Bekannt ist seit längerer Zeit, dass zwei langjährige Mitglieder des Gemeinderates Erlenbach, Versorgungsvorsteher Max Klingler (CVP) und Finanz- und Liegenschaftenvorsteherin Susi Lötscher (FDP), ihre Rücktritte deponiert haben. Ebenfalls den Hut nehmen wird im Gemeinderat Bauvorsteher Urs Berli (FDP), weil die FDP eine Verjüngung anstrebt und lieber ihn anstelle ihres bisherigen Mitgliedes Max Wullschleger als Schulpräsident sehen möchte. Enttäuscht hat bekanntlich daraufhin Wullschleger als langjähriges Erlenbacher Schulpflegemitglied (vier Amtsperioden, eine davon als Präsident) seiner Partei den Rücken zugewendet. Er kandidiert nun erneut für die Schulpflege und gegen Urs Berli ums Präsidium, allerdings als Parteiloser. Würde Berli gewählt, dann müsste er nicht den Spind im Gemeindehaus räumen, sondern kehrte automatisch als Mitglied der Schulpflege in den Gemeinderat zurück.
Nicht nur der Ausgang der Wahl ins Schulpräsidium ist spannend. Für die sechs Sitze im Gemeinderat sind insgesamt neun Vorschläge eingegangen. Von den bisherigen Gemeinderatsmitgliedern treten wieder zur Wahl an: Gemeindepräsident Ferdy Arnold (CVP), Sicherheits- und Gesundheitsvorsteher Jens Menzi sowie Sozialvorsteher Walo Deuber (beide parteilos). Als Neue portiert wurden Nicole Lauener (CVP), bekannt als Erwachsenenbildnerin und CVP- Bezirksparteipräsidentin, Sascha Patak (FDP), bisher Mitglied der Baukommission, Martin Rübel (FDP), Ortsparteipräsident und bisher Mitglied der Liegenschaftenkommission. Erneut im Kandi- datenrennen mit dabei ist Raymond Stark (parteilos), Mediator, Kämpfer um die Erlenbacher «Schönau» und vor vier Jahren bereits einmal im zweiten (Kampf-) Wahlgang in den Gemeinderat gescheitert. Mit dem Apotheker Simon Trösch (GLP) sind erstmals in der Geschichte Erlenbachs die Grünliberalen im Wahlkampf im «schönsten Dorf am See» vertreten, und Georges Wyttenbach (parteilos) komplettiert die Kandidatenliste. Der vor 4 Jahren Adolf Gucker ablösende Gemeindepräsident Ferdy Arnold ist offensichtlich in seiner Position unbestritten. SVP regeneriert sich noch
Nach dem schmerzlichen Verlust ihrer beiden Gemeinderäte vor vier Jahren steckt die örtliche SVP offenbar immer noch im damals angekündigten Regenerationsprozess. Sie beteiligt sich mangels geeigneter Kandidaten nach eigenem Bekunden nicht am Kampf um Sitze in Gemeinderat oder Schulpflege, obschon die SVP mit 28,56 Prozent Wähleranteil die zweitstärkste Partei in Erlenbach ist, und zwar knapp hinter der FDP. Deren Wähleranteil beträgt 30,06 Prozent. Drittstärkste Partei ist die SP (13,87 Prozent), gefolgt von CVP (6,66 Prozent) und den Grünen (5,82 Prozent). Die gegenwärtige parteipolitische Sitzverteilung im Gemeinderat setzt sich wie folgt zusammen: 3 FDP (einschliesslich Schulpräsidium), 2 CVP und 2 Parteilose. Keine Besetzungsprobleme
Obschon drei der sieben Schulpflegemitglieder zurücktreten, wird es - im Gegensatz zu anderen Schulgemeinden - in Erlenbach keine Probleme mit der Wiederbesetzung dieser Behörde geben. Um die sieben Sitze rangeln sich nämlich elf Bewerbungen. Es kandidieren die Bisherigen Yvonne Bieli (parteilos), Lotti Grubenmann (bisher), Manuel Pescatore (CVP) und Max Wull- schleger (parteilos), auch als Präsident. Neu als Vorschläge werden folgende Namen genannt: Rainer Baisch (parteilos), Urs Berli (FDP), auch als Präsident, Reto Frei (CVP), Anna Hoch-Ponte (FDP), Fabian Krek (FDP), Silvano Matthaei (CVP) und Stefan Weber Aich (SP). Auch übrige Sitze umstritten
Die Wahlgänge in die übrigen Behörden und Kommissionen sind teilweise umstritten. Für die drei Sitze in der Sozialbehörde liegen fünf Vorschläge vor. Es kandidieren zwei Bisherige. Zu keiner Kampfwahl kommt es für die Bau- und Planungskommission (3 Sitze, es kandidieren 2 Bisherige). Mit drei Mitgliedern besetzt ist die Liegenschaftenkommission. Es kandidieren zwei Bisherige, vier Wahlvorschläge liegen auf dem Tisch. Um die fünf Sitze in der Rechnungsprüfungskommission (RPK) bewerben sich sechs Namen, davon nur zwei Bisherige, einschliesslich Präsident Willi Wetli (FDP), der unbestritten für den Vorsitz in der RPK antritt. Keine Spannung verspricht die Wahl der siebenköpfigen reformierten Kirchenpflege. Neu bewirbt sich dort die Parteilose Hedy Anderegg-Tschudin in einem Einervorschlag auch als Präsidentin der Kirchgemeinde.
Aufgrund der Erfahrungen in den letzten Wahljahren mit den eine lebendige Diskussionstradition auch an den Stammtischen pflegenden Erlenbachern, kann nicht ausgeschlossen werden, dass am Sonntagabend des 25. April noch nicht alle Sitze besetzt sein werden. Ein allfälliger zweiter Wahlgang findet am 13. Juni statt. |