Die SP kann sich vorstellen, mit Thomas Largiadèr ums Stadtpräsidium zu kämpfen, wenn sich EVP-Kandidat Johannes Zollinger zurückzieht. Anja Müller
Die Stadtpräsidiumswahlen vom Sonntag haben keine Entscheidung gebracht, wer im März die Nachfolge des amtierenden Stadtoberhaupts Ernst Stocker (SVP) antreten wird. Bereits jetzt diskutieren die Parteistrategen deshalb über ihre Taktik für den zweiten Wahlgang vom 7. März.
Das Topergebnis des 34-jährigen CVP-Präsidiumskandidaten Philipp Kutter - er machte rund 600 Stimmen mehr als seine grössten Konkurrenten Johannes Zollinger (EVP) und Felicitas Taddei (FDP) - hat viele erstaunt. Zum Beispiel die Wädenswiler SP, wie Präsident Willy Rüegg sagt: «Ich habe erwartet, dass Kutter viele Stimmen macht, sein deutlicher Vorsprung überrascht mich aber sehr.» Laut Rüegg habe die SP, die selber keinen Kandidaten ins Stapi-Rennen geschickt hatte, den EVP-Kandidaten und Schulvorstand Johannes Zollinger unterstützt. Der 61-jährige Zollinger hat aber bereits durchblicken lassen, dass er «Kutters Vorsprung akzeptieren» müsse und sich deshalb überlegt, seine Kandidatur zurückzuziehen. Damit ändert sich die Ausgangslage für die SP: «Wenn Zollinger am 7. März nicht erneut antritt, kann ich mir vorstellen, dass Thomas Largiadèr neu für uns kandidiert.» Der 40-jährige Arzt Largiadèr ist am Sonntag für die SP neu in den Wädenswiler Stadtrat gewählt worden.
Rückzug von SVP wahrscheinlich
Neben CVP und EVP hatten auch FDP, SVP und das Bürgerliche Forum positives Wädenswil (BFPW) Kandidaten für das Stadtpräsidium gestellt. Alle Parteien wollen diese Woche entscheiden, ob sie im zweiten Wahlgang nochmals antreten. Gespräche seien im Gang.
SVP-Kandidat Martin Lampert hat am Sonntag die wenigsten Präsidiums-Stimmen geholt und auch den Sprung in den Stadtrat nicht geschafft, er darf deshalb nicht mehr antreten. Und auch der neue SVP-Stadtrat, Heini Hauser, hat bereits deutlich gemacht, dass er eher abgeneigt ist, als Stadtpräsident zu kandidieren. Die SVP wird sich deshalb vermutlich ganz zurückziehen.
Wahrscheinlich ist auch, dass sich Ernst Brupbacher vom «Forum» aus dem Rennen nehmen wird - er hat das zweitschlechteste Resultat gemacht.
Anders sieht es bei der FDP aus: Felicitas Taddei, Drittplatzierte bei den Wahlen, will auf jeden Fall wieder antreten. Sie fordert einen Schulterschluss zwischen FDP, SVP und BFPW - und will für diese drei bürgerlichen Parteien um das Stadtpräsidium kämpfen.