Fünf von sieben Schulpflegern geben ihren Rücktritt. An der Wählerversammlung heute Abend werden neue Kandidaten vorgestellt. Elio Stamm
Weil die Gemeinde Hirzel über kein Parteiensystem verfügt, bekommt die vom Gemeindeverein organisierte öffentliche Wählerversammlung von heute Abend eine besondere Bedeutung bei der Aufstellung der Kandidaten für politische Ämter. Nacheinander werden die Kandidaten für die verschiedenen Behörden vorgestellt. Bei mehr Kandidaten als Sitze entscheiden die anwesenden Stimmbürger in einer Vorwahl zudem, wen sie zur Wahl empfehlen.
Spannend ist die Ausgangslage für heute Abend im Schützenmatt-Saal insbesondere bei der Schulpflege. Nur zwei von sieben Schulpflegern möchten für eine weitere Amtszeit kandidieren. Deren fünf treten zurück, darunter auch die amtierende Präsidentin, Gertrud Meyer. Dies lässt aufhorchen, angesichts der Geschehnisse im letzten halben Jahr: Ende November 2009 hatten die Stimmberechtigten an der Urne die Initiative für eine Einheitsgemeinde nur knapp gutgeheissen. Die Schulpflege hatte die Vorlage, die zu einem Zusammenschluss von Schul- und Politischer Gemeinde führen soll, im Vorfeld der Abstimmung aktiv bekämpft, was Misstöne zwischen den Behörden verursacht hatte.
Misstöne nicht entscheidend
Die Gründe für die Rücktritte in der Schulpflege sind grundsätzlich nicht die direkte Folge der kommenden Einheitsgemeinde, wie die scheidende Schulpflegepräsidentin Gertrud Meyer auf Anfrage erklärt: «Christian Suter und Doris Fideeler geben ihr Amt nach drei Amtsperioden ab. Und bei Mathias Hnilicka und Marie Louise Weber haben zeitliche Engpässe zum Entscheid geführt.» Für sie selbst hingegen hätte die veränderte Ausgangslage zum Entscheid beigetragen. «Ich möchte auf keinen Fall ein Doppelmandat», meint Meyer Bezug nehmend auf die zusätzliche Zeitbelastung für den Präsidenten der Schulpflege, der zukünftig auch im Gemeinderat sitzen soll.
Die Schulpflege hat sich ob der vielen neu zu besetzenden Plätze aktiv um eine Nachfolge bemüht. «Wir haben bereits vier Kandidaten für die Nachfolge gefunden, die wir heute Abend vorstellen können», blickt Meyer auf die Wählerversammlung voraus. Damit bleibt nur ein Sitz in der Behörde offen. Interessierte haben auch nach der Wählerversammlung noch bis zum 12. Februar Zeit, eine Kandidatur einzureichen.
Für den Gemeinderat treten alle sieben Amtsträger nochmals an. Ob sie dabei Konkurrenz durch neue Kandidaten bekommen, zeigt sich heute Abend.