partikularinteressen gespickt sei, sei beinahe unmöglich zu verhindern. Manuela Lanz ortete ein generelles Defizit des bisherigen Gemeinderats beim Projektmanagement. «Dem hat er in der Vergangenheit zu wenig Beachtung geschenkt», fand sie. Urs Mettler warf ein, dass dem Gemeinderat in den vergangenen acht Jahren lediglich ein Projekt - der Bau einer Freizeitanlage - «aus dem Ruder» gelaufen sei.
Die Freisinnigen hatten ihr Feuer noch nicht ganz verschossen. Auch die Finanzplanung der Gemeinde lasse zu wünschen übrig und sei nicht immer transparent, meinten sie. «Der Finanzplan glich manchmal einer Baustelle», sagte Christian Schucan. Mettler, Direktionsmitglied einer Privatbank, liess das nicht auf sich sitzen. Die Finanzplanung sei sehr wohl transparent und über fünf Jahre klar aufgestellt.
Weber für mehr Sicherheit
Die dritte Kandidatin für das Gemeindepräsidium, Theres Weber (SVP), ging angesichts des freisinnigen Trommelfeuers gestern fast etwas unter. Weber gestand Finanzvorstand Mettler zumindest ein, die Budgets in den letzten Jahren «nicht so schlecht» verfasst zu haben. Die finanzielle Lage Uetikons sei in Ordnung. Die erfahrene Kantonsrätin versuchte, sich geschickt aus dem «Infight» Mettlers mit seiner Ex-Partei herauszuhalten. Sie punktete bei den rund 40 Zuschauern im Saal vor allem mit ihren starken Voten für mehr Sicherheit im Dorf.