Stadtrat Neue Parteienkonstellation mit 1 BFPW und nur 1 SVP - es bleibt bei 2 CVP, 1 EVP, 1 FDP und 1 SP
BFPW zieht wieder in Stadtrat ein - SVP verliert einen Sitz
Thomas Largiadèr (SP), Heini Hauser (SVP) und Ernst Brupbacher (BFPW) ziehen neu in den Stadtrat ein. Überzählig sind Heinz Wiher (Grüne) und Martin Lampert (SVP). Sie scheiden damit aus. Dorothea Uckelmann
Um 16 Uhr war am gestrigen Wahlsonntag klar, wer von den neun Kandidaten einen der sieben Sitze im Wädenswiler Stadtrat besetzen kann. In ihrem Amt klar bestätigt wurden die vier Kandidaten, die sich zur Wiederwahl gestellt hatten: Das beste Ergebnis erzielte mit 3647 Stimmen Gesundheits- und Sicherheitsvorstand Philipp Kutter (CVP), gefolgt von Schulvorstand Johannes Zollinger (EVP) mit 3429 Stimmen, Finanzvorstand Paul Rota von der CVP (3321 Stimmen) und Sozialvorsteherin Felicitas Taddei (FDP) mit 2979 Stimmen.
Bezüglich der Stimmenzahl eng beieinander lagen die drei neu in den Stadtrat gewählten Kandidaten. Vor acht Jahren wurde Heiner Treichler vom Bürgerlichen Forum Positives Wädenswil (BFPW) aus dem Stadtrat gewählt. Mit Ernst Brupbacher, der mit 2743 Stimmen gewählt wurde, bezieht die Partei neu wieder einen Sitz. 20 Stimmen mehr erzielte Thomas Largiadèr und verteidigt damit einen Sitz für die SP. Dieser wurde durch den abtretenden Werkvorstand Sepp Dorfschmid (SP) frei.
Von den beiden durch die Rücktritte von Ernst Stocker und Christian J. Huber frei werdenden Sitzen konnte die SVP nur einen verteidigen. Für sie zieht Heini Hauser in den Stadtrat ein, der 2754 Stimmen erhielt. Den Sprung in die Exekutive nicht geschafft hat mit 2415 Stimmen und damit dem schlechtesten Resultat Martin Lampert von der SVP.
Ebenfalls nicht in den Stadtrat schaffte es der Kandidat der Grünen Partei, Heinz Wiher. Er übertraf zwar mit 2544 Stimmen das absolute Mehr von 1993 Stimmen, schied jedoch als überzählig aus. 1297 Stimmen gingen an Vereinzelte; die Wahlbeteiligung lag mit 42,84 Prozent praktisch gleich hoch wie 2006 (42,72 Prozent).
«Erfolg mit Wermutstropfen»
Und wie beurteilen die Kandidaten die Resultate? «Ich bin sehr erfreut über das Wahlresultat», sagte Thomas Largiadèr (SP), «denn es ist wichtig, dass die SP mit starker Stimme im Stadtrat vertreten ist.» Gerechnet habe er mit einem knappen Resultat, und er freue sich daher um so mehr, dass er die meisten Stimmen nach den bisherigen Kandidaten erzielt habe. Gleichzeitig bedauere er aber, dass Heinz Wiher (Grüne) den Sprung in die Exekutive nicht geschafft habe. Erwartet, dass er in den Stadtrat gewählt wird, hat Ernst Brupbacher vom Bürgerlichen Forum. Er kandidierte vor vier Jahren schon einmal für einen Sitz in der Exekutive. «Dieses Mal hat es geklappt», freute er sich und fügte hinzu, «vielleicht, weil ich durch meine Frühpension viel Zeit habe und mich in Wädenswil sehr engagiere.»
Als persönlichen Erfolg bezeichnete Heini Hauser (SVP) seine Wahl in den Stadtrat. «Allerdings mit einem Wermutstropfen», erklärte Hauser. Dies weil es sein Parteikollege Martin Lampert nicht in den Stadtrat geschafft hat. Als Grund dafür nennt Hauser die schwierige Ausgangslage, dass gleich zwei neue Kandidaten die Stadtratssitze verteidigen sollten. Dieser Meinung ist auch Martin Lampert, der sich enttäuscht über die Niederlage für ihn persönlich und die Partei zeigte. Er habe gehofft, dass die politische Arbeit von den Wählern stärker gewichtet worden wäre. Auch habe er sich reelle Chancen auf einen Platz im Stadtrat ausgerechnet. Als Grund dafür, dass es am Ende doch nicht gereicht hat, vermutet er seinen Beruf als Lehrer. Heini Hauser habe da als Landwirt wohl die besseren Karten gehabt.
«Ich wäre sehr gerne gewählt worden», äusserte sich Heinz Wiher zum Wahlresultat. Er tröstet sich damit, dass er zumindest das absolute Mehr erreicht hat. «Dies ist dennoch ein beachtlicher Erfolg für eine so kleine Partei wie die Grünen», sagte Wiher. Dass es schwer werden würde, einen Sitz zu ergattern, sei ihm im Vorhinein bewusst gewesen.