Gemeinderat Die Grünliberalen nehmen zum ersten Mal Einsitz im Gemeinderat
SVP-Gemeinderat Suter abgewählt
Die Grünliberale Partei ist die Gewinnerin der Kilchberger Gemeinderatswahlen, die SVP die Verliererin: Judith Bellaiche von der GLP rückt für den abgewählten SVPler Arnold Suter in die Exekutive nach. Sibylle Saxer
Die Kilchberger Zauberformel lautet seit gestern nur noch fast gleich wie bis anhin: Neu nehmen anstelle der SVP die Grünliberalen im Gemeinderat Einsitz. Für die CVP, die FDP und die Parteilosen hat sich insgesamt nichts verändert. Die CVP hat nach wie vor einen Sitz, die Parteilosen haben deren zwei und die Freisinnigen deren drei, und das Präsidium bleibt ebenfalls fest in ihrer Hand. Dies entschied der Kilchberger Souverän gestern, wobei die Stimmbeteiligung mit 34,92 Prozent im üblichen Rahmen lag.
Der neue Gemeindepräsident ist mit Jean-Marc Groh, der als Einziger für die Nachfolge von Hans-Ulrich Forrer antrat, wiederum ein FDPler. Er sitzt seit vier Jahren im Gemeinderat und bekleidet das Amt des Hochbauvorstands. Er erzielte als Gemeinderat mit 1088 Stimmen hinter Lorenz Felder (CVP, 1095 Stimmen) das zweitbeste Resultat. Das absolute Mehr betrug 650 Stimmen. Für das Gemeindepräsidium galt es für Groh, 700 Stimmen auf sich zu vereinen. Mit 942 Stimmen erreichte er auch hier ein klares Resultat (siehe Interview).
Verjüngung des Gremiums
Überraschend klar wurde auch seine junge Parteikollegin Barbara Baruffol neu in den Gemeinderat gewählt. «Ich freue mich», sagt die frisch Gewählte einfach. Sie glaubt, dass ihr gutes Resultat einerseits mit ihrem Leistungsausweis aus der Kommissionsarbeit, andererseits aber auch mit der Leistung der FDP insgesamt zusammenhängt. Barbara Baruffol erreichte hinter dem bisherigen Finanzvorstand Dieter Lehner (ebenfalls FDP, 1052 Stimmen) mit 973 Stimmen das viertbeste Resultat und überholte damit sogar den bisherigen parteilosen Sozialvorstand André Welti (931 Stimmen).
Die Parteilosen schafften die Besitzstandwahrung. Nahm bis zu ihrem unerwarteten Tod Mitte August Susi Büchi als Vorsteherin des Ressorts Sicherheit, Gesundheit und Sport im Gemeinderat Einsitz, so ist es nun neu der Parteilose Remo Moser (775 Stimmen). «Ich freue mich, für Kilchberg tätig zu sein», sagt er. Lilian Bianchi, die als dritte Parteilose um einen Gemeinderatssitz ins Rennen gegangen war, verpasste mit 614 Stimmen das absolute Mehr.
Neu gewählt ist hingegen die Grünliberale Judith Bellaiche (686 Stimmen). Damit nimmt die GLP zum ersten Mal Einsitz in der Kilchberger Exekutive. «Ich bin überglücklich über dieses Vertrauensvotum», sagt die gebürtige Baslerin und betont, dass sowohl für jüngere Kräfte als auch die GLP offensichtlich die Zeit gekommen sei.
Ebenfalls das absolute Mehr erreicht hätte mit 660 Stimmen Edith Häusler von der Grünen Partei. Sie schied aber als überzählig aus.
Untergeordnete Rolle der Leistung
Links überholt wurde die SVP. Für den bisherigen Werkvorstand Arnold Suter, der seit 24 Jahren im Gemeinderat sitzt, aber gern noch eine siebte Legislatur angehängt hätte, bedeuten seine 614 Stimmen das Aus. «Ich bin enttäuscht», sagt Suter auf Anfrage. Er macht geltend, dass Jean-Claude Reymond, der mit einer Einzel-Initiative die Amtszeit von Gemeinderäten beschränken will, für dieses Resultat mitverantwortlich sein könnte. Im Vordergrund steht für ihn aber die Erklärung, dass die SVP «abgestraft» worden sei.
«Dass das auf Gemeindeebene passiert, verstehe ich nicht, ich habe mich nie parteipolitisch exponiert. Die Leistung scheint eine untergeordnete Rolle zu spielen - das finde ich schade.» Sein Parteikollege Antonio Scherrer, der neu kandidierte, liegt mit 495 Stimmen abgeschlagen auf dem letzten Platz.