Richterswil Hans Jörg Huber (FDP) ist neuer Gemeindepräsident, Renate Büchi (SP) abgeschlagen
«Ich will die Gemeinde vereinen»
Die Freisinnigen haben das Gemeindepräsidium gestern im zweiten Wahlgang verteidigt. Der Nachfolger von Ruedi Hatt heisst Hans Jörg Huber. Sein Ziel: ein enger Kontakt zur Bevölkerung. Anja Müller
Der neue Gemeindepräsident Hans Jörg Huber feierte seine Wahl gestern mit seiner Frau, der Familie und vielen Gästen in der Garage seines Hauses. (André Springer)
Es ist ein klares Resultat. Mit 1670 Stimmen ist der bisherige Finanzvorstand Hans Jörg Huber (FDP) gestern Sonntag zum neuen Richterswiler Gemeindepräsidenten gewählt worden. Huber liess seine Konkurrentin Renate Büchi (SP, 1198 Stimmen) mit 472 Stimmen Vorsprung hinter sich. Die Stimmbeteiligung lag bei rund 38 Prozent.
«Im Gegensatz zum ersten Wahlgang stand diesmal das bürgerliche Lager geschlossen hinter mir. Für Renate Büchi war es deshalb trotz engagiertem Wahlkampf gar nicht möglich, das Rennen zu machen», analysierte Hans Jörg Huber gestern das Wahlresultat. Er freue sich sehr über seine Wahl, sei sich aber auch bewusst, welch grosse Aufgabe nun auf ihn warte: «Als Erstes gilt es nun, die beiden Fronten in der Gemeinde wieder zu vereinen. Es gab viele Leute, die sich vehement für Renate Büchi eingesetzt hatten. Diese muss ich nun überzeugen, dass es auch mit mir als Gemeindepräsident in die richtige Richtung geht.»
Nach Hatt liegt Messlatte hoch
Der 46-jährige Inhaber eines Kanalreinigungsgeschäfts tritt die Nachfolge von Ruedi Hatt an, der die Gemeinde während 13 Jahren erfolgreich geführt hatte. «Die Messlatte liegt hoch», weiss Huber. Denn Hatt war im Dorf beliebt und für seine humorvollen Reden bekannt. «Es kann gar nicht mein Ziel sein, Ruedi Hatt rhetorisch zu toppen. Vielmehr werde ich meinen eigenen Stil und Charakter in das Amt einbringen.» Er wolle vermehrt den Kontakt zur Verwaltung suchen, sagt Huber: «Ausserdem hoffe ich, dass die Richterswilerinnen und Richterswiler mit ihren Anliegen auf mich zukommen, wenn ich im Dorf unterwegs bin.»
Renate Büchi zeigte sich gestern enttäuscht über ihre Niederlage: «Natürlich ist es schade, dass es mir nicht gereicht hat. Ich wäre gerne Gemeindepräsidentin geworden und habe viel Energie in den Wahlkampf gesteckt. Doch ich bin mir auch bewusst, dass es an ein Wunder gegrenzt hätte, wenn es anders gekommen wäre.» Wünsche oder Erwartungen an den neuen Gemeindepräsidenten habe sie keine, sagt die 49-Jährige. Sie wolle nun zuerst die «spannende, aber auch zehrende Wahlkampfzeit» mit ihren Helfern und Unterstützern abschliessen.