Präsidium Für das Gemeindepräsidium ist am 25. April ein zweiter Wahlgang nötig
Theo Leuthold ist beinahe auf der Zielgeraden
Ziehen die SP und die FDP ihre Kandidaten fürs Präsidium zurück und überlassen Theo Leuthold das Feld? Vieles spricht dafür. Hans-Heiri Stapfer
Keine Überraschung ist die Tatsache, dass für die Wahl ins Horgner Gemeindepräsidium ein zweiter Wahlgang nötig wird. Überraschend ist allerdings, wie markant sich Theo Leuthold (SVP / 1442 Stimmen) von seinem Cousin Hanspeter Leuthold (FDP / 1091 Stimmen) sowie dem Sozialdemokraten Joggi Riedtmann (976 Stimmen) absetzen konnte. Sein Vorsprung auf den freisinnigen Kontrahenten beträgt 351 Stimmen, die für Horgner Verhältnisse schon fast Lichtjahre bedeuten. Damit wird klar, dass der Oberstufenlehrer massiv mehr Wählerinnen und Wähler um sich scharen konnte als nur aus den SVP-Stammlanden. Ein Grund dafür ist, dass Theo Leuthold in der vergangenen Legislaturperiode sehr moderat politisierte, was ihn offenbar gestern Sonntag für breite Kreise wählbar machte.
Der Ball liegt bei der FDP
Dieses klare Ergebnis hatte bereits am Wahlsonntag Folgen: «Das Volk will ganz klar Theo Leuthold als Präsidenten, ich bin bereit, meine Kandidatur zurückzuziehen, falls dies die FDP auch tut», sagt Joggi Riedtmann und brachte damit einen Stein ins Rollen.
Die Ankündigung Riedtmanns könnte dem zweiten Wahlgang vom 25. April eine komplett andere Wendung verleihen. Wenn sowohl Hanspeter Leuthold wie auch Joggi Riedtmann nicht mehr antreten, wäre Theo Leuthold faktisch gewählt. Doch wie realistisch ist ein solches Szenario? FDP-Präsident Heinz Aschmann schliesst einen Rückzug «nicht ganz aus». Man wolle aber konkrete Lösungen in aller Ruhe angehen und sei auf alle Seiten hin gesprächsbereit, führt Aschmann weiter aus. Und wäre Hanspeter Leuthold zum gleichen Schritt wie Joggi Riedtmann bereit? «Ich bin bei den Stimmen an zweiter Stelle, und wir wollen den Entscheid nicht von der SP abhängig machen», betont der freisinnige Kandidat fürs Präsidium. Tatsache ist, dass morgen Dienstag eine Wählerversammlung der FDP Horgen stattfinden wird. Ein Traktandum wird auch der zweite Wahlgang sein.
Grundsätzlich kann jedes gestern Sonntag in die Exekutive gewählte Mitglied seinen Anspruch auf das Präsidium erheben. Gleichzeitig können im zweiten Wahlgang keine anderen Personen mehr kandidieren. Politische Beobachter gehen allerdings davon aus, dass kein weiteres Mitglied des frisch bestellten Horgner Gemeinderats auf das Präsidium Anspruch erheben will.
Keine stille Wahl
Auch wenn sich Hanspeter Leuthold und Joggi Riedtmann zurückziehen sollten, einen zweiten Wahlgang wird es dennoch geben. Grund dafür ist, dass Theo Leuthold mit seinen 1442 Stimmen das absolute Mehr um fast 400 Stimmen verpasst hat und somit nicht gewählt ist. Und eine stille Wahl sieht die Gemeindeordnung nicht vor.