Wädenswil

Reinigung nach Konfettiregen macht Fasnächtler närrisch

Die Neue Fasnachtsgesellschaft enthüllte am Freitagabend auf dem Seeplatz die Fasnachtsplakette. Der Stadtrat kriegte dabei gehörig Fett weg.

Die neue Fasnachtsplakette stiess auf dem Seeplatz in Wädenswil auf gutes Echo.

Die neue Fasnachtsplakette stiess auf dem Seeplatz in Wädenswil auf gutes Echo. Bild: Michael Trost

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Die Guggenmusik Wadin Schränzer wärmte am Freitagabend mit fetzigen Klängen die kalten Beine der Fasnachtsbegeisterten.Rund 40 Personen hatten sich auf dem Seeplatz eingefunden, um dabeizusein, wenn die Neue Fasnachtsgesellschaft (NFG) die Fasnachtsplakette 2017 mit dem Fasnachtssujet enthüllte.

Titel für Spassbremse

NFG-Präsident Christoph Lehmann zog Bilanz über das vergangene Jahr und liess schon durchscheinen, welcher freche Vers dieses Jahr die Fasnachtsplakette ziert: Es ist die Meldung, dass die Fasnächtler künftig selber dafür aufkommen müssen, dass der Konfettiregen nach der Fasnacht beseitigt wird. Der Grund: Die Stadt Wädenswil steht unter Spardruck und überlegt sich, die Reinigungskosten nicht mehr zu übernehmen. «D’ Stadtkasse isch e leeri Hülle, drum wänds die mit Konfetti fülle!» steht deshalb auf der Fasnachtsplakette 2017. Die Zuhörer quittierten den Spruch mit Gelächter.

Christoph Lehmann bat Peter Schuppli (FDP) als verantwort­lichen Stadtrat für Finanzen und deshalb Ansprechperson für die «leeri Hülle» zu sich. «Du hast in deiner 25-jährigen Karriere bei der NFG viele grosse Plaketten verteilt, jetzt überreichen wir dir das erste Mal die grosse Plakette», sagte Lehmann. Die grosse Plakette wird den Gemeinderatssaal zieren.

Das erste Mal verlieh die NFG dieses Jahr die «goldige Spassbräms». Zu Ehren kam Stadtrat Heini Hauser (SVP), zuständig für Planen und Bauen und damit verantwortlich für die kritisierte neue Reinigungsordnung nach der Fasnacht. Heini Hauser zeigte Humor und nahm den golden angesprayten Bremsklotz eines Autos vom geladenen Gast «Dagobert Trump» alias Urs Hermann entgegen. Auf der «goldige Spassbräms» steht Heini Hausers Aussage gegenüber Tele Züri, die ihm einigen Spott einbrachte: Man solle halt «massvoll Konfetti brauchen».

Guten Anklang fanden auch die fünf Verse, die es nicht auf die Plakette geschafft hatten. In die engste Auswahl kam beispielsweise das Urteil des Bundesgerichts zum Glockengeläut der ­reformierten Kirche in Wädens­wil: Ein Zugezogener hat erwirkt, dass sie nicht mehr alle Viertelstunden läuten darf. «Är hät zwar gunnä, aber halt gliich kei Ruä. Ätsch, vom Morgä am sächsi a darf er au dä Fluglärm gnüssä», freuen sich die kreativen Köpfe der NFG. «Chileglogge müend stille sii, dänn faart dä Fluuglärm besser ii.»

Fast Einzug auf die Plakette erhalten hätte auch der Seeuferweg: «Für de Uferwäg Milione im See versänke, statt dä NFG d’ Strassereinigung schänke», reimten die Fasnächtler.


Bronze- und Silberplaketten sind im Strassenverkauf erhältlich. Sie
kosten 8 bzw. 12 Franken und
berechtigen zum Eintritt an alle NFG-Veranstaltungen mit Ausnahme des Schnitzelbankfests. Die Goldplaketten kosten 70 Franken und sind Eintritt für alles. Goldplakettenbezug über www.nfgw.ch. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 08.01.2017, 18:49 Uhr

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