Es ist keine Überraschung, dass Philipp Kutter gestern zum neuen Wädenswiler Stadtpräsidenten gewählt wurde. Der Spitzenreiter aus dem ersten Wahlgang hat als Sicherheits- und Gesundheitsvorstand in den letzten vier Jahren gute Arbeit geleistet - abgesehen von der anfänglichen Fehleinschätzung der Kriminalität im Holzmoosrütiquartier, über die die Wähler gestern offenbar hinweggesehen haben.
Daneben hat Kutter die Stadt mit seinem professionellen und modernen Wahlkampf aufgerüttelt. Regelrecht zugepflastert wurde Wädenswil mit dem Bild des dynamisch wirkenden Jungpolitikers und seinem Slogan «Zukunft Kutter». Zusätzlich lancierte Philipp Kutter unter anderem, dem Beispiel von Christoph Blocher folgend, «kutterTV» im Internet - eine ganz neue Wahlkampfdimension in Wädenswil.
Seine Konkurrenten Taddei und Zollinger wirkten daneben auf ihren Standardplakaten trotz pinkem Jacket bzw. blauem Hintergrund wie graue Mäuse.
Dass der Kommunikationsfachmann Kutter weiss, wie er sich selber und seine Ideen erfolgreich vermarktet, hat er nicht erst jetzt bewiesen. Nach nur einer Legislatur im Wädenswiler Gemeinderat wurde er 2006 in den Stadtrat gewählt, im Kantonsrat ist er nach drei Jahren schon Fraktionschef der CVP.
Sicher ist: Das Wädenswiler Stadtpräsidium ist für Kutter nicht das Ziel seiner politischen Karriere. Bereits gestern hat er angekündigt, dass er 2011 für den Nationalrat kandidieren wird. Dieser Ehrgeiz und seine Gradlinigkeit kommen nicht überall gut an. Er benutze das Stadtpräsidium lediglich als Sprungbrett für persönliche Karrierepläne, kritisieren seine Gegner. Jetzt muss Philipp Kutter beweisen, dass er das neue Amt nicht aus Eigennützigkeit angestrebt hat, sondern um Wädenswil voranzutreiben. Von nun an wird er an seinen Taten gemessen werden und nicht an seinem Auftritt.