Adliswil Zwölf kandidieren für die Schulpflege, nur jemand fürs Präsidium
Keine stille Wahl der Schulpflege
Informell hatten sich die Adliswiler auf stille Schulpflegewahlen geeinigt. Nun treten jedoch die CVP und EVP/FDP mit je drei Kandidaten an. Sibylle Saxer
Anders als die Adliswiler Stadtratswahlen werden die Schulpflegewahlen vom 25. April keine stille Wahlen. Für die zehn Sitze - die Präsidentin mitgerechnet, der Einsitz nehmende Stadtrat dagegen nicht - treten, nachdem die erste Eingabefrist am Montag abgelaufen ist, zwölf Kandidaten an. Einzig fürs Schulpflegepräsidium bleibt die amtierende Schulpräsidentin Rita Rapold (CVP) aller Voraussicht nach einzige Kandidatin.
Bis am Sonntag sah es so aus, wie wenn zehn Kandidaten für die zehn Sitze antreten würden. Wie von diversen Partei-Exponenten zu vernehmen ist, hatten sich die CVP, die EVP, die Freien Wähler (FW), die FDP, die SP und die SVP informell darauf geeinigt, dass jede Partei respektive die EVP und FDP zusammen je zwei Kandidaten stellen würden.
Zwei Überraschungskandidaten
Seit Montag ist nun bekannt, dass die FDP mit Myriam Füglistaler eine zweite Kandidatur stellt - mit der EVP zusammen also drei. Parteipräsident Peter Werder meint dazu: «Sie ist auf uns zugekommen und hat uns signalisiert, dass sie sich eine Schulpflege-Kandidatur am ehesten mit der FDP vorstellen könnte.» Denn Myriam Füglistaler war bis vor Kurzem noch parteilos. Im Verlauf des Januars hätten die Beitrittsverhandlungen stattgefunden.
Seither wurde ebenfalls bekannt, dass auch die CVP mit insgesamt drei Kandidatinnen antritt - obwohl sie am Sonntag sogar einen ihrer fünf Gemeinderatssitze verloren hat. Rita Rapold sagt dazu: «Anders als die anderen Parteien hatte die CVP keine Mühe, Kandidatinnen für die Schulpflege zu finden. Patricia Kuster und Monika Leithner sind auf uns zugekommen. Wir sehen keinen Grund, zwei so qualifizierte Frauen nicht aufzustellen.» Die Schulpräsidentin fügt an, sie finde es gut, wenn die Adliswiler wählen könnten.
Exodus aus der Schulpflege
In Bezug auf sich selbst ist sie allerdings «froh», dass sie sich keiner Kampfwahl stellen muss. Die anderen Parteien haben, wie sie mitteilen, niemanden gefunden, der sich für das Amt zur Verfügung stellen würde. Bis zum 16. Februar haben sie noch Zeit, bis dann läuft die zweite Frist. Ruedi Stieger, Noch-SP-Präsident, sagt auf Anfrage, die SP könne mit zwei neuen Kandidaten kaum direkt aufs Präsidium aspirieren.
Überhaupt treten auffällig wenige Bisherige zur Wahl an: mit Rita Rapold (CVP), Daniel Freytag (FW) und Susanne Kellenberger (FDP) nur gerade drei. Neun der zwölf Kandidaten sind neu. Rita Rapold, die die sieben Abgänge sehr bedauert, erklärt sie sich mit einem normalen Zyklus: «Die meisten Schulpfleger bleiben acht Jahre, entsprechend wenig Abgänge hatten wir in den letzten acht Jahren.» Dass die Wechsel etwas mit ihrer Führung zu tun haben, kann sie sich nicht vorstellen.