Der Vormarsch der Parteilosen scheint nun auch in Thalwil Einzug gehalten zu haben. War 2006 nur eine einzige parteilose Kandidatin angetreten, waren es nun gleich fünf, und zwei habens geschafft. Richard Gautschi hatte man als aktivem Gewerbler gute Chancen eingeräumt, im Gegensatz zu Michael Brandenberger, den die Wahlauguren nicht als gesetzt sahen. Vielleicht war Brandenbergers Taktik gar nicht so unklug, auch als Präsident zu kandidieren und so mehr Aufmerksamkeit und auch Stimmen zu bekommen. Überraschung Nummer zwei war das Scheitern des SVP-Kandidaten René Tschudi, der markige Statements zu Verkehr und Überbauung von Grünraum geäussert hatte. Als SVP-Schelte kann man auch die Abwahl ihrer Behörenmitglieder interpretieren.
Moderater aufgetreten sind die FDP-Bewerber, dennoch schafften es nur zwei von ihnen, und ihr Schulpräsidiumskandidat ist gänzlich untergegangen. Ausgezahlt hat sich anscheinend das moderate Auftreten von SP-Schulpräsidentin Beatrice Meier, die stets das Wohl der Schule in den Vordergrund stellte. Ihr Widersacher Daniel Tewlin setzte wortstark auf seine Bildungs-Kompetenz, was gestern nicht für ein Comeback reichte.