Oberrieden Behördenwahlen vom Sonntag - Kampfwahl nur um Schulpflege und Schulpräsidium
Reichmuth neu im Gemeinderat
Niemand wagte eindeutige Prognosen zu stellen, wer im Kampf um das Schulpräsidium siegreich sein würde. Es ist die parteilose Vreni Reichmuth-Graf, die FDP-Kandidat Beat Wüthrich überholte. Gaby Schneider
Das neue Team der Einheitsgemeinde Oberrieden (von links): Martin Arnold, Claudia Schwager, Hans Peter Kunz, Verena Reichmuth-Graf, Roger Müller, Denise Fausch und Urs Klemm. (André Springer)
Die Spannung erreichte kurz vor 17 Uhr ihren Höhepunkt. Eine Reihe von politisch Interessierten standen vor den Schaukästen des Gemeindehauses, doch noch waren keine Ergebnisse, auch nicht im Internet, bekannt. Sie wurden erst am Apéro im Gemeindehaus gelüftet. Gemeindepräsident Martin Arnold (SVP) erklärte das lange Warten mit den Tücken der Computertechnik, überreichte jedem der Gewählten ein Couvert mit den Ergebnissen und freut sich auf die Zusammenarbeit im neuen Team. Er war auch zufrieden mit der Stimmbeteiligung von knapp 40 Prozent, die sich von derjenigen vor vier Jahren (45 Prozent) nur wenig unterscheide. Gemäss neuer Gemeindeordnung, der die Fusion von Politischer und Schulgemeinde zugrunde liegt, sind die bisherigen sieben Ressorts nun neu auf sechs Gemeinderäte verteilt, und der siebte Sitz ist der des Schulpräsidenten.
Neu setzt sich der Gemeinderat Oberrieden aus drei Bürgerlichen - Martin Arnold (SVP) und Roger Müller (SVP) und Claudia Schwager (FDP), drei Parteilosen, Urs Klemm, Hans Peter Kunz, Schulpräsidentin Vreni Reichmuth-Graf und der SP-Frau Denise Fausch zusammen. Neue Schulpräsidentin und siebtes Mitglied im Oberriedner Gemeinderat ist die Parteilose Vreni Reichmuth-Graf. Sie machte für das Präsidium 646 Stimmen (absolutes Mehr 573), ihr Herausforderer Beat Wüthrich (FDP) deren 469. Reichmuth: «Ich kann nur spekulieren, was den Ausschlag für mein gutes Abschneiden gegeben hat, ich vermute es ist meine langjährige Erfahrung in der Behörde.»
Wenig Zeit, bekannt zu werden
Beat Wüthrich, pensionierter Rektor eines Gymnasiums, ist ein fairer Verlierer: «Ich hoffte als Präsident gewählt zu werden, kann aber auch mit diesem Ergebnis gut leben und freue mich auf die kommende Zusammenarbeit in der Schulpflege.» Vielleicht sei die Zeit von der Kandidatur bis zur Wahl zu kurz gewesen, um sich bei der Oberriedner Bevölkerung bekannt zu machen, meint er.
FDP-Präsident Markus Geniets sieht das Abschneiden seiner Partei generell erfolgreich, da sich ja der Gemeinderat auf sechs Sitze dezimiert habe, könne man nicht sagen, dass die FDP einen Gemeinderat verloren habe. Dass FDP-Kandidat Wüthrich und seine grosse Erfahrung im Dorf akzeptiert sei, zeige sich daran, dass er zwar nicht als Schulpräsident, dafür als Schulpflegemitglied deutlich gewählt wurde. Geniets: «Wir sind mit insgesamt neun Kandidaten angetreten, und alle neun sind gewählt worden.»
Das Ausscheiden der bisherigen SP-Schulpflegerin Claudia Valsecchi ist SP-Präsident Peter Baertschiger ein Rätsel. Anderseits freut er sich, dass es Manuel Strickler in die Schulpflege geschafft habe und eine SP-Vertreterin im Gemeinderat sitzt. SVP-Präsident Roger Müller, frisch gewählter Gemeinderat, bezeichnet die lokale SVP-Politik als eine «auf Augenhöhe» und deshalb erfolgreich.