Reto Grau und Hans-Ulrich Braun kandidieren nicht für das Gemeindepräsidium. Oliver Lutz
Bereits vor dem zweiten Wahlgang für das Langnauer Gemeindepräsidium vom 25 April ist klar: Peter Herzog (CVP) stellt sich als Einziger für die Nachfolge des scheidenden Thomas Oetiker (FDP) zur Verfügung. Während Lydia Stenz (SP) ihren Verzicht nach längerer Bedenkzeit bereits im November 2009 bekanntgegeben hatte, möchten neben Rolf Schatz (GLP) und Albert Stocker (SVP) auch die beiden neu gewählten FDP-Gemeinderäte Hans-Ulrich Braun und Reto Grau das Präsidium nicht übernehmen. Dies schreibt die FDP Langnau gestern in einer Mitteilung.
Insbesondere bei Grau kommt diese Entscheidung überraschend. Er erzielte bei den Gemeinderatswahlen am vergangenen Sonntag mit 1495 Stimmen das klar beste Resultat aller Kandidaten und hätte wohl auch für den Sprung ins Präsidium reelle Chancen gehabt. «Ich bin aus geschäftlichen Gründen sehr oft auf Reisen», erklärt der Finanzfachmann, «die als Gemeindepräsident notwendige tägliche Präsenz in Langnau ist mir deshalb schlicht nicht möglich.» Zudem sei in seinen Augen Erfahrung in der Exekutive eine wichtige Voraussetzung für deren Leitung. Aus diesem Grund verzichtet auch Hans-Ulrich Braun auf eine Kandidatur, wie er auf Anfrage erklärt. «Für die Wähler ist es enttäuschend, dass es nicht mehrere Kandidaten gibt», sagt FDP-Präsident Urs Mettler, «sie hätten sich eine Auswahl gewünscht.»
«Ist eine Erleichterung»
Peter Herzog hat verständlicherweise kein Problem damit, als einziger Bewerber dazustehen. «Für mich ist die jüngste Entwicklung und das damit verbundene Ende des Wahlprozederes eine Erleichterung», sagt der Langnauer Tiefbauvorstand. Herzog hatte das absolute Mehr im ersten Wahlgang verpasst, weil der inoffizielle Kandidat Jan Bauke (parteilos) 505 Stimmen auf sich versammelte. Bauke kann im April nicht mehr antreten.