Während die Sitze im Gemeinde- rat andernorts heiss begehrt sind, verlief die Kandidatensuche in Zumikon für die Gemeindewahlen vom 25. April harzig. Dies liegt auch an den vielen Rücktritten. Gleich vier Personen hören auf die kommende Amtsdauer im Gemeinderat auf: Brigitta Bohnenblust (parteilos), Gaston Guex (FDP), Ursula Rasch (FDP) und Rolf R. Zimmermann (SVP). Den Sitz von Zimmermann, der in den Kantons-rat gewählt wurde, will Thomas Hagenbucher von der SVP verteidigen. Für die drei weiteren frei werdenden Sitze kandidieren Milena Danielsen (FDP), Jürg Eberhard (FDP) und Dominique Piaz-Reinert (CVP). Die Bisherigen Matthias Rüegg (FDP) und Fredy Zuberbühler (FDP) treten erneut an.
Dass es in Zumikon kaum zu einer Kampfwahl um die Gemeinderatssitze kommen wird, sah Gemeindepräsident Hermann Zangger (SVP) kommen: «An einer Info-Veranstaltung zu den Wahlen vor einem Jahr zeigte sich, dass die Kandidaten für die Ämter nicht Schlange stehen werden.» Wenn vier oder mehr Gemeinderäte zurücktreten, werde er sich nochmals für das Präsidium zur Verfügung stellen, sagte Zangger damals. Jetzt sind es vier geworden. Zangger tritt deshalb nochmals an. Kampfwahl um Schulpflegesitze
Wo könnten die Gründe für die schwierige Kandidatensuche in Zumikon liegen? «Ich denke, dass die Leute bequemer geworden sind», sagt Zangger. Die Zeit, welche für das Amt aufgewendet werden muss, schrecke viele ab. Der 67-Jährige, der vor seiner Zeit als Gemeindepräsident Werkvorstand war, kann die Tätigkeit in Behörden empfehlen: «In einem Amt lernt man, gemeinsam Probleme zu lösen.» Der zeitliche Aufwand für das Gemeindepräsidium liege normalerweise bei etwa 40 Prozent. Zangger, der pensioniert ist, nimmt sich dafür aber mehr Zeit: «Bei mir sind es sicher 60 Prozent.»
Etwas spannender wird es bei der Verteilung der Sitze in der Schulpflege. Der bisherige Präsident, Martin Kessler (parteilos), und Christian Dietsche (parteilos) treten zurück. Doch gleich drei Neue kandidieren für zwei Sitze: Peter Angst (SVP), Werner Gröner (parteilos) und Yvonne Peter (SP). Es kommt also zu einer Kampfwahl. Andreas Hugi will Nachfolger des Schulpräsidenten und ehemaligen Gemeindepräsidenten, Martin Kessler, werden. «Eigentlich wollte ich schon 2006 mit meiner Behördentätigkeit aufhören», sagt Kessler. Für die letzte Amtsdauer habe er sich zur Verfügung gestellt, um die Schule durch die Krise, in der sie vor drei Jahren war, zu führen. Mit einem Comeback sei deshalb kaum zu rechnen: «Fünf Amtsdauern in Behörden sind genug», sagt Kessler. Drei Rücktritte aus Sozialbehörde
In Zumikons Rechnungsprüfungskommission (RPK) tritt der parteilose Präsident Ivo Wegmann zurück. Francis Hodgskin (FDP) kandidiert als Nachfolger fürs Präsidium. Dessen frei werdenden Sitz will Christian Rüegger (SVP).
Wie im Gemeinderat gibt es auch in der Sozialbehörde einige Rücktritte. Mei Speck (CVP), Verena Bührer (FDP) und Rosemarie Frey (FDP) treten bei der kommenden Wahl nicht mehr an. Für die frei werdenden Sitze stellen sich Uwe Koch (SP), Stefanie Kraft (Grüne) und Gian-Felix Hössli (parteilos) zur Verfügung.
Noch harziger als für die Behördenämter verlief die Suche nach Kandidaten für die reformierte Kirchenpflege. Dort sind bis heute erst sechs Kandidaten gemeldet, es sind aber sieben Sitze zur vergeben. |