Langnau Im zweiten Wahlgang wurde Peter Herzog (CVP) zum Gemeindepräsidenten gewählt
Herzogs Wahl war eine Formsache
Er kandidierte als Einziger im zweiten Wahlgang ums Gemeindepräsidium und wurde gestern erwartungsgemäss gewählt: Peter Herzog (CVP). Seine Gemeinderatskollegen erhielten alle auch Stimmen. Sibylle Saxer
Peter Herzog von der CVP ist für die Legislatur 2010 bis 2014 der Gemeindepräsident Langnaus. Er wurde gestern im zweiten Wahlgang mit 618 von insgesamt 1033 gültigen Stimmen gewählt. «Ich bin erfreut», sagte der frisch Gewählte gestern auf Anfrage und fügte an: «Das ist ein gutes Resultat.»
Tatsächlich erhielt Herzog gestern nur 223 Stimmen weniger als im ersten Wahlgang vom 7. März, als er noch durch den inoffiziellen Kandidaten Jan Bauke (parteilos) konkurrenziert wurde. Damals verpasste Herzog das nötige absolute Mehr um zehn Stimmen. «Gemessen daran, dass die Stimmbeteiligung im März fast doppelt so hoch war, habe ich gestern ein gutes Wahlergebnis erreicht», doppelte Herzog nach. Tatsächlich war die Stimmbeteiligung gestern mit 24,9 Prozent bemerkenswert tief. Im März lag sie bei 45,7 Prozent.
Breite Streuung der Stimmen
Obwohl Peter Herzog im zweiten Wahlgang als Einziger fürs Gemeindepräsidium kandidierte, erhielten all seine Gemeinderatskollegen ebenfalls Stimmen: Reto Grau (FDP) 136, Hans-Ulrich Braun (FDP) 110, Rolf Schatz (GLP) 56, Lydia Stenz (SP) 47, Albert Stocker (SVP) 42 und Dora Murer (parteilos), die als Schulpräsidentin ebenfalls im Gemeinderat Einsitz nimmt, 24 Stimmen. Auffallend ist auch, dass 87 leere Wahlzettel in die Urnen gelegt wurden.
Peter Herzog selber begegnet dieser breiten Streuung der Stimmen gelassen: «Wer mir die Stimme nicht geben wollte, gab sie mir nicht.» Er betont, dass er und seine alten und neuen Gemeinderatskollegen bereits seit geraumer Zeit Gespräche wegen der Departementsverteilung führen. Am 18. Mai findet die konstituierende Sitzung statt.
Als Gemeindepräsident will Peter Herzog in den nächsten vier Jahren vor allem Geschäfte zu Ende bringen, die die alte Crew in der noch laufenden Amtsperiode angepackt habe. Er erwähnt schwergewichtig den Dorfplatz, die Pflegefinanzierung und die Ortsdurchfahrt. «Die Sicherheit der Fussgänger hat oberste Priorität. Wir sind mit dem Kanton im Gespräch, wie der Fussgängerübergang zum Bahnhof gestaltet werden könnte», sagt Herzog. Ihm schwebt ein Fussgängerstreifen mit Lichtsignal vor.
Ebenfalls auf der politischen Agenda Langnaus stehen die Schulsozialarbeit und die Spitalfusion. Über beides werden die Langnauer Stimmberechtigen an der Gemeindeversammlung vom 10. Juni abstimmen. «Die Sache mit der Spitalfusion ist unglücklich, aber wir sehen keine andere Lösung», sagt Herzog.